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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 171 -
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Page - 171 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Weißcnbach Weißcnbach deshalb die poetische Ader bestreiten, paßt ebenso wenig. Wohl sind Schwulst, manckmal falsches Pathos und eine unnatürliche Ueberschwenglichkeit leidige Eigenschaften seiner Producre, aber trotz alledem begegnen wir in ihnen so herr- lichen schwungvollen Stellen, wie nur ein echter gottbegnadeter Poet sie singen kann. Seine dramatischen Dichtungen „Der Brautkranz'' und „Die Barme° ciden" erfreuten sich bei ihrer Auffüh» rung entschiedenen Beifalls und wurden den besseren dramatischen Arbeiten seiner Zeit angereiht. Die Charakteristik im „Brautkranz" ist eine ausgezeichnete; und mit großem Geschick, mit seltener Gewandtheit verstand er es, das Eigen- thümliche venetianischer Sitie und Geistes seinem Werke einzuhauchen. „ In dieser Hinsicht", bemerkt ein Biograph Alois Weißenbach's, „steht sein „„Braut- kränz"" hoch über der weit über die Gebühr erhobenen „„Erdennacht"" von Raup ach, welcher der Geist des alten Venedig so sehr mangelt, daß man nur die Namen ^'ontarini, Falieri n. s. w. in Tsia-o und Kieu°fu verändern dürste, um zu glauben, es sprächen Chinesen statt Venetianer. Aber der. Vorwurf der Gelegenheitsdichtung, den man gegen Weißenbach erhebt, trisst doch nicht gcu^ zu. Diese Gelegenheitsdichtungen gehören denn doch nicht zu jener Art „Namenstags- und Festgesänge", welche der „Wiener Spaziergänger" so köstlich ironisirt. (5s sind immer begeisterte Weihestrophen, bei meist nur großen historischen Anlässen gedichtet', W eißen° bach hatte es ja nicht nöthig, zu singen, er war in einer unabhängigen Stellung und wartete nicht auf den goldenen Dancwregen dafür, daß er seine Muse preisgegeben. Dclbei war er ein echter Patriot, wie sie damals nach einem! Vierteljahrhundert schimpflichen Druckes noch vorkamen, wo Socialismus, Anar- chismuä und Nihilismus noch nicht den Purpurmantel des Fürsten mit Blut übergössen. Am kürzesten und treffend» sten möchte das Urtheil sein, welches S t a f f l e r in seinem Werke „Das deutsche Tirol" über den Poeten mit den Worten fällt: „Hätte Weißenbach'ä Talent eine frühzeitige und sorgsame Pflege erhalten, er würde ein gefeierter Dichter Deutschlands geworden sein." Daß aber Weißen bach zu seiner Zeit in hohem Ansehen und besonders als Poet gestanden, beweist die Thatsache, daß Beethoven, als er von der An» kunft des Dichters in Wien erfuhr, der erste ihn aussuchte lind — der sonst die Menschen fliehende — viel mit ihm ver- kehrte ^vergleiche unten: Gräffer über Weißenbach^j. Noch eines Umstandes sei erwähnt, einer Einrichtung, welche Weißen bach zum Urheber hat, und die den Armen Salzburgs eine ansehnliche Summe brachte. Unser Dichter, damals Museumsvorsteher, trat nämlich im Jahre l8l8 mit dem Vorschlag vor die Oeffent- lichkeit, daß die Bewohner Salzburgs nach dem Beispiele anderer Städte, wie Grcch, Laibach, Innsbruck u. s. w., sich von Neujahrwünschen durch Spenden für menschenfreundliche Zwecke loskaufen sollten. Der Gedanke griff durch, wenn auch nicht in dem Umfange, als man erwarten durfte, aber immerhin insoweit, daß in einem halben Hundert Jahres- beitragen die ansehnliche Summe von mehr als 26.000 st. den Stadtarmen zufloß. Weißenvach's Eh<^ , 1807 mit Aloisia von Dornberg, einer Tochter des Präsidial-Secretärs Anton von Dornberg, geschloffen, blieb kinderlos. Graffer über Weißcnbach. „Du schwungvoller Tanger!" beginnt Oräffcr. . du stunu- und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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