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Vannetti, Clementino 236 Vannetti. Clementino
matik unter dem Titel: ^
seekä" (Prag i863, Tempsky, 2. Aufl.
l869, 8".) und für die von vi-. Grsgr
herausgegebene Bibliothek griechischer und
römischer Classiker iMbliotelca. Iv1il.58ilcüv
rsttk^eii «. iiin^vek) des Cajus Sal-
lustius Iugurthinischen Krieg: ^Knilia
o Villen ^uFurtiiin8k6" (Prag 1864),
von Plutarch's Lebensbeschreibungen
jene des Theseus und Romulus: ^
oliOV)' ^ivotopisv ^ie2
(ebd. i863) und jene des Lykurgus und
Numa: ^ivotopisvI^vkui-^H a. Xumv"
(ebd. ^l870); dann erschien von ihm:
„^lementllrgraililNlltik im lut
(Leipzig l873, 8".); —
Wörterbuch der wtriiiizchen Fpruchr" (ebd.
^874, gr. 8".). Auch begann Vaniöek
im Jahre 1839 die Herausgabe des
„Fchemllti5mn5 der Ü5ttrrlirhi5chen GymnaZirn
nnli Arlllschuleii" (Prag bei Tempsky) und
verfaßte zum XI. bis XXII . Bande der
von Adalbert Kühn herausgegebenen
„Zeitscbrift für vergleichende Sprach,
forschung im Gebiete des Deutschen,
Griechischen und Lateinischen" ein Ge-
sammtregister, welches 1874 in Berlin
bei Duncker erschien. Zur Zeit be»
kleidet er die Stelle eines Directors am
k. k. Obergymnasium zu Neuhaus in
Böhmen.
semö6?»a <.4/o<'s N '^i<?e/^. O5M? reäi 2. lire-
r^rury öeäko5ioveQ5^«. V^k uov^äi, d. i.
Geschichte der i-echoslavischen Sprache und
Literatur. Neuere Zeit (Wien 1868. gr. 8«.)
3, 002.
Vankll, Wenzel, siehe: Wlltlka, Wen-
zeslaus.
Vannetti, Clementino Mter von
(Schriftsteller, geb. zu Roveredo
in Südtirol am 14. November 1734,
gest. ebenda am 13. März 1793). Ein
Sohn des Roveredaner Provveditore Joseph Valer ian Vannet t i ssiehe
diesen S. 238^ aus dessen Ehe mit
Laura Bianca Saibante, erhielt
er eine sorgfältige Erziehung durch geist-
liche Hauslehrer, unter denen namentlich
Gotthard Festi, Mitbegründer der Ro-
veredaner gelehrten Gesellschaft äe^ii
^Fiati, nachhaltigen Einfluß auf ihn
übte. Mit eilf Jahren schrieb er fertig
lateinisch und las den Plautus und
Terent ius; vierzehn Jahre alt, schrieb
er einen Commentar zu Ersterem und
dichtete in dessen Style eine Komödie,
betitelt: ^^nm^aFa?'/«.", d. i. Die
Lampenträgerin. Nun kamen Cicero und
andere römische Classiker daran, deren
Reihe er mitHoraz beschloß, welcher sein
Lieblingsdichter blieb, und den er zum
Gegenstande seiner noch heute unver»
gessenen Studien machte. So hatte ihn
ausschließlich die alte classiscbe Literatur
in Anspruch genommen, und die Meister«
werke seiner italienischen Heimat waren
ihm fremd geblieben. Erst im Alter von
dreißig Jahren erkannte er, daß er über
dem Latein seine Muttersprache, das
italienische Idiom, vergessen hatte, und
da war es ein Freund, der Abate Pe<
derzani, der ihm den Vlütengarten
der heimischen Literatur erschloß und
ihn, wie Vannett i selbst an einer
Stelle schreibt, kdiorktriiäo a.vQvo. in
Dante diUtoxxiito. Nun vertiefte er sich
in das Studium der älteren italienischen
Classiker und modelte nach ihnen seinen
eigenen italienischen Styl. So wurde er
zu einem Kenner der römischen und ita»
lienischen Literatur, und zwar in einer
Gründlichkeit, daß ihm als solcher wohl
nur wenige seiner Zeitgenossen gleich«
kamen. Darin bestand aber auch seine
Hauptstärke. Seine Studien im Grieche
schen beschrankten sich vornehmlich auf
P la to , das Französische trieb er wegen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Volume 49
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Ullik-Vassimon
- Volume
- 49
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 348
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon