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Meißenbacher 173 Weißcnbergcr. Joseph
freund". — 2) Lichtdruck: Copie des vorigen
in Engl's „Monographie". — 3) Lithogra«
phie, erschienen bei Kunike in Wien iln
Jahre 18l?. — 4) Gin Miniaiurbildniß von
Morf f oder uon Hornöckl?) besaß ini
Iabre 18^9 Professor Fid. Filz. Wo es jetzt
sich befindet, ist nicht bekannt.
Anklingend an den Namen des Arztes und
Poeicn lautet der des Bergknappen Timon
Weißenbacher, dessen Andenken sich noch
biö zur Stunde erhalten hat in der Festlich«
feit. welche alljährlich am 8. October in der
Tt. Varbaracapelle auf dem Erzber^e zu
Eisenerz in Obersteler stattfindet. Der einst
so blühende Eisenerzer Berqbau war iü«9 in
die mißlichsten Verhältnisse gerathen, so daß
die Auflösung der Haupt^ewerkschafc und
das Eingeben des Betriebes in Aussicht
stand. Der dreißigjährige Krieg, der Bauern«
ausstand im Lande ob der Enns, Elementar«
unfälle mit ihren Verheerungen. Stockung
des Handels, allgemeine Verarmung und
zuletzt Auswanderung einzelner Mitglieder
der Hauptgewerkschaft waren die Ursachen
des Verfalls. Schon stieg die Noth aufs
Höchste und das Traurigste' schien unab«
wendbar, als ein Ereigniß eigener Art ein^
trat und m't demselben eine plötzliche Wen-
dung zum Besseren und beginnendes sich stei'
gerndes Gedeihen. Am 8, i>tober 1669 be-
fand sich der Bergknappe Simon Weißen»
bach er bei seiner Arbeit; als er eben mit
seinem Werkzeug ein Erzstück zerschlug,
spalteie sich dasselbe in zwei Theile, und die
innere«: Flächen zeigten das Bildniß der gött»
lichen Jungfrau mit dem Iesukinde. Bei
diesem Vorfalle war noch der Bergknappe
Balthasar Mül lauer zugegen. Dic merk«
würdige Erzstufe wurde nun dem kaiserlichen
Bergrichter Matthäus Weißenberg gezeigt.
Die Kunde von dem Ereignisse kam alsbald
in der ganzen Gegend herum, und die mora»
lische Wirkung desselben war, daß man, den
Vorfall als einen Wink vom Himmel be-
trachtend, den Bergbau mit erneuertem Muthe
und frischen Kräften betrieb, infolge dessen
derselbe wieder gedieh und zur alten Blüte
stieg. Die Wunderstufe aber überbrachte man
dem Kaiser Leopold I., der sie in der
kaiserlichen Schatzkammer aufbewahren ließ.
Auf Ansuchen des Eisenerzer Oberstkammer«
grasen Freiherrn Heinrich von Haugwi tz
wurde sie 1747 von der Kaiserin Mar ia
Theresia der Innnberger Hauptgewerkschafc
wieder zurückgegeben, und seir di.ser Zeit wird sie in der Eonsultalionskanzlei der
Eisenerzer Eiscnwerksdirection aufbewahrt,
bei dem Feste aber. welches alljährlich in der
St, Barbaracapelle stattfindet, und zu welchem
die gcsammte Knappschaft ausrückt, vor dieser
hergrtragen. Die zweite Säcularfeier fand am
8. Ortobcr 1868 statt. Katholische Blät>
ter. Herausgegeben vom katbol. Central»
verein in Linz (Linz. 4".) XIV. Jahrgang.
22. November 1862, Nr. 94: „Die Wunder«
stufe". Von ?. Fab. Ulrich)
Neißenberger, Franz (Bildhauer,
geb. in Wien, Geburtsjahr unbekannt,
gest. daselbst am 12. Februar 1873).
Vielleicht ein Bruder des Joseph
Weiße uberg er, dessen in den Quellen
gedacht wird. Wo er seine künstlerische
Ausbildung erlangte, ist nicht bekannt;
in den Monatsausstellungen des öfter»
reichischen Kunstvereines finden wir ihn
im Juni 1837 zum ersten Male mit der
Gypsskizze eines Monumentes für den
Erzherzog Johann. In diesen Aus»
stellungen erscheint er dann nicht mehr.
Dagegen treffen wir ihn in der I. und
II . großen internationalen Kunstausstel»
lung, welche 1869 und 1870 in Wien
stattfanden. I n der ersteren war er durch
drei Gypsmodelle vertreten:
Fiirät Zch ui arzenli erg cammantlirt
Zchlachtt'elde"; — „Putträtbiizte des
M a x i m i l i a n nun Nleiika" und
5tatnc des AciiZcrZ F ran ; I u5 eph" ;
letzteren stellte er nur eine Porträtstatue
in Gyps aus. Schließlich war in der
Abtheilung „Kunst" der Wiener Welt-
ausstellung 1873 von ihm nur ein Werk
zu sehen, welches nach dem Kataloge
eine „ideale Figur" vorstellte. Unsere Nach»
forschungen über die weitere kiwAerische
Thätigkeit Weißenberger's blieben
erfolglos.
Ein Joseph Weißenberg er ein Wiener
von Geburt und Tapezier seines Zeichens,
spielt in den Octobertagen des ereignisreichen
Jahres 1848 einc Rolle. Er stand damals
dem
„Ariter-
in der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon