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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 129 -
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Page - 129 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Weiß, Karl 129 Weiß, Karl das Gymnasium und machte 1842/43 den ersten Jahrgang der Philosophie an der Wiener Hochschule durch. Eine schwöre Krankheit nöthigte ihn, die Fort- setzung der Facultätsstudien aufzugeben, und so trat er im October !843 in die Kanzleipraris des Wiener Magistrates ein, bei welchem er im Jänner 1844 als Prao ticant beeidet wurde. Diese untergeord- nete Beamtenlaufbahn war aber nichts weniger als nach dem Sinne des streb- samen jungen Mannes, der sich bemühte, die Lücken ftines Wissens zu ergänzen und sich eine literarische Bildung zu erringen. I n dienstfreien Stunden trieb er mit allem Eifer Geschichte, Philo- sophie, schöne Literatur und Sprach« studien, und in diesem Selbstbildungs- dränge ward er mächtig gefördert durch den Assistenten an der Bibliothek der bildenden Künste in Wien, l)i-. Gustav Heider sBd. VI I I , S. 208^, der zu ihm in verwandtschaflichen Beziehungen stand, ihm in den Studien eine bestimmte Riclitung gab und ihn mit Männern in Berührung brachte, die nicht ohne Ein» fluß auf seine weitere Entwicklung blieben, wie Camesina, Fei l , R. v. Eitel- berger, Th. v. Kara jan, Oi-. E. Mel ly , Adolf Schmidt und Andere. Indessen thaten seine literarischen Bestre- bungen seinem Pflichtgefühl als Beamter keinen Eintrag. Bald erregte er im Amte die Aufmerksamkeit des Bürgermeisters Nitter von Czapka, durch den er 1843 zur Dienstleistung in die Präsidialkanzlei berufen und infolge seiner Tüchtigkeit am t. December 1847 außer seinem Range zum Kanzlei'Accefsisten befördert wurde. Diese Stellung ermöglichte ihm nicht nur die leichtere Beschaffung der Hilfsmittel zu seinen weiteren literari- schen Studien, sondern gab ihm auch Gelegenheit, einen tieferen Einblick in die u. Würz bach. biogr. Lerikon. I>I.V. ^Gedr. - ! Gemeindeverwaltung zu thun, welche ! bei einer Großcommnne wie Wien einen ! ebenso interessanten als complicirten ^Apparat bildet. Auch zeigte sich Weiß ! bald so verwendbar, daß in dem denk- ! würdigen Bewegungäjahre 1848 eine ! wichtige Zuweisung der anderen folgte, ^ indem er gleich nach den Märztagen einem ^ Untersuchungsbureau der Senatsabthei- ^ lung für Criminalangelegenheiten, im ! Juli dem im Ministerium des Innern ! aufgestellten Arbeitercomitü, Ende Oc° ! tober vom Vicebürgermeister N. v. Berg- ^ müller neuerdings der Präsidialkanzlei und nach der Conftituirung der Ge- meindevertretung und der Wahl des Dr. Ioh. Casp. Sei l ler zum Bürger meister dem Präsidial- und Gemeinde- rathsbureau zugetheilt wurde. Nach der Regulirung der städtischen Aemter im October 1831 vom Gemeinderalhe der Stadt Wien zum Kanzlei Ofsicial beför» dert, kam er infolge seiner literarischen Thätigkeit mit dem damaligen Präsidial- Secretär A. Iosephy, der selbst leb- Haftes Interesse für Kunst und Literatur besaß, in nähere Beziehungen, und dessen Einfluß erwirkte ihm auch zuerst die Ge> legenheit, sich durch wichtigere Concepts« arbeiten, welche eine höhere ftylistische Gewandtheit erforderten, bemerkbar zu machen. Nun war das Eis gebrochen; Bürgermeister S e i l l e r sprach seine schriftliche Anerkennung über die Arbeiten des Kanzlei-Ofsicials aus, womit der Weg zu dessen weiterer Entwicklung im dienstlichen Geschäfte und seiner Vor- räckung im Amte gebahnt war. Indessen machte sich Weiß immer mehr und mehr mit den Gemeindeverhältnissen vertraut und widmete sich vorwiegend dem Stu» diuln der Geschichte Wiens und insbeson- dere der mit dessen Neugestaltung im Zusammenhange stehenden Vorkommnisse.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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