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Mfeld, Corfiz Anton 291 ^ Corfiz Anton
türkischen Großbotschafter ausgewechselt.
Am 13. Juli hielt er zu Preßburg seinen
feierlichen Einzug, und am 18. traf er in
Wien ein. Im August von Mar ia
Theresia, damals Königin von Un-
gärn, zum wirklichen Conferenzminister
ernannt, wurde er im Februar 1742 an
Stelle des Grafen Phil. Ludwig Wenzel
von S i n z e n d o r f j^Band XXXII ,
Seite 20, Nr. 20^ zum dirigirenden Mi-
nister der auswärtigen Angelegenheiten
berufen, als welcher er am 13. Februar
den Eid ablegte. Es war eben zur Zeit,
als die in Folge des österreichischen Erb-
folgekrieges in Böhmen eingebrochenen gendermaßen gelautet habe: „Wenn es
auf die Cron Frankreich angekommen,
wurde das Haus Oesterreich schon gäntz-
lich vernichtet worden sein und nicht mehr
bestehen, ohne daß man auf die feyer»
lichsten Garantien und Tractaten Acht
gehabt hätte. Man habe sich sogar ge-
rühmet, der Königin auf den Basteien von
Wien Gesetze zu geben, und man sey
darauf umgegangen, Deutschland und
gantz Europa das Joch aufzulegen.
Allein die Sache der Königin sey mit der
von den Fürsten des Reiches und aller,
Puifsancen, denen die Ruhe und Freiheit
zu Herzen gehen, so'genau verbunden,
französischen Truppen Prag und auch ! daß
sie
sich
jetzo gemeinschaftlich bemühen
sonst noch viele Punkte dieses Landes
besetzt hielten. Nun aber verwandelte der
Breslauer Friede (16. Juni 1742), mit
welchem der erste schlesische Krieg seinen
Abschluß fand, mit einem Male die poli»
tische Lage. Die Franzosen sahen sich
mitten im Kriege, w welchem sie bisher
an Preußen einen mächtigen Bundes»
genoffen hatten, plötzlich auf sich selbst
angewiesen. Durch die österreichischen
Truppen, welche überall in Böhmen sieg/
reich vordrangen, aus ihren Stellungen
vertrieben, zogen sie sich endlich nach
Prag zurück und verschanzten sich auf der
Halbinsel von Lieben. Ihre Lage wurde
immer bedenklicher, und der allerchrist-
lichste König von Frankreich sah sich
genöthigt, bei der Königin von Ungarn
einen Waffenstillstand anzusuchen, um
wegen der vorgeschlagenen Vergleichs»
punkte gütliche Unterhandlungen pflegen
zu können. Naiv genug berichtet nun
eine zeitgenössische Quelle, wie der Graf
von Nl feld im Namen der Königin auf
diese Vorschläge eine schriftliche Antwort
ertheilte, welche mit dem bekannten
Verse: ^^istula äulos oÄnit) voworoin
äum äooipit 5UL6P5" begonnen und fol- müssen, beydes zu erhalten, wenn man
anders an einem stand- und dauerhaften
Frieden arbeiten wolte. Und obgleich die
Königin bey ihrer Mäßigung friedfertigen
Gesinnung beharre, so sey es doch bey
dem allen billig und unumgänglich
nöthig, nicht nur das ihr zugefügte Un-
recht zu vergüten, sondern sich auch
wider dergleichen Unternehmungen aufs
künfftige in Sicherheit zu setzen u. s. w.".
Noch im gedachten Jahre 1742 wurde
Graf Ul fe ld zum königlich ungarischen
Ober« Hof- und Staatskanzler, im Mai
1743 zum Oberst-Erbland- und Silber-
Kämmerer in Böhmen und zum General«
Poftdirector in den Erblanden ernannt
und am 31. März d. I . in die steirische
Landmannschaft aufgenommen. Am
6. Jänner 1744, an welchem Tage Feld»
marschall Traun den Orden des gol>
denen Vließes erhielt, verlieh die Kaiserin
auch dem Grafen dieses Ehrenzeichen, und
im Juli 1743 erhob sie ihn zum Präsi-
denten der Konferenzen. Er blieb es bis
zum Jahre 1733, in welchem er- dem
Grafen Kaunitz seinen Platz einräumen
mußte und nun zum Obersthofmeister er-
nannt-, auf Staatsgeschäfte keinen Gin-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Volume 48
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Trzetrzewinsky-Ullepitsch
- Volume
- 48
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon