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Mfel>, Corsiz 298
dcmsclbcn durch die Flucht, und nun gelang
es ihm durch Vermittlung dcS Grafen Chri-
stian Nantzau. der bei dem Könige Fried»
rich I I I . fĂĽr ihn FĂĽrbitte einlegte. 1661 die
Erlaubniß zur Rückkehr nach Dänemark zu
erhalten. Auch wurde ihm ein Theil seiner
Besitzungen zurĂĽckgegeben, und er lebte nun
einige Zeit in völliger Ruhe auf seinen Gütern
in Fünm, welche er vorläufig nicht verlassen
durfte. Später begab er sich mit königlicher
Erlaubniß in die Bäder von Spaa. von dort
nach Amsterdam, dann incognito nach Paris
und zuletzt nach BrĂĽgge in Flandern, wo er
neuerdings Pläne geschmiedet haben soll. den
König von Dänemark um Krone und Neich
zu bringen. Diesmal fiel aber seine Sache
schlimm aus. Sie kam vor die öffentliche
Reichsversammlung, und in derselben wurde
er durch einhelligen BeschluĂź als Beleidiger
der Majestät und Verräther drs Vaterlandes
erklärt und verurtheili. daß ihm der Kopf
sammt der rechim Hand abgehauen, der Leib
geviertheilt, und seine Gattin nebst ihren
Nachkommen fĂĽr unehrlich gehalten und auf
ewig aus den dänischen Landen verwiesen,
ĂĽberdies sein Wohnhaus geschleift und Alles,
was er an GĂĽtern besaĂź, eingezogen werde.
Sein Todesurcheil wurde auch 1663 zu
Kopenhagen an einem ihm ähnlichen Wachs'
bilde vollstreckt, sein Wappen durch den Scharf«
richter zerbrochen und an Stelle seines nieder«
gerissenen Hauses eine Schandsäulc errichtet,
welche noch heute an derselben Stelle sieben
soll. Zu gleicher Zeit ward auf seinen Kopf
für Jeden, welcher den Verräther lebend oder
todt einbringe, ein groĂźer Preis gesetzt und
dies an alle Potentaten Europas bekannt
gegeben. Nun begannen U lfeld's Irrfahrten,
da er sich nirgends fĂĽr sicher hielt. Seine
Gemalin wurde mittlerweile, als sie eben zu
Dover sich einschiffen wollte, indem der König
von England sich nicht schämte, das Gastrecht
gegen die hilflose Dame zu verletzen, verhaftet
und an Dänemark ausgeliefert, wo man sie
zu ewiger Haft in Kopenhagen verurthcilte.
Nlfeld aber floh mit seinen Söhnen und einer
Tochter in die Schwriz. wo er uiner dem nn<
genommenen Namen Johann Anglois in
der Nähe von Basel lebte. Da er viele
Juwelen mit sich fĂĽhrte, wurde er fĂĽr einen
Juwelier gehalten. Doch durch einen Zufall
erkannt und in Furcht, ausgeliefert zu werden,
wollte er nach Lausanne fliehen. Er miethete
zu Basel ein Schiff und fuhr ab. Während
der Fahrt wurde der leidende Zustand, in Meld, Corftz
welchem er dasselbe bestieg, nur schlimmer,
und als es sich Neuenburg, einem Städtchen
im Breisgau. näherte, gab er sich einem ange«
sehenen BĂĽrger von Basel, der mit ihm zu-
gleich die Fahrt unternommen hatte, als den
dänischen Reichskanzler Ulfeld zu erkennen
und hauchte kurz darauf seine ruhelose Seele
aus. —Ulfeld'sGatnn IeonoreChristine
(geb. s. Juli 162t, gest. zu Mariadoe auf
der Insel Laland 16. März 1698) ist eine
ebenso durch ihre geistigen Gaben und Talente
wie durch ihre Schicksale äußerst merkwürdige
Frau, die erst vor Kurzem in Johannes
Ziegler — siehe S. 296 die Quellen — ioren
Biographen gefunden hat. Sie stand ihrem
Gattm auf seiner wechseloollen Lebensbahn
treu zur Seite, und Holberg sagt von ihr:
„Wenn sie wie eine Sünderin in den Kerker
ging, so verlieĂź sie ihn wie eine Heilige".
Sie genoĂź eine vortreffliche Erziehung und
zählt zu dcn gelehrten Frauen ihrer Zeit. Ein
Werk, welches sie ĂĽber tapfere und geistig
hervorragende Frauen geschrieben, ist unge-
druckt geblieben. Aber sie war nicht blos eine
gelehrte Dame, sondern auch KĂĽnstlerin von
nicht untergeordneter Bedeutung. Am Hofe
ihres Vaters. König Christians IV., wurde
sie von C. van Man der dem JĂĽngeren in
der Malerei unterrichtet. Es finden sich schöne
Miniaturbildnisse von ihrer Hand. Auch stickte
sie mit groĂźer Kunstfertigkeit. Auf dem
Schlosse Nosenberg war von ihr — und ist
vielleicht noch — ein großes gesticktes Bildniß
des Königs Christian zu sehen. Dann
bossirte sie auch Bilder in feiner Erde. Und
alle diese Arbeiten wurden von Kennern be.
wundert. Gräfin Eleonore Christine
galt fü>.- eine ebenso schöne als geistvolle Frau
ihrer Zeit. Ihr Porträt, von I . Folkema
gestochen — sie ist auf dem Schoose ihres
Gatten sitzend und ihn umarmend dargestellt
— besindtt sich in C. Hofm ann's „I>ortrkit5
kiLwrihues äes kommes illustre äe vany-
mark" (174i>). Eleonore Christine gebar
ihrem Manne fünf Kinder: Anna Katha»
rina. Helene Christine. Christian.
Leo und einen dritten Sohn, dessen Name und
Schicksale unbekannt
sind. — Die Tochter Anna
Katharina vermalte sich mit V ig i l de
Cussette in Flandern. Nachdem sie ihren
Gatten und sämmtliche Kinder durch den
Tod verloren batte. folgte sie dem Rufe ihrer
Mutier nach Dänemark und theilte mit der»
selben freiwillig die Haft in dem Kloster auf
Laland. — Die zweite Tochter Helene i
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Volume 48
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Trzetrzewinsky-Ullepitsch
- Volume
- 48
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon