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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46
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Toscano 220 Toscano liebgewann. I n die Zwischenzeit fallen Ferienbesucke in Litzenthal (1833), Maria Zell (1836) und Pesth >1837). Im Oc- tober letztgenannten Jahres wurde er zur Erlernung der ungarischen Sprache nach Waitzen geschickt, wo er die letzte Grammaticalclafse besuchte. Damals schon fühlte er sich zur deutschen Literatur hin» gezogen und machte nach dieser Richtung Collectaneen. Im Jahre 1838 bezog er, um Philosophie zu hören, die Wiener Hochschule, wo er neben den vorgeschrie- benen Lehrgegenständen sich auch mit großem Eifer auf Mineralogie, Chemie und Metallurgie warf und mit den Hauptwerken in dieser Richtung sich ver- traut machte. 1840, acktzehn Jahre alt, nahm er fast ausschließlich ästhetische und literarhistorische Studien vor und vei> wendete sein ganzes nicht gering bemes- senes Ginkommen zur Anschaffung von Bückern, daneben übte er sich auch il834—1841) im Versemachen, ja er verstieg sich sogar bis zur Ausarbeitung eines Nitterscbauspiels, welches, eine un> garische Lage behandelnd, unter dem Titel „Vir Aiinbrchühle" auf einem Privat- theater Wiens aufgeführt wurde und — gefiel. In dieser Weise lag er 1838—l848 unablässig den Studien ob und lebte still im Kreise seiner Familie, im Winter in Wien, im Sommer auf der Villa seines Vaters in Simmering. Während der Winter 1841 — j848 war er einer der e.-frigsten Besucher der Hofbibliothek', wahrend der Sommerszeit durchforschte er Vie Bibliotheken und Archive der Klöster, Stifte, Schlösser in Nieoerösterreich' ohne Gelehrte, Dichter und Schriftsteller eigens aufzusuchen, lernte er doch deren viele zufällig kennen und trat mit ihnen in Korrespondenz, wie mit ^adislaus Pyrker, der einer der Ersten sich für den strebsamen Jüngling interessirte, mit i Bergmann, Chmel, Bayer (Ru- pertus), Lenau , Dankovszky , Feuchtersleben, Diemer, Feil, Karajan, Schröer, 3. A. Frankl u. A. Eine 1842 mit seinem Onkel unter- nommene Reise über Gratz in die Schweiz, um die Heimat seines Vaters zu be- suchen, benutzte er dazu, in Misocco und St. Bernhardin Materialien zu einer Geschichte Rhätiens, insbesondere aber der Familie Toscano zu sammeln. Dann kehrte er über Bayern, Schwaben, Württemberg, die sächsischen Herzog- thümer, Preußen, Schweden, Dänemark, Böhmen und Mähren nach Wien zurück. Auf dieser Reise ermunterten ihn Graff und ein Kreis von Berliner Gelehrten, eine Literaturgeschichte der österreichischen Monarchie zu bearbeiten, da ein der- artiges Werk nock abgängig sei. So arbeitete er sechs Jahre daran und brachte es Anfangs Jänner 1848 bis zum Jahre 1300, bekam noch in diesem Monate das Manuscript von der Censur — Diemer hatte es censurirt — zurück, und nun ver- öffentlichte er Auszüge davon in L. A. Frankl's „Sonntagsblättern" und in I)i-. Adolph Schmidl's „Oesterreichischen Blättern für Literatur und Kunst". Die Gerold'sche Buchhandlung, welcher er zuerst sein Werk antrug, fand es nöthig, bei einem auswärtigen Gelehrten anzu- fragen, und erhielt von demselben den ebenso hochmüihigen als läppischen Be- scheid : „Da Gervinus schon eine Literaturgeschichte der Deutschen geschrie- ben habe, so brauche Oesterreich keine solche speciell für sich!" Da überdies die Gerold'sche Buchhandlung 1830 das Werk Sartori 's: „Historisch-ethnogra- phische Uebersicht der wiffenschaftlichen Cultur, Geistesthätigkeit und Literatur des österreichischen Kaiserthums nach seinen mannigfaltigenSprachen und deren
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Toffoli-Traubenburg
Volume
46
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1882
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
330
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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