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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 156 -
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Page - 156 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Meiß. Michael 136 Weiß, Michael Stelle in der ungarischen Kanzlei, wo er sich! durck seine Tüchtigkeit bald so beroorthat, daß er und seine sämnnl'chen Geschwister von Kaiser Rudolf I I . mit Diplom vom 21. März 1589 in den Adelstand erhoben wurden. 1390 kehrte er in sein Paterland zurück, wurde in Kronstadt IMio Nachsherr, 1608 Stadthan und 1l>12 Richter, die höchste Würde. An den Staatsangelegenheiten seines engeren Vaterlandes hatte We iß allzeit großen Antheil. Die Fürsten Siegmund V^» thory. Stephan Boczkai. SiegmundRll' käczi und Gabriel Bäthory bedienten slch seiner zu verschiedenen Gesandtschaften. Von Letzterem wurde er lttuu an dcn Hospodar der Moldau, Konstantin Mogi la entsendet, uni demselben den im Namen drs Fürsten Gabriel Bätdory geschlossenen Friedens' und Freundschafiövertraa auizukündigm. So lange nur sein eigenes Wohl gefährdet war, gehorchte er seinem Fürsten; als abcr sein Vaterland, das Glück Kronstadts in Gefahr perlet!?, versagte er den Gehorsam. Schon hatte sich Hermannstadt dmch Gabriel B:l- thory's Aufnahme ins Verderben gestürzt, Als nun dieser mit seinem Heere auch in Kronstadt Anfnadme verlangte, verweigerte ihm Weiß dieselbe. Darüber kam es zum Kriege. Weiß hoffte dcn Kampf siegreich zu überstehen, und cs würde sich wohl diese Hoff- nung erfüllt daben, wenn nicht die walachi' schen Soldoölker in der Schlacht, welche am 16. October tl>i2 unter dcu Mauern Kron^ stadts stattfand, ihn treulos verlassen hätten. Als er auf der Flucht über den kleinen Fluß Burzen, einen Nebenfluß der Alt. schte, wurde er aus dem Sattcl gehoben und infolge dessen uon den Feinden ereilt und ,:usammengehauen. Den Kopf des Helden brachte man nun alü das größte Sieges» zeichen nach H^rmannstadt und setzte ihn dort auf Befehl des Fürsten auf dem Pranger aus. Nach drei Tagen nahm ihn eine fremde Dienstmagd in stürmischer Nacht herunter und verbarg ihn im Keller. I n einiger Zeit entdeckte sie ihr Geheimniß ihrer Gebieterin. Nun wurde das Haupt dem Ursulinerkloster in Hermannstaot übergeben und dort bei- gesetzt. Weiß beobachtete die Ereignisse in seinem Vaterland?, in denen er selbst eine große Nolle spielte, mit aufmerksamen Blicken und sind deshalb seine Aufzeichnungen für die gleichzeitige Geschichte Siebenbürgens von großein Wenh. Dieselben besaß in Hand- schrift unter dem Ti:el: „leider imuaiwm üiensein ero. etc." zulekt der k. k. Major Karl Schobeln von Sch obe lnhausen in Kronstadt (gest. 4. Juli 1828); wohin sie dann gekommen, ist nicht bekannt. Ein Ab- druck mit Vergleichung mehrerer zum Theile aus dem Original genommenen Abschriften erschien in der von Trauschenfels heraus» gegebenen neuen Folge der „Deutschen Fund« gruben zur Geschichte Siebenbürgens" (S. 4 23 bis 242) und umfaßt die Jahre 1^90—j«l2; die Fortsetzung: „Dre.vis conLi^uatio tumul- tu,lim deilic-oi-rnn ad a,nno OIi. 16il> UL^ue a.ä complotum N.NNUIN ^6lü ÄNiditiauL ot inciuietuHin<^ Olldrioliä -IZätliorv xri». cixis ^i-an8ylvo.uia,« niotorum" ist im Aus« zuge in der siebenbürgischen Quartalschrift I I I (1793) S. 241 abgedruckt. Joseph Trau sch räumt dieser Beschreibung den Vorzug vor allen sächsischen Annalen über diese traurige Periode ein. Michael Neiß war seit 1^90 mit Agnelya, der Tochter des Kvonstädier Stadthans Andreas Kemel i , vermalt, welche wenige Monate vor ihrem unglück» lichrn Gatten, am 29. März 1<;i2, dahin« schied, ihm zwei Kinder hinterlassend: Mi« chael (geb. «. August l<><>3), der kinderlos' starb, und Margarethe (g?b. io. Februar 1601), welche aus drei Ehen ohne stach» kommen blieb. Ueber die Familienverhältnisse berichtet am ausführlichsten Joseph Trausch in seinem unten verzeichneten „Schriftsteller' lerikon". ^(Quellen. Fa m i l i enb latt (Grayer Untrrhaltungsjournal. 4".) 18«i). Nr. :^6: ,.Anck ein deutscher Held". — Hauer (Georg Ieremias). Die handschriftliche Monographie: Der siebenbürgische Fürst Gabriel Bi l tdory ans unverwerrlichen Ilrtundcn beschrieben iin I I . Bande der l^ü.ueiiuua, mixt»,, Nr. 9. — I) c: l^ei'üucio. I^ :r ^Ii'nu8v1v»,nie <:t !-b3 IlndttantL, Bd. I l , S. ?.'i u. f, — Neues Fam i l ieN' Iourna l. Beilage dos Wiener Tagblatt, 18«9, Nr. 347: „Auch ein deutscher Held. Episode aus der siebenbürgischen Ge< schichte. Von W, Hausmann (auch in der zu Gratz herausgegebenen „Oesterrcichischen Gartenlaube" 1869. S. 123). '— Neue Freie Presse (Wiener polit. Blatt) 18l!9, slr. 1891, im Feuilleton: „Deutsche Männer in der Fremde, Michael Weiß. Bürgermeister von Kronstadt". Von N,(olf?). — Tran« sylvania, Bd. I I (13^4), S. 167 u. 291: „Michael Weiß. Stadtrichter in Kronstadt und die Fehde Kronstadts gegen den Fürsten Gabriel Bntdorn". Von B. von M. —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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