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Philipp l39 Philipp
patholog einen Namen gemacht. I n der
„Wiener medicinischen Wochenschrift"
finden sich von ihm eine Reihe von erpe-
rimentellen, sowie praktifch-medicinischen
Arbeiten, welche, Zeugniß gebend von
seiner ungewöhnlichen Thätigkeit, wie
von seiner außerordentlichen Begabung,
gleichsam als Vorboten einer glänzenden
Laufbahn erschienen. Auch als Lehrer
hatte er sich viele Freunde und Gönner
erworben. Fremde Aerzte wohnten seinen
Vorträgen bei, die überhaupt zu den be-
liebtesten gehörten und namentlich von
Ausländern sehr stark besucht wurden.
I n seinem Nachlasse fanden sich sehr
werthvolle Abhandlungen über Nerven-,
Gehirn- und Rückenmarkskrankheiten vor.
Al lg emeine Zeit ung (4".) l8. September
j88ü, Beilage. Nr. 2«<). T. :;8N sdieft- be-
merkt ausdrücklich: „daß er sich wegen un>
glücklicher Ehe selbst den Tod gegeben"^. —
Neue Freie Presse (Wien, kl. Fol.)
Nr 6843. Abendblatt, 13. September l883
in der „Kleinen Cbronik"; Nr 6843, Morgen»
dlatt. 1?. September 1883 in der „Kleinen
Chronik". — Schwäbischer Merku r
(Stuttgart. Fol.) il>. September 1883.
Nr. 222, S. 134A.
Weis, Nicolaus, siehe: Weis, Wilhelm
^in den Quellen, S. 131, Nr. 13 im
Textes.
' Weiß, Philipp Edler von (k. k.
Generalmajor, geb. zu Köln am
Rhein 3. August 179ö, gest. zu Prag
11. April 1830). Der Sohn eines
kaiserlichen Hofrathes, erhieN er im
Elternhause seine erste Erziehung. Sech«
zehn Jahre alt, trat er, seiner Neigung
folgend, als Cadet in das Kürassier-
Regiment Kronprinz Ferdinand, in wel-
chem er, von Charge zu Charge vor»
rückend, zuletzt Oberst wurde. Noch als
Subalternofsicier kämpfte er in den Feld-
zügen 1813, 18l4 und 18l3. Von 1817
bis 1822 dem Generalquartiermeister» stabe in Wien zugetheilt, arbeitete er
theils in der Zeichnungskanzlei, theils im
Prasidialbureau. Während des großen
Lagers bei Pesth l82l versah er den
Adjntantenposten bei dem Chef des
Generalquartiermeisterstabes Feldmar-
schall-Lieutenant Baron P r o ch a s k a.
Als das ereignisreiche Jahr 1848 heran-
kam, diente er als Oberst an der Spitze
seines Kürassier - Regiments, damals
Mengen-Kürassiere, welches bei den oft
M-Hängnißv ollen Wendungen der politi-
schen Verhältnisse in unentwegter Treue
und strammer Disciplin zu seinem Kaiser
stand. Am 7. October 1848 begleitete es
denselben von Schönbrunn nach Olmütz,
bei welcher Gelegenheit es den Namen
Kaiser Ferdinand erhielt. Später rückte
es nach Ungarn ins Feld, und im fünften
Armeebulletindes Feldzeugmeisters Hay-
nau vom 1l. Juli 1849 heißt es wört>
lich:. „Unsere braven Kürassiere, ganz
besonders das Regiment Kaiser Ferdi»
naud-Kürassiere, warfen sich mit solcher
Gewalt auf den Feind, daß derselbe
vollkommen auseinandergesprengt wurde
und mehrere hundert Todte und Ve»
wundere auf dem Platze ließ." Bei dieser
glänzenden Affaire ward dem Obersten
Weiß ein Pferd rnter dem Leibe ge-
tödtet. Bald darauf rückte er zum
Generalmajor vor und erhielt seine Be-
stimmung nach Böhmen als Cavallerie-
brigadier im 3. Armeecorps. Obwohl
bereits mit dem ungarischen Lagerfieber
behaftet, übernahm er allen Vorstellungen
der Aerzte, allen Bitten seiner Familie
entgegen, sein Commando, führte es, so
krank und hinfällig er war, während des
strengen Winters, ohne sich zu schonen,
bis endlich die Krankheit einen entzünd-
lichen Charakter annahm und ihn auf
das Lager streckte, von dem er sich nicht
wieder erheben sollte. Nach 37jähriger
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon