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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Vrčevic-Wallner, Volume 52
Page - 289 -
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Page - 289 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Vrčevic-Wallner, Volume 52

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Mallner. Franz 289 Mallner, Franz Doch hat es ihm dabei an Kampf, Sorge und Verdruß auch nicht gefehlt, aber er überwand mit seiner seltenen Energie Alles, und das Unternehmen gedieh glänzend. Allmälig aber begannen die Kräfte des in den letzten Jahren über Gebühr in Anspruch genommenen Man- nes zu ermatten. Er fühlte, daß er der Ruhe bedürfe. „Wie der Schauspieler", sagt er, „so hat auch der Director genau darauf zu achten, daß er im rechten Augenblicke aufhöre. Ehe es ein Anderer merkt, muß er selber wissen, daß er die Zeit nicht mehr versteht und nahe daran ist, aus der Mode zu kommen". Und so verpachtete Wal lner , der indessen ein stattliches Vermögen erworben hatte, das durch ihn auf seltene Höhe gebrachte Theater an den tüchtigen Schauspieler Director Lebrun, legte seine Direction nieder und nahm am 30. April 1868 Abschied vom Berliner Publicum. Er zog sich in die ersehnte Ruhe zurück, d. h. Ruhe, wie er sie eben verstand, er begann zu schriftstellern und zu reisen. I n schon vorgerücktem Alter — er zählte 38 Jahre — wurde er wieder der alte Tourist, wie er es früher gewesen, als er Jahre lang auf Gastspiele reiste, nur daß er jetzt reiste, um seinem Wandel» dränge zu genügen, der jedoch nicht mehr durch den Umkreis der deutschen Bühne begrenzt war, sondern sich über den Con- tinent hinaus erstreckte. Im Sommer kehrte er immer wieder heim, um Jahr um Jahr die Cur in Carlsbad zu ge» brauchen, und wenn dies geschehen, einige Wochen bei den Seinen zu ver« weilen. Häufig kam er dann nach Wien, wo er in weiteren Kreisen wohl bekannt war und viele Freunde zählte. Mit dem Herbste zog er wieder hinaus und gab von seinem Aufenthalt Kunde in präch tigen, gern gelesenen Reisebriefen, die v. Wurzbach, biogr. Lerikon. I^II. ^Ge bald aus Paris oder aus Rom, aus Neapel, von den Höhen des Vesuv, bald von den Ufern des Nil oder aus der Sahara, bald aus dem südlichen Frank- reich oder Nizza, aus Spanien oder den skandinavischen Ländern u. s. w. datirt waren und in den gelesensten Journalen, Gartenlaube", „Ueber Land und Meer" und anderen erschienen. Im Herbst 1873 trat er wieder eine Reise an und befand sich um Weihnachten in Nizza; aber da ging es ihm schon schlecht, sehr schlecht; mit einem Male ergriff ihn, wie in Ahnung seines nahen Endes, unendliches Heimweh, aber er fühlte sich nicht mehr stark genug, seine Rückkehr allein anzu- treten. Nach einigen Tagen warf ihn sein sich verschlimmernder Zustand auf das Krankenlager, von dem er sich nicht mehr erheben sollte, denn er starb — auf fremdem Boden — 63 Jahre alt — in den Armen seines Sohnes, der, sobald er Kunde von der Erkrankung des Vaters erhalten hatte, herbeigeeilt war, ihm aber nicht mehr Hilfe leisten, sondern nur zu ewigem Schlafe die Augen zudrücken konnte. Wir erwähnten, daß Wallner auf semen Reifen die Erlebnisse derselben in vielgelesenen Journalen veröffent« lichte. Viele dieser Reisebriefe gab er dann gesammelt in Bänden heraus. Aber auch außerdem war er als Schriftsteller thätig. Die Titel seiner Werke sind: „Aückblicke ant meine thelltrllli5chc Tantbahn und mrine Erlebnis? an und nns5er der Kühne" (Berlin 4864, Gerschel, 8"., VII und 286 S.); — „Ä5eim Jemand eine AeiZe thut. Flüchtige AeisebtchM von dcr Spree bi2 ;ur Ciber, mn der Giber bi5 zum Vesuu" (Berlin 1867, Springer, 8^., V I I I und 330 S.); — „Unter truhen Menschen. Numische Var- trüge nun erprobter Wirkung. Poeäie und Prlläll" 4. und 2. Aufl. (Berlin 1868, Ianke, 16"., VIII und 324 S.), auch als 2.Ott. 1885.) 19
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Vrčevic-Wallner, Volume 52
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Vrčevic-Wallner
Volume
52
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1885
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
342
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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