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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Page - 183 -
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Page - 183 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46

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Franz I I . Stephan 183 Toscana, Franz I I . Stcphan er eine Deputation, welche dieselben l richtig stellen und die entsprechenden! Abhilfsmittel in Vorschlag bringen sollte. Die Nachforschungen dieser Deputation ergaben die klägliche Lage des berühmten Florentiner Spitals „Santa Maria nuova". Dem wurde unverzüglich und energisch abgeholfen und die Leitung der! Krankenpflege und des theoretisch »prak- tischen Lehrcurses über Medicin und Chi- rurgie den beiden berühmten Aerzten Cocchi und Ber t in i anvertraut. Die Zahl der Ferial- und Festtage war über» mäßig groß, so daß der Großherzog die ersteren abschaffte und vom Papste die Beschränkung der letzteren erwirkte. Durch ein strenges Verbot gegen das unbefugte Waffentragen wurden jene Privilegien aufgehoben, welche sich weltliche und geistliche Körperschaften seit uralter Zeit angeeignet hatten, nämlich nicht nur selbst Waffen zu tragen, sondern auch Andere dazu zu ermächtigen. Der Flo> rentiner Inquisitor reclamirte das dem Santo Ufficio zustehende Recht, seine Diener zu bewaffnen; aber auch dieses Privilegium ward als ungiltig erklärt. Anfangs des Jahres 4739 war es dem Großherzog endlich vergönnt, seine neuen Unterthanen zu besuchen. Am 19. Jänner hielt er, begleitet von seiner erlauchten Gemalin M a r i a The res ia und seinem Bruder, dem Prinzen Karl , seinen feierlichen Einzug in Florenz. Das Volk, wegen der bereits erlangten Reformen mit den besten Hoffnungen erfüllt, empfing ihn mit aufrichtiger Begeisterung sowohl in der Haupt» stadt, als auch in den übrigen Ort« schaften, durch welche er kam. Der leider zu kurze Aufenthalt, den der Monarch in seinem Staate nehmen konnte, denn auf dringende Berufung des Kaisers mußte er am 28. April i?40 Florenz wieder verlassen, wurde von ihm ganz der Er- forschung der Bedürfnisse des Landes ge- widmet, wobei er erfahrene und durch ihr Wissen berühmte Männer zu Rathe zog, darunter den damals noch jungen, aber im Rufe eines gründlichen Oekono- misten stehenden Pompeo Ner i , welcher später bei den Reformen Leopolds in Toscana und Maria Theresias in der Lombardie so wicbtige Dienste leistete. So erhielt Toscana von seinem Souverän während dessen Besucbes vorzügliche Ein- richtungen. Äuö eigenem Antriebe erließ er wohldurchdachte Bestimmungen, um die Tuchindustrie iiii-t6 «le!.^ i.-u^, wieder- zubeleben. Ein anderes wohlthatiges Edict bewilligte durch zwölf Jahre die freie Ausfuhr von zwei Dritteln der in der Maremma erzielten Getreideerutö und führte damit den ersten Scblag gegen veraltete Vorurtheile, welche jenes Land an dem Getreidehandel mit dem Aus- lande verhinderten, obwohl das Iahres- erzeugniß den eigenen Bedarf stets über« stieg. Und dies war der erste Schritt in der dann von seinem Nacdfolger Groß» herzog Leopold vollendeten volkswirth- schaftlichen Reform. Noch dacbte Franz durch ein neues Gesetz die Truppen einer guten Disciplin zu unterwerfen, allein die zu tief eingerifsene Demoralisation der» selben vereitelte diesen Versucb. Bevor er Toscana verließ, setzte er eine Regent« schaft ein, welcbe aus einem Oberregie- rungsrath und zwei Subalternräthen be- stand. An die Spitze des ersteren stellte er den Fürsten ssraon; zum Leiter des Finanzrathes erhob er den Grafen von Riche-Court, zu jenem des Kriegs- rathes den Marquis Rinuccini. Er selbst behielt sich die Leitung der aus- wärtigen Beziehungen vor. Um die Steuerträger vor den Mißbräuchen der Staaispächter zu schützen, errichtete er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Toffoli-Traubenburg
Volume
46
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1882
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
330
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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