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Töth, Joseph 236 Tüth, Joseph
von ihrem Geliebten zum Altar geführt.
Dieser auf der Bühne noch nicht behan-
delte, aber dem täglichen Leben entnom»
mene Stoff läßt einen tiefen Blick thun
in die Abgründe des Volkslebens und ist
von T<»th mit voller Wirksamkeit be-
arbeitet und durchgeführt. Treffend be>
merkt ein Kritiker: „Die Gestalten und
Charaktere in Toth's Stücken erinnern
an jene in den Gemälden Munk ^ cs y's".
Die Betheiligung des Publicums an
T«'»th's Beerdigung war eine große. Im
Trauerhause sprach im Namen des Künst-
ler» und Schriftstellervereins Hatala
tiefgefühlte Worte. Zündend aber war
die Rede, welche Ed. Szigl iget i , als
der Sarg vor dem Nationaltheater Halt
machte, an die Umgebung richtete. Dann
wurden die sterblichen Reste des zweimal
preisgekrönten Poeten der Erde des Kere-
peser Friedhofes übergeben.
Fremden-Blatt. Von Oust. Heine (Wien.
4",) l. Mär; ik'U, Hr. <>«». in der Rubrik:
„Theater. >lum'i u. s. w.".
Toth, Fabian, siehe: löth, Wolf-
gang j^S. 247, in den Quellen, Nr. 3^.
löth, 6ran;, siehe: Toth, Wolfgang
^S. 248, in den Quellen, Nr. 6 und 7^
und siehe: Tott, Franz Freih. sS. 230^.
Töth, Johann, siehe: Töth, Wolf-
gang ^S. 248, in den Quellen, Nr. 8
und 9^.
Töth, Joseph (ungarischer Schau-
spieler, geb. zu Szentes in Ungarn
am 3. Juli 1823, gest. zu Pesth am
1. Mär; 1870). Seine Studien machte
er zum größeren Theile in Pesth, und zwar
in vorzüglicher Weise. Nach einer mit
Auszeichnung bestandenen Prüfung aus
der Prosodie erhielt er zum Preise Vol-
taire's „Tancred". Und damit war seine Lebenslaufbahn entschieden. Denn diese
dramatische Dichtung entflammte in ihm
das heilige Feuer der Muse, sein einziger
Wunsch war und blieb seitdem das Thea-
ter. Als er Medicin ftudiren sollte, ver-
jagte Tancred den Aesculap, und der sieb-
zehnjährige T6th wurde Schauspieler.
Mit einer Monatsgage von 13 fi. ließ er
sich in Miskolcz bei der Truppe, welche
die Schauspieler Telepi, Ba l la , Uj-
falusi und Stephan T6th dirigirten,
aufnehmen. Letztgenannter ward ihm
nicht nur ein treuer Lehrer, sondern auch
ein zweiter Vater. 1844 trat Joseph
T6th in Franz Koml6ssr/s Gesell-
schaft ein. Nach mehreren Jahren ernsten
Strebens und angestrengten Fleißes
brachte er es dahin, daß er 1843, also in
einem Alter von 22 Jahren, im Pesther
Nationaltheater auftreten konnte, und
zwar in der Rolle des Wurm in Schil-
ler's „Cabale und Liebe". Im folgen-
den Jahre spielte er den Shylok in
Shakespeare's „Kaufmann von Ve-
nedig" und 1847 den Franz Moor in
den „Räubern", mit so entschiedenem
Beifalle, daß er 1830 als ständiges Mit-
glied an der ersten Bühne des Landes
engagirt wurde. I n den Fünfziger'
Jahren unternahm er zur Ausbildung in
seiner Kunst eine längere Reise, auf
welcher er die größeren Bühnen Deutsch-
lands und Frankreichs besuchte und sich
längere Zeit auch in London aufhielt, um
daselbst an der Wiege des großen Tra-
göden jene dramatischen Studien zu
machen, die er auf der Bühne seiner
Heimat verwerthen wollte. Nach dem
Tode Gab. Vgressy's Md. IV, S. 4^
zum Professor an der Pesther Theater-
schule ernannt, verwendete er seine ganze
Kraft darauf, dieses Institut zur Blüte
zu bringen, welche Bemühungen ihm von
seinen Zöglingen beiderlei Geschlechts oft
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Volume 46
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Toffoli-Traubenburg
- Volume
- 46
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 330
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon