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Meist. Karl 132 ) Karl
anonym herausgab, ist die politische Sro-
schüre: „Vie Dctllbcrtagc '^irn?. Ciiu hiZta-
nn^> der wnlicheit" tLeip)ig 1848), in wel-
cber er der damals herrschenden Stim-
mung über die Zustände der Stadt nach
der Verhängung des Belagerungszustan-
des Ausdruck ;u geben versuchte. Un-
mittelbar darauf begann er über die Ge-
schichte der dramatischen Dichtung in
Wien seine Studien, deren Ergebniß das
Buch ist: „Nie ivirinr Mupt- miü Ftaatz-
üctillmu. Ein Vritrag uiv OeZchichte de? Thell-
W3 in Unrn" (Wien 1834, Gerold's
Sohn); darin verfolgt er die Anfänge
der dramatischen Darstellungen in Wien
und wies der Erste auf den reichen Schatz
von handschriftlich vorhandenen Volks-
fchauspielen aus dein Ende des 1v. und
Anfang des 18. Jahrhunderts, auf die
sogenannten Haupt- und Staatsactionen
hin, welche in der Wiener Hofbibliothek
aufbewahrt werden. Im Anschluß daran
erschienen 1836 von seiner Feder aus»
führlicke Beitrage zur Geschichte der
älteren dramatischen Dichtung in Wien,
welche in Oi-. Schmidl's „Oesterreichi-
schen Blättern für Literatur und Kunst"
und im Abend blatte der „Wiener Zei-
tung" abgedruckt sind. Fast ausschließlich
in einem Kreise von Männern verkehrend,
von welchen damals die ganze Bewegung
zur Wiederbelebung des Studiums der
Denkmäler mittelalterlicher Kunst in
Oesterreich ausging, nahm er gleichfalls
an diesen Bestrebungen lebhaften An-
theil. Auf Antrag Gustav Heider's,
der mit Anderen an der Spitze der Be-
wegung stand, wurde er 1836 berufen,
die Redaction der unter der Leitung des
Freiherrn von Czörnig, Präsidenten
der von diesem ins Leben gerufenen k. k.
Centralcommission zur Erforschung und
Erhaltung der Kunstdenkmale, von diesem Institute unter dem Titel: „Mittheilun-
gen der k. k. Centralcommission zur Er-
forschung und Erhaltung der Kunstdenk-
!male" herausgegebenen kunstarchäolo-
! gischen Monatschrift zu übernehmen.
Diese Stellung erforderte, daß Weiß sich
nun eingehend mit der Kunst des Mittel-
alters und der neueren Zeit beschäftigte.
Mit Unterstützung Czörnig's, der die
archäologischen Bestrebungen in Oester»
reich mächtig förderte, dann Heider's
und Anderer gelang es ihm auch, fast
alle - hervorragenden Kunstforscher und
Archäologen in Deutschland und Oester-
reich'Ungarn, wie M. Ackner, Freiherrn
! von Ankers Höfen, F. Bock, Ca»
i mesina, A. Essenwein, F. Henszl«
j mann, I vo l y i , Kukuljewicz, 3 ep-
>kowäki, Lübke, Meßmer, F. Mül-
ler, A. Roggenbach, I . Romer,
Freiherrn von Sacken, Schnaase,
A. Schultz, Spr inger , Woeel,
Wolfskron, A. Woltmann u. A.
zur Mitarbeiterschaft an den „Mitthei-
lungen" und dem damit in Verbindung
stehenden „Jahrbuche" zu gewinnen. Als
dann 1863 Freiherr von Czornig die
Stelle des Präsidenten niederlegte, gab
auch Weiß feinen Redactionsposten auf
und führte nur noch vom April 1864
bis Ende 1863 die Redaction der
„Oesterreichischen Wochenschrift für Wis-
senschaft und Kunst", welche eine Bei»
läge der „Wiener Zeitung" bildete. Von
dieser Zeit ab widmete er sich im Ein»
klänge mit seiner amtlichen Stellung
ausschließlich den Studien über die Ge-
schichte und Topographie Wiens. Im
Auftrage des Wiener Gemeinderathes
gab er nun infolge seiner eigenen Anre-
gungen die geschichtlichen Werke heraus:
„Geschichte der AllMamrupelle zn St. Sallllltar
in Men" (Wien 1861), zur Feier des
fünfhundertjährigen Bestandes derselben;
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon