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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Volume 49
Page - 242 -
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Page - 242 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Volume 49

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Mmbery 242 Divisionsgenerals Husse in D a i m Pascha als Erzieher dessen Sohnes H a s j a n Be y gerufen wurde. Es ist dies jener Hussein Daim Pascha, der sich an der berühmten Kuleli-Ver- schwörung, bei welcher es sich um die Be- seitigung des Sultans Abdul Medj id sammt seinen Landesgroßen handelte, her- vorragend betheiligte. Bei dem General wurde nun Vämb^ry mit dem eigent- lichen Haupte dieser Verschwörung, mit Ahmed Essendi, dem Mollah aus Bagdad, bekannt. Die Kenntniß, welche er im Türkischen besaß, förderte sehr die Annäherung Beider, die um so intimer sich gestaltete, da es schien, als ob er zum Islam übertreten wolle. So geschah es, daß er den Mollah in dessen Zelle im Hofe der Moschee besuchen durfte. Bei Ahmed Effendi , einem gründlichen Kenner des Arabischen und Persischen, lernte er unge- mein viel, und dieser war es auch, dem er für seine Umwandlung zum Asiaten am meisten verdankte. Nachdem er sich — ohne jedoch denWerth der abendlandischen Bildung zu unterschätzen oder sich gar im Innern ganz vom Abendlande loszu« sagen — zum vollendeten Osmanli um- gestaltet hatte, trat er in türkische Dienste und später als Secretär in jene Fuad Paschas. Während seines sechsjährigen Aufenthaltes in Constantinopel eignete er sich die Kenntniß von nicht weniger als zwanzig orientalischen Sprachen und Dialekten an, veröffentlichte mehrere sprachwissenschaftliche Werke — nach deren Titel Verfasser dieses Lexikons ver» geblich suchte — und bearbeitete das türkisch.deutscheWörterbuch, welches 1838 herauskam. Die ungarische Akademie der Wissenschaften in Pesth, sowie einzelne Ungarn bestrebten sich schon M einer Reihe von Jahren, die Ursitze des ma« gyarischen Volkes und in weiterer Folge seine Sprachverwandtschaft mit anderen, sinnischer Idiome sich bedienenden Völ- kern zu erforschen, ohne zu einem Resul- täte gelangen zu können. Da erbot sich nun V2.mbäry im Jahre 1860, nach. dem ihn die ungarische Akademie zu ihrem Mitgliede ernannt hatte, zu jenem Zwecke eine Reise in das von Europäern fast noch nie betretene centrale Asien zu unternehmen. Die Akademie unterstützte ihn mit tausend Gulden. Er beschloß, die Reise als Derwisch verkleidet zu machen, in der richtigen Voraussetzung, daß er als Europäer seinen Plan kaum unbehelligt werde ausführen können; doch hatte diese Verkleidung anderseits wieder den Nach» theil, daß er sich auffälliger Untersuchun» gen, eingehender Erkundigungen ent» halten mußte und selbst Notizen aufzu« schreiben und aufzubewahren nur durch List ihm möglich wurde. Ueber seine Reise in Centralasien hat er in einem besonderen Werke Bericht erstattet, in der ersten Abtheilung die eigentliche Reisebeschrei» bung gegeben, in der zweiten ungleich wichtigeren aber reiche Notizen über Be» völkerung, Lebensweise, Regierungs- formen, Ackerbau, Handel, Industrie, Straßen u. s. w. Mittelasiens mitgetheilt. Von Constantinopel begab er sich zunächst nach Teheran, um von dort über Mesched und Herat in Mittelasien einzudringen, da aber durch den Krieg in Afghanistan zwischen DostMohammed K h an und Sultan Ach ine d Khan jede Communi» cation unterbrochen war, sah er sich ge» zwungen, vorläufig in Teheran zu bleiben. Hier nahm er bereits den Charakter eines mohamedanischen Derwisch an; indeß seine europäische Gesichtsbildung erweckte doch zuweilen Verdacht, gefährdete seine persönliche Sicherheit und bereitete ihm auch sonst noch schwer zu besiegende Schwierigkeiten. Des Wartens müde,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Volume 49
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Ullik-Vassimon
Volume
49
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1883
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
348
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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