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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Page - 179 -
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Page - 179 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46

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Toscana, Ferdinand IV. Salbator 179 Toscana, Ferdinand IV. Saldator gegenüber der allgewaltigen Revolution nicht zur Geltung zu bringen vermochte, so faßte er den Entschluß, vorderhand in die ruhige Thätigkeit des Privatlebens sich zurückzuziehen. Mit einigen Getreuen nahm er in einer am Bodensee bei Lindau gelegenen Villa längeren Aufenthalt und übersiedelte dann nach Oesterreicb, wo Seine Majestät der Kaiser dem geliebten Vetter einen Theil des kaiserlichen Resi' 'denzscblofses in Salzburg zur Verfügung stellte. Am 41. Jänner 1868 vermalte sicb Großherzog Ferdinand IV. zum zweiten Male, mit Alice von Bour- bon, Tochter des verstorbenen Herzogs Karl I I I . von Parma, einer Prinzessin, welcbo durch ihre Mildthätigkeit gegen die Armen und durch ihre herablassende Leutseligkeit gegen Jedermann als wahres Ebenbild ihrer seligen Mutter, der viel« gepriesenen Prinzessin 3 ouise von Bour- bon gilt. Den Großherzog Ferdinand beschenkte Großherzogin A l i c e mit vier Söhnen und drei Töchtern (der Erz» Herzogin Maria Antoinette, Tochter aus seiner ersten Ehe wurde bereits ge« 'dacht). Die Kinder aus dieser zweiten Ehe sind die Söhne: Leopold Ferdi- nand (geb. 2. December 1868^, Io- se p b Ferdinand (geb. 24. Mai 1872), Peter Ferdinand (geb. 12. Mal 1874), Heinrich Ferdinand (geb. 13. Februar 1878); die Töchter: Louise Antonie (geb. 2. September 1870), Anna Marie (geb. 17. October 1879), Margarethe Marie (geb. 13. Oc- tobcr 1881), ssehe die Stammtafel^. D'^ o großherzogliche Familie verbringt dcu größten Theil des Jahres in Salz- burg' den Sommer entweder auf der Herrschaft Schlackenwerth in Böhmen, oder in der reizend gelegenen „Villa Toscana" bei Lindau. Dazwischenkommen häufige Reisen und Besucke bei den er- lauckten Verwandten in Wien, oder bei den Königsfamilien von Sachsen und Bayern. Großherzog Ferdinand folgt den häusigen Einladungen Seiner Ma» jestät des Kaisers zur Jagd und war auch Begleiter des Erzherzogs Krön« Prinzen Rudolph auf dessen Reise in den Orient. Immer auf das Wohl feiner Familie bedacht, widmet er alle seine väterliche Sorgfalt unausgesetzt deren Gedeihen. Die ausgedehnte Herrschaft Schlackenwerth kann Dank seinen er» fahrungs' und kenntnißreichen Bemü» hungen als eine Musterdomane gelten. Die abgebrannte Kirche zu Lichtenstadt bei Schlackenwerth hat Großherzog Fer» idinand neu erbaut und jene zu > Schlackenwerth ganz restaurirt. Für > Schul- und patriotische Zwecke insbeson» dere durch Vertheilung von Schulbüchern und Lehrmitteln aller Art wirkt der Großherzog in allen jenen Gegenden, wo er entweder Besitzer oder Iagdpächter ist. Ebenso ist er ein Gönner und Förderer aller gemeinnützigen Vereine, als Feuer- wehr-, Veteranen-, Schützenvereine u. f. w. Das Schlackenwerther Piaristen-Eolle- gium, dem schon des Großherzogs Vater seine fördernde Huld zugewandt, wurde von den Piaristen selbst, obwohl der Großherzog Alles versuchte, es mit großen persönlichen Opfern der Stadt und Umgebung zu erhalten, aufgelassen Nun es aber der Staat als eigene Stif- tung anerkannt hat, dürfte es wohl ge- lingen, diese wohlthätige Erziehungs- anstalt zum dritten Male ins Leben zu rufen, und es wird die Bevölkerung Schlackenwerths in diesem Bestreben gewiß von ihrem erlauchten Wohlthäter, dem Großherzog Ferd inand, förderlichst unterstützt werden. Einen ebenso neuen als höchst ersprießlichen Gedanken führte Großherzog Ferdinand aus in der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Toffoli-Traubenburg
Volume
46
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1882
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
330
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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