Page - 271 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Volume 49
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1V arg a, TĂŒzes 27 l Varga (Li
seiden glĂ€nzend zurĂŒck, s^ĂŒrbeern, gesam»
melt von den Soldaten des kaiserlich öster«
reichischen Heeres im Feldzuge I8o9. Nach
ofsiciellen Quellen (Wien 186^. Seidel und
Tobn. t>o.) ^. Heft. Z. 4^ l^ â 3. Michael
Varga (geb. in Ungarn am 20. >"ctober
18^ii). Nach beendeten theologischen Studien
18.^ 7 zuni Priester geweiht, ttat er in die
Seelsorge, zunÀchst als (5aplan zu Hedervilr,
und wurde dann Pfarrer zu Zamolyon. E:
machte sich als pÀdagogischer und kirchlicher
Schriftsteller bekannt und gab auĂer einzelnen
in FachblÀttern erseliienenen Abhandlungen her»
aus: ,,.V Iv^i-^Ă€/.t^nv lv^^ks.ĂŒkuĂ€ CdkUlĂ€^,
d. i. Die christlich < lathol.sche Familie, zwei
BĂ€nde (Raab l8<>8 und li><i^. Hennicke,
gr. 8".) und die pĂ€dagogische Schrift: â.-^
^Ă€xi uevoic!-", d. i. HĂ€usliche Erziehung, in
zwanglosen Heften. â 4. Ueber einen anderen
Michael Varga, siehe.- Varkoczy de
Szala, Anton, Freih<rr von ^Vd. I, S. 160,
im Terte). ^ 3 TĂŒzes Warga. das Haupt
der T^rosoilmel.-Zigeuner. Tl'tt-oövilm. ein Dorf
am unteren Ende des Neusiedler Tees, beher-
bergte 1609 auf seinem Gcmeindeanger eine
(Kolonie Zigeuner, deren Torrhaupt in Nede
Stehender ist, welcher gute Zucht hielt und
in Folge dessen mit dein Attribute cineö
ungarischen Dorfschulzen, dem Haslinger, vor
dem Stublrichter ersckien, um das eine oder
andere Glied seiner Sippe zu vertreten, ^st
besuchte cu auch den Wiener Pferdemarkl, di
er ein kluger NoĂiuĂ€kler war, und sprach
dann im Cttwirthshause in der Fasangasse
cin. Schon iin Herbste i86t> hatte sich unler
den Zigeunern der diesseits der Donau liegen»
den (>omitate Ungarns das GerĂŒcht verbreitet,
der h. Vater in Nom werde, um ewigen
Frieden auf der Welt zu stlst^n, im Jahre
186V eine neue Vertheiluug der LĂ€nder der
Lrdc vornehmen und gan; besonders die Zi<
geuner. welche bisher zerstreut in der Welt
umherirrten, mit einer bleibenden HeimatstÀtte
bedenken. DaĂ€ seltsame GerĂŒcht fand bei dem
sonst miĂtrauischen Stamme Glauben, weil
es zufÀllig mit seiner Àltesten Tradition zu-
sammenstimmte, welcher zufolge ĂŒber kurz
oder lang cin mÀchtiger Pharao mit seinen
Streitern auf schwarzen Rossen anherbrausen
werde, um sein zerstreutes Volt zu sammeln
und zurĂŒck in die Urheimat zu fĂŒhren. Nun.
im erwÀhnten Eckwirthshause in der Wiener
Fasangasse hatte auch TĂŒzes Warga kurz
vor Weihnacht 1868 jenes GerĂŒcht vernommen.
Obgleich seinem innersten Wesen nach weder Katholik noch sonstiger Christ, zweifelte er
nicht einen Augenblick an der Macht und Be-
lc-chtigung des l). Vaters, die Welt naÀ?
eigenem Geschmack umzugestalten und ihr eine
andere politische und religiöse Form zu geben.
Dabei datte er oft genug g-^ört, d.'.à der
Papst Stellvertreter Gvtie5 auf Hrdm se;
uno alö solcher die Hiönigc salben, auf den
Tdron erbeben und die ungcsalbten sammc
ihren Völkern ve.rttcĂen und verfluchen könne.
Dies war fĂŒr Warga Grund genug, um
seiner Sippe zu verkĂŒnden, was der Welt
bevorstehe, um die angrenzenden (5o:nitaie zu
durchziehen und den anderen zerstreuten Glie-
dern seineö Stammes bekannt zu geben, was
er gehört, und unter ihnen fĂŒr den AuĂŒzug
aus Ungarn Propaganda zu macken, was
ihm gar nicht schwer siel. da der Zigeuner
fĂŒr Projecte zur Auswanderung sehr empfang-
lich und zum gÀnzlichen Verlassen seiner Wohn-
stĂ€tte immer bereit ist. Nach SĂ€rosmĂŒn zumck«
gekehrr, begann er seine Vorbereitungen zur
weiten Neise. ZunĂ€chst galt es. einen PaĂ fĂŒr
sich und seine Sippe nach Oesterreich und
womöglich fĂŒr daĂŒ Ăuslano ;u erdalten. An
diesem Punkte scheiten»n alle seine BemĂŒ>
Bungen; der PaĂ wuĂŒ>e :i'm wiederholt ver-
weigert. Aber auch dadurch lieb' sich Warga
nicht irre machen. (5c belud e!nmal des Nachts
seine drei mit zehn Pfvrden dcsparnten WĂ€ger,
mir seinem drinrn Weibe, seinen drei Töchtern
und deren drei MĂ€nnern nebs: deren siebmiedn
bindern und der lel^enn sieben kanten und
fĂŒnf 'Dheimen und verlieĂ odne Legitimation
nÀchtlicher Weile drn Gemeindecmger von
S:irosvĂ€in. Im Februar jk<W gllang eĂŒ der
.Karawane, bei Gemona die italienische Hren>e
.zu ĂŒberschreiten und sich bei Ndine mit einer
zweiten Schaar ungarischer Zigeuner zu ver--
einigen. Kurz vor Astern 1869 erschien oer
vereinigte Zug vor Nom. vor dessen Viauern
er sich in eigenen Zelten niederlieĂ. SpĂ€ter
wies die römische Polizei den Zigeunern einc
Stelle vor Porta (5avallegkri an. Nie lange^
sie dort blieben, und was sie ausrichteten, ist
dem Herausgeber dieses Lexikons nicht bekannt.
IM an derer ^Wiener polit. Blati) 180«.
Nr. il)3. im Feuilleton: âDer Papst und die
Zigeuner".) -^ 6. Ein Varga, dessen Tauf-
namen wir nicht kennen, diente N!)i als Lieu,
tenant bei Vincenz Baron Varc6»Huszaren
(dem heutigen 1«. Huszaren<Neaimente). I in
genannten Jahre that er sich im Treffen bei
3ĂŒttich am 18. September so hervor, daĂ
seiner in der Gefechtsrclation ehrender Er-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Volume 49
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Ullik-Vassimon
- Volume
- 49
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1883
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 348
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon