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erhielt 1682 unter General Montccuccul i
eine Compagnie. Sein tapferes Verhalten in
den damaligen so häusigen Kriegen brachten
ihn rasch vorwärts. Schon l?00 wurde er
zum Inhaber des 4. KĂĽrassier-Regiments,
vordem Graf Herberstein, dann zum Kammer»
Herrn und Generalmajor ernannt. t702 wohnte
er der Schlacht bei Luzzara bei, schlug i?l)3
vereint mit Guido Grafen Starhemberg
den Feind in entscheidender Weise bei Bormio,
ging noch im nämlichen Jahre mit Kaiser
Kar l V I . als damals erklärtem Könige nach
Spanien, stieg 1704 zum Feldmarschall-Lieu»
tenant und 1706 zum General-Feldmarschall
auf. Im letztgenannten Jahre vertheidigte er
in Gegenwart seines Königs Barcellona mit
ungemeiner Tapferkeit und wurde in Aner-
kennung seiner Waffenthat zum General»
Capitän von Barcellona und zum Vicekönig
von Catalonien erhoben. Nach Abtretung
Spaniens im Jahre t?14 kehrte er nach
Deutschland zurĂĽck und ward von Kaiser
Kar l zum Hauptmann der Hartschier-Leib-
garde und zum geheimen Nathe ernannt,
welche Stellen er bis zu seinem im Alter
uon 63 Jahren zu Wien erfolgten Tode be<
kleidete. Graf Leo vermälte sich 1697 mit
Anna Maria Gräfin 5inzendorf, die ihm drei
Kinder gebar: CorNz Anton, dennoch»
maligen Staatsminister. Karol ine Elisa»
beth und Franz Anton, welche Beide
unvermält in verhältnißmäßig jungen Jahren
starben.
Uliczny, Julius (Schriftsteller,
Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt).
Allem Anscheine nach aus Böhmen ge«
bürtig, Zeitgenoß. Als Erzherzog Ferdi«
nand Max die mexicanische Kaiserkrone
annahm und in Folge dessen in Oefter»
reich und Belgien ein mexicanisches Frei»
corps gebildet wurde, trat auch Uliczny
in ein solches und segelte mit demselben
1864 nach Mexico. Er bekleidete die
Stelle eines kaiserlich mexicanischen Lieu-
tenants. Nach der Katastrophe des
19. Juni 1867, in welcher der Kaiser
als Iuarez' Opfer fiel, kehrte auch.er
nach Oesterreich zurĂĽck und wurde daselbst
Telegraphist. Die MuĂźe seines Berufes
benutzte er zur Abfassung einer Geschichte des Freicorps, in welchem er gedient
hatte. Sie erschien auch im Drucke unter
dem Titel: „Geschichte des österreichisch-bel-
gi5chm Fleicorps in M^ira" Mien 4868,
Dirnböck, gr. 8"., 218 S.). Ein Exem-
plar davon geruhte Seine Majestät ent-
gegenzunehmen und dem Autor dafĂĽr
das allerhöchste Wohlgefallen nebst Dank
bekannt zu geben. Auch weiter blieb
Uliczny als Schriftsteller, und zwar
auf dem Gebiete des Romans thätig,
denn es erschienen von ihm in der
„Familienbibliothek" mehrere Erzählun-
gen und Skizzen, als: „Blinder Alarm";
— „Das Gespenst"; — „Die Hexe von
Monterey"; — „Der Hofball"-. —
„Herzog von Lagosta"', — „ In Mexico
Erlebtes"; — „Drei Nächte aus dem
Leben eines Straßenräubers"; — „Er-
innerungen aus dem mexicanischen Feld-
zuge"; — „Aus den letzten Tagen des
Kaisers Max in Mexico" und „Der
Pfarrer von San Martin. Historische Er-
zählung aus dem Leben in Mexico",
welche von einem Unbekannten E. F. fĂĽr
die in Brunn verlegte, von Placidus
Mathon herausgegebene „Libliots^a
xadavna" ins öechische übersetzt wurde.
Uliczny hat sich aber auch als gewandter
Zeichner versucht, so z. B. brachte die
illustrirte Monatschrift „Alte und neue
! Welt" im Jahrgang 1871, S. 229 eine
! eigens fĂĽr dieselbe von Iul . Uliczny
! gezeichnete Scene, offenbar aus dem
! „mexicanischen Leben" mit der Unter-
i schrift: „Hinauf mit dem österreichischen
^ Hund", einen Act amerikanischer Lynch-
! justiz darstellend.
>
! Mke, Anna (Wiener Vo lks
! sang er in , geb. in Wien 1830, gest.
! ebenda am 28. Februar 1878). Mit
der Mannsfe ld, WeiĂź und der un-
glĂĽcklichen Horni scher bildet sie das
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Volume 48
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Trzetrzewinsky-Ullepitsch
- Volume
- 48
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon