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Wallishausser, 5. B. 274 Mallishauffer, I. B.
derselbe bis Ende 1834 wobl kaum mehr
als 300 Nummern. Diese Zahl ist jedoch
einerseits in Berücksichtigung der wissen-
schaftlichen Stagnation, welche vor den
Marztagen im Kaiserstaate waltete, an-
dererseits hinsichtlich der Wichtigkeit und
Bedeutenheit der verlegten Werke, die
in verschiedene Disciplinen einschlagen,
immerhin eine nicht geringe. Philosophie,
Theologie, Mathematik, Medicin, Natur-
Wissenschaft und schöne Literaiur sind in
eminenter Weise darin vertreten; so die
Mehrzahl der philosophischen Schriften
d«>s nackderhand gemaßregelten Philoso-
phen Anton Günther ^Bd. VI. S. 10^,
mehrere Andachtsschriften S i l b e r t's
M . XXXIV, S. 291) undEckar t s-
hausen's berühmtes Andachtsbuch:
„Gott ist die reinste Liebe" mit ihren
zahlreichen Auflagen und noch zahl-
reicheren Nachdrucken; die Annalen der
Sternwarte in ihrer neuen Folge vom
Jahre 1840 an, Littrow's „Astro-
nomie"; Ioendl's kostbare bauwissen»
schaftliche Werke, des Prinzen Ernst von
A renderg ^I/in-s äe 1^ t>>i-tijioi>.tion^;
fast sämmtliche Werke des durch seine
Schriften über Staatsarzeneiwesen und
Medicinalpolizei anerkannten Arztes
Ol-. I . Bernt ^Bo. I, S. 33l^j; des
Grafen Stolberg „Geschichte der Reli-
gion Christi" und ihre Fortsetzungen von
Kerz und Brischon; „Oesterreichs
Flora" von Dr. Schultes; die Pracht-
werke von I . E. Pohl j^Bd. XXII I ,
S. 28^ über die Reise, die Gebirge,
Pflanzen und Znsecten in Brasilien;
Auenbrugger's sBd. l, S. 8^ )^ j epoche-
machendes Werk über die Auscultation;
Bartsch's „Kupferstichkunde"; endlich
von schönwiffenschaftlichen das durch
seine prächtigen Stahlstiche von Fr. John
berühmte und in schönen Exemplaren
heute höchst seltene Taschenbuch „Aglaja" in 18 Jahrgängen (1813—1832), worin
man unter Anderem Arbeiten von Gril l»
parzer, Hammer, Zacharias W e r-
n e r, West, begegnen, und Zedlitz's
berühmte „Todtenkranze" zuerst er-
schienen. Weiter zurück als der streng-
wissenschaftliche Verlag reicht der drama^
tische, der bereits bis in den Anfang
der Siebenziger > Jahre des vorigen
Jahrhunderts zurückgeht, wo wir das
Jahr 177l mit dem Stücke „Hanchen
nichts weniger als ein Original-Lustspiel"
vertreten finden, welchem dann „Eher
den Tod als Sclaverei" von Caselli
1775, „Der Murrkopf" von Goldoni
1772, „Merope" 1772, „Die Folter"
1773, beide von Weidmann, „Der
^ dankbare Sohn" von Engel 1773, „Die
„Hausplage" von Pelzet 1774, „Der
Eigensinnige" von Stephanie 1774
u. s. w. bis Bauernfeld und Nestroy
in der Neuzeit folgten. Allmälig consoli-
dirte sick der dramatische Verlag, und
nxr finden in demselben, der wohl an die
^ 1300 Nummern faßt, die Matadore der
österreichischen Bühne mit ihren besten
Werken vertreten, vor Allen Castelli
! mit seinen „Dramatischen Straußchen",
! welche 1809, dann, mit einer Unterbre-
! chung von sieben Jahren, von 18<7 bis
, 1833 in vollen zwanzig Jahrgängen er»
! schienen; ferner Bau mann, Col l in ,
D e i n h a r d st e i n, F e l d m a n n ,
Gleich, Hafner, H er,z ens k r on,
> Hensler, Holbein, Hopp, Huber,
! Jünger, Kaiser, Körner, Nestroy,
! Perinet, S to l l , Treitschke, We i s-
isenthurn, Werner, Ziegler und
! schließlich Oesterreichs größten Drama-
z tiker, der sich an Goethe und Schiller
z anreiht, Franz Gri l lparzer, bei dem
! wir aber des Verlegers wegen noch ein
! paar Augenblicke verweilen wollen, um
i dessen Verdienstlichkeit ins rechte Licht
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Vrčevic-Wallner, Volume 52
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Vrčevic-Wallner
- Volume
- 52
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1885
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 342
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon