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Wilhelm 147 Weiß, Adolf
maligen Gaffenlaufens. Später wegen
Dienstuntauglichkeit entlassen, begab er
sich in seine Heimat Ungarn, wo er es
noch zu einem brauchbaren für die in den
Sechziger-Iahren so arg bedrohte Sicher»
heit sehr nützlichen Mitgliede der mensch-
lichen Gesellschaft brachte.
Neue Freie Vresse, 1869, Nr. 1687: ^?ar
nokils ti-Htruni". — Fremden« Blat t .
Von Gustav H e i n e (Wien, 4<>.) 1869,
Nr. 127. — Dasselbe. 1869, Nr. 129:
„Ein Deserteur als Huszarengeneral".
Weiß, Wilhelm, siehe: Weiß, Wilhelm
sin den Quellen, S. l37, Nr. 30^.
Weiß, Wilhelm (Arzt und Fach-
schriftsteller, geb. zu Milostice im
Tciborer Kreise Böhmens am 7. April
4835). Nachdem er das Gymnasium zu
Neuhaus in Böhmen beendet hatte, bezog
er die Prager Hochschule, um an der-
selben die Arzeneiwiffenschaft zu studiren.
Im November 4839 zum Doctor promo-
virt, trat er zunächst in der wundarzenei»
lichen Abtheilung des Prager allgemeinen
Krankenhauses in die Praxis. Durch seine
Tüchtigkeit erregte er die Aufmerksamkeit
des Professors Purkyns, welcher ihm
die Stelle eines Assistenten für die Vhy-
siologie antrug. Weiß aber, der sich
für die Chirurgie entschieden hatte, lehnte
ab und begab sich auf eine Wissenschaft»
liche Reise, auf welcher er die verschie-
denen Krankenhäuser in Frankreich, Eng»
land, der Schweiz, in Holland und
Deutschland besuchte, wodurch sich seine
Kenntnisse im Gebiete der Arzenei» und
Wundarzeneikunde wesentlich vermehrten.
Darauf wurde er 1866 Assistent an der
wundarztlichen. Klinik der Prager Hoch»
schule. Von jetzt an besonders auf operä»
tivem Gebiete thätig, erwarb er sich als
tüchtiger Operateur bald einen ausgezeich-
neten Ruf. Mit diesen Vorzügen als Arzt und Chirurg verband er den in seinem
Vaterlande ungleich wichtigeren und ge-
schätzteren: als Deutscher ein öechischer
Patriot zu sein. Bald trat er als stän«
diger Mitarbeiter in die öechische Zeit»
schrift für Aerzte „ÜÄsopig 065K50K
lökaru" ein und übernahm dann 1870
die Stelle des Hauptredacteurs. Zugleich
wurde er zum Geschäftsleiter des Ver-
eines der öechischen Aerzte gewählt. Seine
wissenschaftlichen Arbeiten beziehen sich
vornehmlich auf das Gebiet der opera-
tiven Chirurgie, und so veröffentlichte er
im oberwähnten „ Okapis" seine Ab»
Handlungen über Steinzertrümmerung
in der Harnblase, über Amputationen,
Brüche, Hohlgeschwüre u. s. w. Aber
auch in deutscher Sprache verschmähte er
es nicht, seine ärztlichen Beobachtungen
und Erfahrungen zu veröffentlichen. So
brachte die Wiener „Medicinische Presse"
im 11. Jahrgang seine Abhandlung „Ueber
die incancerirten Hemien", die (Prager)
Vierteljahrschrift für praktische Heilkunde
seinen Bericht von 1866 bis 1870, „über
die Behandlung der pulsirenden Ge»
schwülste". Aber auch nach einer anderen
Richtung noch besitzt Weiß Verdienste
um seine Wissenschaft, und zwar nach der
sprachlichen, indem er 4863 mit seinen
öechischen Collegen gemeinschaftlich die
Zusammenstellung einer ärztlichen Ter-
minologie durchführte und dann 1870
im Vereine mit Dr. Chodonusk)' eine
Terminologie der anatomischen, chirurgi»
schen und geburtsärztlichen Instrumente
und Geräthschaften in öechischer Sprache
herausgab.
1. Adolf Neiß (Neich3rathsabgeordnrter, geb.
483l). Nach beendeten juridischen Studien
erlangte er 1832 an der Wiener Universität
daraus den Doctorgrad, nahm die Advocaten»
praxis und ist zur Zeit noch als Hof. und
Gerichtsadvocat in Wien thätig. Als Besitzer
des Gutes Vudislau in Vöhmen wurde er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon