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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46
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Page - 230 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46

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Töth, Coloman 230 Coloman Töth, BartholomĂ€us, siehe: Toth, Wolfgang j^S. 246, in den Quellen, Nr. 3^>. Toth, Caspar, siehe: Töth, Wolf. gang IM. 247, in den Quellen, Nr. 4^. Töth, Coloman (ungarischer Poet, geb. zu Baja im Banal am 30. MĂ€rz 1831, gest. in Pefth am 3. Februar 1881). Von seinem Vater, einem land» wirthschaftlichen Beamten in Baja, fĂŒr den geistlichen Stand bestimmt, trat er im Alter von 14 Jahren auf dem Mar» tinsberge bei den Benedictinern als No» vize ein. Aber bald mußte er KrĂ€nklichkeit halber das Ordensstift verlassen und ging zunĂ€chst nach tzĂŒnfkirchen, wo er Philo- sophie hörte. Hierauf begab er sich nach Pefth, um an der UniversitĂ€t daselbst militĂ€rische Disciplinen zu studiren. Es war dies im ereignisreichen Jahre 1848. Die Revolution brach aus, und sofort ließ er sich in die B.'^skaer Division einreihen, in welcber der unterricktete und gut ver« wendbare Freiwillige bald zum Brigade- Adjutanten ernannt wurde. Spater kam er zum Perczel'scken Corps als Lieute- nant und blieb in dieser Stellung bis zur Katastrophe. Nun war bald sein Ent- schluß gefaßt, mb ganz der Literatur zu widmen. So finden wir ihn denn 1831 als Mitarbeiter in dem damals sehr be- liebten Damenjournal ^Hölxvt'utĂ€r", an welchem er mehrere Jahre scbrieb, wĂ€h- rend Ignaz Nag y die Redaction fĂŒhrte. Bald nacb des Letzteren Tode (1834) ĂŒber- nahm er selbst die Leitung des Blattes. In Folge seiner in demselben erschienenen und mehrerer selbstĂ€ndig herausgegebenen Arbeiten wuchs sichtlich seine VolksthĂŒm» lichkeit. Schon im Jahre 1860, nachdem einem von ihm verfaßten Drama die Kis- 'faludy-Gesellschaft den Preis zuerkannt hatte, wurde er von dieser zum ordent- lichen und von der ungarischen Akademie der Wissenschaften zum correspondirenden Mitgliede ernannt. Letztere Wahl aber wollte der Statthalter Moriz Graf PĂ€lf fy M . XXI, S. 222^> nicht be- stĂ€tigen, da Toth wegen eines Preßver- gehens sich in Haft befand, und so ge- langte derselbe in der That erst 1863 in. die Akademie. Indessen stieg die Volks- thĂŒmlichkeit unseres Dichters immer mehr und mehr, und es hatte genĂŒgt, daß er sich an die Spitze des Witzblattes „Vo- 1c>nĂ€ Mska" stellte, um die Zahl der Pranumeranten auf die achtunggebietende Höhe von 7000 zu steigern. Um daö Jahr 1864 grĂŒndete er dann das belle- tristische Tageblatt ^^ĂŒvĂ€rosi lapol^, d. i. Hauptstadtische BlĂ€tter, welches» bald einen großen Leserkreis gewann und nock zur Stunde sich eines solchen erfreut. Im Jahre 1863 betrat er die politische Laufbahn, indem er von seiner Vaterstadt ins Parlament gewĂ€hlt wurde. Anfangs- gehörte er der DeĂ€kpartei, dann dem linken Centrum an, dem er in die durch die Fusion entstandene liberale Partei folgte. Als Abgeordneter stellte er deir Antrag auf Abschaffung des Zeitungs< stempels, was ihm begreiflicher Weise die Sympathien der Presse und des großen lesenden Publicums gewann. Indessen blieb er immer schriftstellerisch, und zwar theils auf lyrischem, theils auf dem dra- matischen Gebiete, aber in den spĂ€teren Jahren mit sichtlichem Verfall seines- schaffenden Genius thĂ€tig. Noch fiel ein hellstrahlender Lichtblick in die ZurĂŒck- gezogenheit des sinkenden Poeten, als> ihm die ungarischen Frauen zur Feier seines fĂŒnfundzwanzigjĂ€hrigen Schrift- steller«Iubilaums einen goldenen Kranz ĂŒberreichten. Aber in den letzten Ă€ndert- halb Jahren gehörte er schon fast nicht
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Toffoli-Traubenburg
Volume
46
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1882
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
330
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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