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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Volume 48
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Page - 294 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Volume 48

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Mfeld, Corfiz 294 ) Corsiz angehön'gen erweisen kann, das goldene Vließ rrbielt. Besonders hervorragend sind im Ge< schlecht der Ulfe ld die Frauen, die im Gebiete der Literatur und Kunst selbstthätig auftreten und nicht Gewöhnliches leisten. So war eine Elisabeth Ul fe ld. im siebzehnten Jahr, hundert lebend, eine gelehrte Dame. die mit eigener Hand „Oarmina st Lententiae w vari» Nmdlsinkt^ geschrieben; eine Helle (Helene) Ulfeld verfaßte in dänischer Sprache ein Gebetbuch, beide Werke kamen als Manuscripte nachmals in die berühmte Bibliothek der Blähe. Ueber des unglücklichen <5orfiz Gattin Eleonore Christine und ihre Heiden Töchter Anna Katharina und Helene Christine wird Näheres in der Skizze über Corf iz Ulfeld ^ berichtet. I I . Einige besonders dtnkwürdigt Sprossen der Grafen M M . l. Eorfiz (geb. lO. Juni l<!<t6. gest. bei Neuendurg im Breisgau am - 20. Februar 4664). ein Sohn Jacob Ul ' feld'b aub dessen Ehe mit Br ig i t te Brog« . genhuss und Vater des österreichischen Feld» marschalls Leo Grafen Ulfeld ft^l- Wir sind nicht im Stande, die einzelnen Momente des bewegten LebenS deS in Rede Stehenden in eine kurze Skizze z u sa in lnenzu fassen. Wenn dasselbe auch zahlreiche Bearbeiter gefunden, eine vorurteilslose Darstellung, auf auihen« tischen Urkunden beruhend, steht noch aus. Nach verschiedenen Reisen ins Ausland und nachdem er einige Jahre unter fremdem Namen am Hofe Anton Günthers Grafen von Oldenburg verweilt hatte, kehrte er nach Tänemark zurück und nahm Dienste unter König Christian IV., der ihm bald sehr gewogen ward und die höchsten Ehren verlieh, indem er ihn als Gesandten an den kaiser« lichen Hof schickte. i637 zum Reichshofmeister und obersten Senator der Krone Dänemark ernannte und ihm auch seine natürliche mit Christine Munck erzeugte Tochter Eleonore Christine zur Gattin gab. In der Zeit von tü4l—4648 mit vielen diplomatischen Mis. sionen betraut, soll er nach König Chri- stians IV. Tode nach der Krone Däne. marks gestrebt haben. So hieh es. daß er mit Hilfe seiner ehrgeizigen Gemalin. die sich üls natürliche Tochter eines Königs einer Königin gleichhielt. Alles angewandt habe. den königlichen Prinzen Friedrich I I I . , da< maligm Erzbischof von Bremen, vom Throne zu verdrängen, um die Krone dem leiblichen Bruder seiner Gemalin. Grafen Woldemar Christian von Schleswig, oder. wie Einige wollen, sich selbst und seiner Gemalin zu verschaffen. Jedoch fand am 23. November j648 die Wahl Friedrichs I I I . statt. Der neue König behielt Ulfeld in!seinen Diensten. Allmälig aber gerieth derselbe bei /einem Ge» bieter in Verdacht und am meisten dann, alö eine leichtfertige Person, D ina von Ham, bürg genannt, ihn anklagte, daß er den König mit Gift habe vergeben wollen. Sie be- hauptete, bei Ulfeld anläßlich heimlichen Liebesgenusses sich befunden zu haben. Da hätten sich Tritte dem Gemache genähert und der Graf nur noch so viel Zeit gewonnen, die Dirne zu verbergen, als des Grafen Gemalin Eleonore Christine eingetreten sei. Aus dem nun zwischen beiden Gatten stattgefundenen Gespräche, welches die Dirne vcn ihrem Verstecke aus erhorcht, habe diese entnommen, daß es sich um einen Plan, den König aus dem Wege.zu schassen, handelte. Diesen Plan verrieth sie einem Obersten Georg Walter , durch den die Geschichte dem König zu Ohrm kam. Da nahm die Angelegenheit eine eigenthümliche Wendung, indem Graf Ul f r ld dem Könige Anzeige machte, daß man ibm (dem Grafen) und seiner Gemalin nach dem Leben trachte, und daß Oberst Walter von diesem Plane Wissenschaft habe. Die Sache wurde dadurch sehr verwickelt, und als die Angaben der verhafteten Dina von Hamburg sehr wech» selten und sich widersprachen, so wurde der Graf von aller Schuld freigesprochen, der Dirne aber am i i . Juli l65l das Haupt abgeschlagen. Indessen fühlte sich Ul feld in Dänemark doch nicht mehr ganz sicher und begab sich zunächst nach Schweden, wo cr alle Mittel versuchte, die Königin Christine zu einem Kriege gegen Dänemark zu über» reden. In Schweden blieb Ulfeld mehrere Jahre, auch dann noch, als Christine i634 die Krone niederlegte und Kar ! Gustao l657 den schwedischen Thron bestieg. Der neue König begann auch wirklich den Krieg gegen Dänemark, ^und Ulfeld leistete ihm durch seine Anwesenheit bei der Armee nicht unwesentliche Dienste. Indessen hatte dieser in Dänemark alle seine Aemter verloren, und seine sämmtlichen Güter daselbst waren ein. gezogen worden. Aber auch in Schweden, da cr Manches, was cr anstrebte, so die alleinige Leitung des Gouvernements Schonen, nicht erreichen konnte, spann eu Intriguen, die ihn in den Kerker > brachten. Er befreite sich aus
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Volume 48
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Trzetrzewinsky-Ullepitsch
Volume
48
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1883
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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