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Toscana, Ferdinand III. IosIoh. 176 Tascana^ Ferdinand III. Ios Ioh.
18!7) an Karl Albert König von
Sardinien (geb. 29. October 1798,
gest. 28. Juli 1849). Im Juni 1824
von einer Rippenfellentzündung auf der
Reise durch Val di Chiana befallen,
schloß Großherzog Ferdinand schon
am 18. desselben Monates sein Leben
im besten Mannesalter von 33 Jahren.
Großherzog Ferdinand III . liegt in
San Lorenzo zu Florenz begraben, wo
neben ihm noch mehrere Mitglieder des
großherzoglichen Hauses und der Prinz
Clemens von Sachsen ruhen, der wäh'
rend seines Besuches bei seinen groß-
herzoglichen Verwandten in Florenz starb.
In der großherzoglichen Gruft, welche
neben jener der Medici hergestellt wurde,
ließen Ferdinand III. und Leo-
pold II . mit bedeutenden Kosten durch
Benvenuti Kuppelgemälde anbringen.
Allgemein und aufrichtig war die Trauer
über Ferdinands III. Tod nicht nur
in Toscana allein, sondern in ganz
Italien. Von Aller Lippen ohne Partei»
unterschied hörte man mit Wehmuth die
Tugenden des würdigen Sohnes Leo»
polds preisen. Einer der berühmtesten
italienischen Schriftsteller, der durch seine
sehr weitgehenden liberalen Llnschauun«
gen bekannt war (Giordani), klagte in
einem Briefe an einen seiner Freunde
über den Verlust „des besten der
Fürsten!".
Emmer (Ioh. Di-.). Erzherzog Ferdinand III.,
Großherzog von Toscana, als Kurfürst von
Salzburg u. s. w. (Salzburg 1878, H. Dieter.
8°.). — ^eäsri^o )Iantrsäini s w
I>')Iitica loscHua, äei yriini anni äi, I'sr-
üinanäü II I . ÄleiQoi'ia. äi .^Ikrsäc» Neu-
mont (V'irense 1877 eoi tixi äi. KI. Cel-
liui s 0., gr. 8<>., 53 S.), ein Sondcrabdruct
aus dem „^roliivia Ltorioo itaiiano" Lomo
XXVI. .^nno 1877. — Allgemeine Zei»
tung (Augsburg, Cotta, 4".) 2t. September
1878. Nr. 264, Beilage, „Salzburg unter
Kurfürst Erzherzog Ferdinand von Oester»
Col le t ta mit aller Sicherheit
freundschaft gewähren konnte. Und da der
Prinz Karl Albert von Savoyen-
Carignano, Sardiniens präsumtiver
Thronfolger, welcher vier Jahre früher
des Großherzogs Ferdinand Tochter
Erzherzogin Marie Therese, gehet»
ratet hatte, durch jene Ereignisse schwer
compromitirt war, fand er am Floren»
tiner Hofe Aufnahme, wo ihm seine Ge»
malin den zweiten Sohn, den nach»
maligen Herzog von Genua, gebar, und
wo sein damals zweijähriger Erstgebo-
rener, VictorEmanuel,in den Flam>
men einer zufällig ausgebrochenen Feuers'
brunst umgekommen wäre, wenn den«
selben der Erbgroßherzog Erzherzog Leo«
pold nicht gerettet hätte. Es ist weiter
bekannt, wie sich Ferdinand III. er«
folgreich bemühte, seinen Schwiegersohn
mit dem Könige von Sardinien und mit
anderen Monarchen zu versöhnen und
die wegen deffen Ausschließung von der
Thronfolge eingeleiteten Verhandlungen
zu vereiteln. Im Jahre 1821 am
6. Mai verband sich Ferdinand III.
in zweiter Ehe mit der Prinzessin Maria
Ferd inanda von Sachsen, einer
Schwester der Prinzessin Maria Anna
Carolina, welche sich im Jahre 1817
mit seinem Sohne Erbgroßherzog Leo
pold vermalt hatte. Großherzog Ferdi-
nand III. zählte, und zwar nur aus
erster Ehe, folgende Kinder: Carolina
(geb. 2. August 1793, gest. 3. Jänner
1812); Franz (geb. 13. December
1794, gest. 18. Mai 1800); Leo-
pold II. igeb. 3. October 1797, gest.
29. Jänner 1870); Maria Louise
fgeb. 30. August 1798, gest. 15. Juni
1837), Aebtissin des Fräuleinstiftes zur
h. Anna in Würzburg; Maria There-
sia (geb. 21. März 1801, gest. 12. Iän-
mr 1833), vermä-lt (am 30. September
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Volume 46
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Toffoli-Traubenburg
- Volume
- 46
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 330
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon