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Valouch 236 VĂĽlsecchi
faltete V a l o u ck auf religiösem und
nationalem Gebiete eine rührige Thätig-
keii. — Des Vorigen Bruder Joseph
sgeb. 4. December 48l l) batte bereits
die ersten paar Classen des Untergymna»
si'.ltns zurĂĽckgelegt, als ihn der Tod seines
Vaters zwang, das Studium aufzugeben,
um der Mutter in der AusĂĽbung des
Väckergescbäftes hilfreiche Hand zu leisten.
Neunzehn Jahre alt, ging er auf Wander-
schaft und besuchte Prag, von wo er nacb
anderthalb fahren in seine Heimat zurĂĽcb
kehren muĂźte. Von da wanderte er dann
nach Brunn und verweilte daselbst secl>s
Jahre. Nun ging er wieder nach Leito-
miscbl zurĂĽck, wo er zuletzt die Stelle
eines Kanzlisten der Gemeinde bekleidete.
Früh schon liebte er öecdische Bücber und
las besonders Chroniken und Theater-
stĂĽcke. Ais er dann von Brunn nacb
Hause kam. begann er Gedickte zu
scbreiben, und ein solches, betitelt: ..
« 7-H-36", d. i. Vaterland und Rose, war
seine erste poetische Arbeit. Von nun an
scbrieb er ziemlich viel, ohne jedoch etwas
drucken zu lassen. 184? dichtete er ein
größeres Drama: ,.6>5s / t t^ / /^ d. i.
Die zwei Judith, welches im slavischen
SĂĽden zur Zeit der Kaiserin Maria
Theresia spielt. Aber das StĂĽck ging
verloren, oder er hat es selbst vernichtet.
Nun wählte er einen Stoff aus der
Patriarchenzeit zu dem nächsten Drama:
„.4/^ss a ^"a/äa^ns/", welches er dem
Schriftsteller und Redacteur Mikovec
>M. XVIII. S. 283^ schickte, der ficb
beifällig über dasselbe aussprach. Es
gelang ihm aucb, dieses StĂĽck am 27. No-
vember 1833 ,zur AuffĂĽhrung zu bringen,
und zwar mit simonowäkv ^Band
XXXIV, S. 30.^ als Nathanael und
mit Fräulein Kol^k ^Bd. XII, S. 306,
im Textes als Ajajka. Im folgenden
Iahie wurde es von der Zöllner'scl^en Gesellschaft unter Cajetan Ty l's sH
XI.VIII) S. 172 j^ Leitung in Leitomischl
aufgefĂĽhrt. Wald au bezeichnet es als
eine Arbeit, die unverkennbares Talent
bekundet, gute Charakterzeichnung und
einzelne hochpoctische Stellen enthalt,
aber doch in der Durchbildung unfertig,
im Ganzen unklar dasteht. GlĂĽcklicher ist
Valouch jedenfalls in seinen lyrischen
Gedichten, in welchen er, was Ideen-
gehalt und Anmuth betrifft, hinter keinem
der besseren öechischen Naturdicbter zurück-
bleibt. Ein drittes StĂĽck: ,._/>e// /e^c'
mtt//,'^", o. i. Finder einer Mutter, hat
er nicht vollendet. Ueberdies ist er auch
Verfasser der Flugschrift: ,.<^a, ««T-oF-
/^o6^, d. i. Der Werth der Nationalität,
welche 1860 in Leitomischl im Druck er-
schien. Naldau in der unten bezeich-
neten Quelle gibt ihm irrig den Tauf-
namen Franz. Franz heiĂźt I,osephs
Bruder, der Pfarrer von Hostim.
sations-Lcrikon. RedigiN von Dr. Franz
Ladiäl. R i rgc r und I . M a l v (Prag
t^>?2. I . 3. Kobor. Lrr.-«".> Vd. IX, S. 856.
d. i. (Geschichte der äechi)slal.'ischen 3-prache und
Literatur. Nmere Zeit (Wien t«6«, gr. 8".>
S. ^0l. — Wald au (Alfred). Böbmiscke
Nattndichter. Literarhistorische Studie (Prag
Vulsnssina, siehe: Thurn-Htalsassina
M . XI.V, S. 93—12.^.
Valsccchi, Lactanz Freiherr sPräsi»
dent des Civiljustiztribunals erster In-
stanz in Mailand, geb. daselbst 173!),
gest. am 9. December 1830). Nach Been-
digung der juridischen Studien zum Doc-
tor der Rechte promovirc, widmete er sich
1779 dem Lehrainte, indem er die Pro-
fessur des Civil- und Criminalrecbtes zu
Mantua antrat. 1786 kam er als Rath
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Volume 49
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Ullik-Vassimon
- Volume
- 49
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 348
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon