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Valouch 236 Valouch
kens aneinander gestellte silberne Wecken; 2:
in Blau ein goldener Adler mit zwei Köpfen,
ĂĽber welchen eine Krone schwebt; 3: in Blau
ein gekrönter goldener Greifenfuß.
Vlllouch, Franz lsechischer Schrift-
steller, geb. zu Leitomischl am
24. April 1816). Der Sohn eines Backers,
widmete er sich nach beendetem Gymna
sium dem theologischen Studium, welches
er zu Brunn beschloĂź. Wenzel Novak,
Caplan von Mladocow nächst Leitomischl,
war es, der zunächst den Jüngling zur
Pflege der heimischen Sprache und Lite-
ratur anleitete und in ihm den nationalen
Gedanken weckte. Später, als Student
der Theologie, fand Valouch in seinen
Seminarcollegen Franz K a m p e l i k
M . X, S. 424^ und Wenzel 8em-
bera die mächtigsten Förderer dieser
Idee. Nach Empfang der -Priesterweihen
im Jahre 1833 trat er in die Seelsorge
und fungirte bis 1836 als Caplan zu
Domamil, bis 1837 als solcher zu Hostim
nächst Mährisch'Budweis. Zwanzig Jahre
hatte er in letzterem Amte gewirkt, als er
die Localcaplanei Poulicka nächst Hostim
erhielt, welche er 1861 mit der Pfarre zu
Hostim vertauschte. Neben seinem Zeist-
lichen Berufe richtete er auf die Pflege
der öechischen Sprache und Literatur sein
Hauptaugenmerk. Immer kaufte er öechi«
sche BĂĽcher, um sie unter das Landvolk
und die Schuljugend zu vertheilen. Und
er hatte es in skiner Pfarre Hostim bald
auf den Punkt gebracht, daĂź dieselbe in
Hinsicht auf nationale Richtung nicht
blos für die nächste Umgebung, sondern
auch für alle Ortschaften in Mähren als
Muster dienen konnte. Ob dies auch in
religiöser und pädagogischer Hinsicht der
wĂĽnschenswerthe Fall war, hat unsere
unten benannte Quelle beizufügen ver«
geffen. Schon als Caplan war Valouch !
schriftstellerisch thätig, und seine Aufsatze - erschienen im ^öa
^V6n8t>vo", d. i. Zeitschrift fĂĽr die katho-
lische Geistlichkeit, im „?5i't6i mlää^s",
d. i. Jugendfreund, in der ^V6sI.K^, d. i.
Bienchen, und in der .^lornvZ^ >5c>-
viil)'", d. i. Mährische Zeitung, welche
damals Klä.cel Md. XI I , S. ^ redi-
girre. Kleine Gedichte veröffentlichte er
im „Xatoliol^ M^s") d. i. Die katho»
lische Stimme. Aber auch selbständig gab
er Mehreres heraus, so ^I)MttmoL.-tt?i5l/
F?-o m?tt<?62", d. i. DeclamationsstĂĽcke fĂĽr
die Jugend <Znaim 1831, Fournier, 8^.),
womit er einen wahren sprachlichen
Triumph feierte, indem er die von dem
Wohllaute ihrer heimischen Sprache be»
geisterte Gräsin Meravigl ia für das
oechisch'mährische Idiom zu gewinnen
verstand; — ^^sl>^?tt^sn!?^sH. F/oe?o
ö ?ias/ m/«tis2«", d. i. Quält nicht die
Thiere. Ein Wort an unsere Jugend
(Tabor 1836, Landfraß, N".)- —
^öo^ns öasmAA", d. i. Fromme Dich»
tungen (ebd. 1836, Landfraß, 12".)-, —
),2ivot0^1i> 2V. <l5nn. K.2^>iĂĽN'aii3,") d. i.
Leben des h. Johann Kapistran, welches
in dem von der Bruderschaft der Heiligen
Cyrill und Method herausgegebenen Sam-
melwerke: „Bibliothek der LebbNöbeschrei<
bungen der Heiligen" l'„VII>1iote!cI, i ^
votĂĽ Zva.t^oli") aufgenommen, im dritten
Jahrgange derselben 1838 erschien; —
und ^A^sc/ttsm?^ ?? F5H?a<ö6c/t") d. i.
Katechismus in Beispielen (Prag 1867).
AuĂźerdem ĂĽbersetzte er mehrere Andachts-
bücher, so: „Gott ist meine Freude, mein
GlĂĽck, mein Leben", von I a r i s ch
s„M!i n<^6 raäoLt"), „Manna, Gebet-
buch fĂĽr katholische Schulen des mann-
lichen Geschlechtes", von D e h a r b e
tilavi") und „Der neue Kreuzweg", von
Steck s„Aovä kri'öova asäta"). So ent-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Volume 49
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Ullik-Vassimon
- Volume
- 49
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 348
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon