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Weiszmllim, Eh reu reich 190
WeißlNlinn von Weißenstein, Franz
tk. k. Oberst, geb. zu Bergwerks) in
Ungarn am 13. Juni l?49, gest. in
Wien 30. März 18N). Im Juli 1763
kam er zur militärischen Ausbildung in
die Wiener Neustädter»Akademie und im
November 1709 aus derselben als Lieu-
tenant zu Zweibrücken-Dragonern Nr. 7.
In diesem Regimente rückte er in seinem
Range bis 17l)4 zum Major vor. In der
Relation über die Vertheidigung der
Posten bei Bretzenheim am 10. März
letztgenannten Jahres wurde er ob der
dabei bewiesenen Tapferkeit ausdrücklich
lobend erwähnt; ebenso that er sich
wäh<
rend der Bloquade von Mainz bei der
Wiedereinnahme der Zahlbacher Sckanze
am 9. December desselben Jahres be-
sonders hervor. 1793 zum Oberstlieute-
nant im Negimente befördert, zeichnete
er sich bei Bacharach am 17. December
dieses Jahres durch Wiedereroberung der
Kautner Anhöhe aus. 1797 avancirte er
zum Obersten und Regimentscommaw
danten; dann zum 2. Dragoner-Regi«
mente übersetzt, trat er 1801 aus der
activen Armee und wurde 1802 zum
Commandanten des Invalidenhauses in
Wien ernannt, als welcher er starb.
Thürheim (Andreas Graf). Die Reiter«
Regimenter der k. k. österreichischen Armee
(Win, 1862. F. B. Geitler. gr. 8".)
Bd. I : //Die Kürassiere und Dragoner"
2, 24^ und 266. — Gesch ichte der Wiener«
Neustädcer Militärakademie. Von Th. I .
^eitner ron öeitnertreu (Hcrmannstadt
1832, Steindausser. 8".) S. 47?.
Noch sind zu erwähnen: i. Ehrenreich
Weißmann (geb. auf Sckloß Weyerburg
in Oberösterreich am 13. Juli 1641, gest. zu
Maulbronn in Württemberg am 23.. nach
Änderen 24. Februar 4717). Seine Geburts«
statte Neurrburg verließ er mit seinem Vater
wegen der damaligen Verfolgungen der Pro»
testanten in Oesterreich und suchte zunächst
Schutz zu Preßburg in Ungarn, und als er
denselben oort auch nicht fand. schied er aus seiner Heimat und begab sich l636 nach
Heilbronn in Württemberg. Daselbst ttat er
1637 als Alumnus in das Kloster Maulbronn,
von dort kam er im folgenden Jahre in das
Kloster Bebenhausen und 1639 als theolo»
gischer Stipendiat nach Tübingen, wo er
1660 das Baccalaureat und 1662 die Ma»
gisterwürdc erlangte. Noch in lel;terem Jahre
wurde er Präceptor und Kirchendiener im
Kloster Hirschau, in welchem er 18 Jahre
blieb und wahrend dieser Zeit sein oft ge-
drucktes lakcinisch'deutsches Wörterbuch, sein
Hauptwerk, schrieb. Im Jahre 1680 erhielt
?r einen Ruf als Sprcial-Superintendent
nach Waiblingen. 1685 als solcher nach
Kirchheim, 1692 als TpecialSuperintendent,
Hospitalprediger und (5onsistorialbeisil;er nach
Stuttgart, wurde 16^8 Prälat uon Herrenalb
und 1704 Stifisprediger daselbst. Er wider»
sehte sich den (Üoll6^ii5 MtittiZ zu Tübingen
und half 1709 die pietistischen Unruhen zu
Eßlingen beilegen. 17l1 zum Abte uon Maul»
bronn, zum General-Superintendenten und
fürstlich württembergischen Kirchenrathe er»
nannt, starb rr in diesen Eigenschaften im
Alter von 76 Jahren. Weiß mann schrieb
außer dem schon erwärmen „I^xi^on latino-
^Li'mu.ilicuiü" noch: „Deutsche Gramma»
tik", „lilisto^icH S2,e^a," (Tübingen 1679,
8".), gehn Bände „Homiletische Schriften",
„.^.urikliäina didlica.", eine „Hinderfibel"
u. s. w,. in seinen letzten Jahren auch seine
Biographie, welche interessante Aufschlüsse
über die Religionsverfolgungen seiner Zeit
enthält und in der Widmung des ersten
Bandes der von seinem Sohne Christian
Eberhard Weiß mann herausgegebenen
„luti-oäuc.'Uo in memoi-adilin, ecolsüiaZticÄ.
Ki3toi-iil.o äkci'üü..." abgedruckt ist. Das
Zedler'sche „Unwersal «Lerikon" gibt im
54. Bande. Sp. 14ö5 reiche Quellen zu
E. N e i ß m ann 's Leben an. — 2. Kar l
Weiß mann (geb. zu Olmüh am 21. Mai
1840). Er kam im September 1832 zur mili»
tärisch-'n Ausbildung in die Wienei<Neu<
städter Akademie und im Mai 1839 aus der»
selben als Lieutenant minderer Gebühr zu
Erzherzog Siegmund-Infanterie Nr. 43. Im
December machte er den italienischen Feldzug
1839 mit und rückte in diesem Jahre zum
Lieutenant höherer Gebühr, im Mai 1866
zum Qberlieutenant vor. Noch am 19. Mai
letzteren Jahres erfolgte seine Uebersetzung
als Hauptmann zweiter Classe in den General«
quartiermeisterstab, in welcher Eigenschaft er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon