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WeiĂź, Michael MeiĂź, Michael
David feindselig gegen die Missionäre, deren
Verfolaung sofort begann. L i b e r a t u s
WeiĂź ward mit noch zwei anderen seiner
Gefährten von den Abyssiniern auf den
Marktplatz geschleppt und dort öffentlich ge.
steinigt. ^Unschuldige Nachrichten des
Jahres'1717. S. 474. — (Ludwig's) Uni«
oersalhistorie. Theil I I , Section 2, S. 4«
u. f. — ft rund mann. 0283, ot düuLies
ao. l717 äskunotoruin, im Supplement,
3. 9.^ l — 23. Ludwig Weiß (geb. in
Wien am 10. Juni 1833). Er trat 1847 zur
militärischen Ausbildung in die Wiener»Neu«
städter Akademie, aus welcher er im Juni
1834 als Lieutenant minderer GebĂĽhr beim
12. Iäger-'Bataillon eingetheilt wurde. In
demselben rĂĽckte er im April 1839 Zum Lieu-
tenant höherer Gebühr vor und kam noch im
Mai desselben Jahres als Oderlieutenant
zu Heß-Infanterie Nr. 49. in welchem Regi»
mente er im Juli 1866 Hauptmann zweiter
Classe wurde. WeiĂź machte die FeldzĂĽge
1839 in Italien und 1866 gegen die PreuĂźe.n
mit und erhielt am 13. August erstgenannten
Jahres fĂĽr sein tapferes Verhalten in der
Schlacht bei Solferino die ah. belobende
Anerkennung. Am 14. October 1870 in das
militär-geographische Institut zu Wien über-
setzt, befindet er sich gegenwartig daselbst als
Hauptmann erster (Nasse in der Karten«
abtheilungdes Kriegöarchius im Reichskriegs-
ministerium. — 26. Michael Weiß, Mit«
glied der „böhmischen Brüder", welche der
Lehre des in Konstanz verbrannten Johann
Huß anhingen, lebte in der ersten Hälfte dcü
sechzehnten Jahrhunderts und wirkte als
Pfarrer zu Landskion im Cdrudimer Kreise
Böhmens, dann zu Fulnek im Neutitscheiner
Kreise, dem sogenannten Kuhlandchen Mäh«
ren5. Sein Andenken als geistlicher Lieder»
dichter hat sich in den evangelischen Gesang«
oüchern bis zur Stunde erhalten. Er uer»
deutschte auch mehrere Lieder seiner Glaubens-
genossen, der böhmischen Brüder. Mehrere
seiner Lieder sind in dem bekannten „Halle-
schcn Gesangbuch", das, obwohl vielfach an«
gefochten, doch in protestantischen Kreisen
sehr beliebt und stark verbreitet ist, abgedruckt,
und zwar unter den Nummern 2. 4, !), 78,
o37, 391, 612, 613, «26. Noch mehr seiner
Lieder stehen in dem von Johann Horn her»
ausgegebenen „Gesangbuch der böhmischen
BrĂĽder" (NĂĽrnberg 1396), die meisten aber
in der Coburg'schcn Ausgabe vom Jahre
1626. Die Liederanfänge lauten: „Als der gütige Gott vollenden wollt'"; — „(5hrist.
du bist der helle Tag"; — „Christe, der du
bist Tag und Licht"; — „Christus, der uns
srlig macht"; — „Christus ist elstanden"; —
„Christus, wahrer Gottessohn" ; — „Da
Christus geboren war"; — *„Da Jesus an
dem Kreuze stund"; — „Der Tag bricht an
und zeiget sich"; — „Der Tag vertreibt die
finstre Nacht"; — „Die Propheten han pro«
phezeit"; — „Gottes Sohn ist kommen";
— „Lob sei dem allmächtigen Gott"; —
"„Menschenkind, merk' eben"; — „Sündiger
Mensch, schau, wer du bist"; — „Von Adam
hrr so lange Ieit"; — "„Weltlich Ehr und
zeitlich Out". Manche der angefĂĽhrten Lieder
— so die hier mir einem Stern bezeichneten
— haben ihre Geschichte, welche uns unten
benannter Wetzel erzählt; eines, und zwar
das letzte: „Weltlich Ehr und zeitlich Gut"
wurde sogar seiner Rechtgläubigkeit wegen
angefochten. U"berhaupt nahmen es die Euan»
g?lisck'>'n mit ihren geistlichen Liedern mit«
unter sehr strenge. ^Wetzel (Ioh. Casp.').
Historische Lebensbeschreibung der beruhm»
testen Liederdichter (Herrnstadt 1724. Sam.
Roth.Tcholz. kl. 8«.) Theil I I I , S. 402-40<i.
— Hörner (Otto Zriedr.). Nachrichten von
Liederdichtern des Augsburg'schen Gesang»
buchs (Schwabach 1773. 8".) S. 239. —
O ester reich ische Zeitschrifc für Ge»
schichts- und Ttaatskunde. Von Ioh. Paul
Kaltenbäck (Wien 4«,) I I I . Icchrganq
(1837) 3. 196.) — 27. Michael Weiß
(geb. zu Mediasch in SiebenbĂĽrgen am
i:t. Jänner 1369. gest. den Heldentod fürs
Vaterland am 16. October 1612). Wir finden
den Namen dieses berĂĽhmten Mannes bald
Weis, bald WeiĂź oderauch Weisz ge<
schrieben, wir halten uns an die in den
meisten Quellen vorkommende Schreibung
Weiß. Sein aus Egrr in Böhmen stammen»
der Vater Johann war BĂĽrgermeister in
Mediasch, seine Mutter G e r t r u d e die
Tochter des dortigen Stadtschreibers Lorenz
Wolf. Michael erhielt einen so gründ«
lichen und wissenschaftlichen Unterricht, daĂź
er schon in seinem 13. Jahre lateinische Ge»
dichte schrieb. Beide Eltern verlor er früh»
zeitig. 1386. an der Pest. Zunächst trat rr
als Secretär in die Dienste Ferdinand Har»
d egg's, damaligen Befehlshabers in Szath«
m»r. der am 16. Juni 1393 wegen verrathe»
rischer Uebergabe der Festung Raab an die
Türken in Wien enthauptet wurde. Später
begab sich WeiĂź nach Prag und erhielt ein?
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon