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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Volume 49
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Page - 224 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Volume 49

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Valerio 224 Valerio Vlllerj, Theodor, siehe: Nallery, Theodor. ^ Valcrio, Theodor (Maler, geb. zu Herserange im Moseldepartement ^ Frankreichs im Jahre 1819, gest. zu ^ Vicl>n am 14. September 1879,. Weder i in Oesterreich geboren, noch daselbst ge» storben, steht er doch nicht minder durch ^ seine Geschicke, die ihn zum Theile in! unserem Vaterlande ereilten, als durch! seine Arbeiten, welche uns die ersten authentischen Nachrichten in Wort und, Bild über die merkwürdigsten und wenigst ^ gekannten Völkerschaften des Kaisersiaates ! bringen, in so naher Beziehung zu dem- ! selben, daß es völlig gerechtfertigt er« ' scheint, wenn unser Lexikon dieses Kunst- ' lers gedenkt. I n der folgenden kurzen ^ Skizze heben wir aus seinem Leben und Wirken auch das auf Oesterreich Bezug', liche ganz besonders hervor. Er war ein ^ Schüler und später auch Freund des! berühmten Eharlet und bereiste, ein ^ kaum siebzehnjähriger Jüngling, 1836 ! Deutschland, die Schweiz und Italien. ! Als in der Folge der orientalische' Krieg > ausbrach, besuchte er in seiner Eigenschaft ! als Maler den Kriegsschauplatz. Durch seine Aquarelle und Federzeichnungen, die er von demselben heimbrachte, erregte cc die Aufmerksamkeit des großen Publi- cums, und der Name des Künstlers kam in Aller Mund. Nun waren zu jener Zeit gewisse Gegenden Oesterreichs, na- mentlich in Ungarn und in den von den Südslaven bewohnten Gebieten, noch wenig oder gar nicht gekannt und bargen namentlich für Künstler noch ungehobene Schätze. So bereiste denn Valerio 1831 und 1832 diese Länder, mußte aber bei dem Mangel an Eisenbahnen und sonstigen guten Communicationen daselbst allerlei Abenteuer bestehen, ja, er sah sich mitunter wirklichen Gefahren ausgesetzt. Wohl hatte er vor Auäfnhnmg seines Vorhabens es sich angelegen sein lassen, die Unterstützung von hoher Seite für dasselbe zu erlangen', er war eigens nach Wien gekommen, um die ungarischen Magnaten für seine Zwecke zu interes. siren, und wenngleich ihm dies Alles ge» lang und man ihm die besten Zusicherun- gen gab, die Verhältnisse lagen in der That doch ganz anders, als daß es mit den Versicherungen gethan gewesen wäre. Kurz, wenn wir dem Berichterstatter A. I . Du Pays in der franzöMen „ Illustration" glauben sollen, so wäre Valerio auf seinen Kreuz- und ^uer- fahrten durch die Steppen Ungarns nicht weniger denn fünfmal verhaftet und nach Wien gebracht worden, wo man dann unt.'r seinen Papieren nichts Anderes als seine Zeichnungen und Skizzen gefunden habe. Endlich, nach Ueberwindung alle» Hindernisse, ging er direct auf Erreichung seiner künstlerischen Zwecke los, und daS Ergebniß war ein so großartiges, daß man nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß mit den Zeichnungen und Aqua' rellen Valerio's die eigentliche Keunt» niß der politisch wichtigsten Theile des österreichischen Kaiserstaates beginnt, denn seine Mappen enthielten Aquarelle mit Darstellungen der Bewohner der unga» rischen Ebene, der Iazyger, Haidukm, Kumanier; der slavischen und magya. rischen Völkerschaften, welche die Kar. pathen bewohnen; der mannigfaltigen so originellen und geheimnißvollen Zigeu- nertypen, der walachischen Bevölkerung, sowie der slavischen Bewohner an der Militärgrenze Croatiens und Bosniens. Viele von diesen künstlerisch ausgeführten Aquarellen fanden ihren Platz im Louvre, andere find in den Besitz Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph und wieder
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Volume 49
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Ullik-Vassimon
Volume
49
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1883
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
348
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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