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Meitersheim 197 Meitersheim
Bruder Wilhelm Nudol f , im Alterz
von 74 Jahren. !
Oesterreichische Nat ional . Encyklo« !
pädie von Gräffer und Czikann (Wien !
i837. 8") Bd, VI , S, 623 im Supplement.
— Bobemia (Pragcr Ilnterhaltunsssblatt.
4") l«?<>. Nr. ?9, S NW: Nr. 8<). S. 1229.
Weitersheim, Karl Reichsfreiherr
(Domherr von Olmütz und Huma-
nist, geb. zu Straßburg im Elsaß am
28. November 1780, gest. zu Olmütz
am 28. November 1863). Sein Vater
Franz Karl Reichsfreiherr von Wei-
tersheim war ti-idunus priui3.i-i.u8 in
die Mutter Marie Joseph ine Luise
eine geborene Baronesse de Gallahau.
Als Knabe von neun Jahren verließ
Karl sein Vaterland Elsaß und machte
in Marburg seine ersten Studien, die er
jedoch in Oesterreich, wo er sich
dem geist»
lichen Stande zu widmen wünschte,
wiederholen mußte, weil sie ihm daselbst
nicht angerechnet wurden. Die philoso»
phischen Studien legte er von 1802
bis 1806 auf dem Gymnasium zu Offen»
bürg und in Wien theils privatim, theils
öffentlich zurück, die theologischen an der
Wiener Universität von 1803 — 1808.
Die Priesterweihe ertheilte ihm am
29. Mai 1806 in Wien Erzbischof Graf
Hohen wart, der ihn auch zum Sub>
diacon am 17., zum Diacon am 20.
und zum Presbyter am 24. August
1808 ordinirte, und zwar aus vorzüg/
licher Gnade Seiner Majestät auf den
Tischtitel aus dem niederösterreichischen
Religionsfonde. Im nämlichen Jahre noch
erlangte Weitersheim die Bestimmung
als Cooperator zu Mannswörth in
Oesterreich, wo er in dem ebenso weit«
läufigen als beschwerlichen Pfarrbezirke
zur Zeit einer äußerst gefährlichen Epi«
demie, welcher sein Pfarrer unterlag, durch mehr als fünf Monate gan; allein
die heiligen Tröstungen den Sterbenden
mit fast stündlicher Gefahr für sein Leben
spendete' dabei traf ihn aber auch noch
aus Anlaß der feindlichen Invasion das
Unglück, seiner sämmtlichen Habselig,
keiten beraubt und dadurch dem größten
Nothstande preisgegeben zu werden. So-
dann nach Poysbrunn überseht, wirkte
er daselbst durch zweiundeinhalb Jahre
besonders im Unterrichte der Kinder sehr
verdienstlich- auf Grund dessen er auck
am 31. December 1812 durch Kaiser
Franz I. zum Domicellar-Domherrn
von Olmütz ernannt wurde, und zwar
für die durch Resignation des Erzherzogs
Rudolf erledigte Canonicalstelle; nach>
dem die hiezu nothwendige Verleihung
des böhmisch-mährischen Incolates im
Herrenstande durch Seine Majestät am
26. Juni 1813 erfolgt war, fand am
13. Februar 1814 seine Installation
statt. Am. 21. März 1814 wurde er
Consistorialrath und Assessor; am 7. Iän»
ner 18t4 aber Pfarrer von Schnobolin
bei Olmütz, wo er bis 1826 blieb. Hier
erfüllte er die Verpflichtungen als Seel«
sorger in so opferwilliger Weise, daß noch
lange nachher die Pfarrkinder mit beson»
derer Hochachtung seiner dachten und
vornehmlich dessen mit dankbarer Aner»
kennung sich erinnerten, daß er zur Zeit
einer Feuersbrunst durch seinen hin-
gebenden Muth der Einwohnerschaft
Vieles rettete, was sonst sicher verloren
gegangen wäre. Im Juli 1818 promo»
virte er in Olmütz zum Doctor der Theo-
logie. Am 30. Juni 1826 auf die Resi-
denz Nr. 33 als Refidenz-Donicapitular
investirt, bekleidete er spater die Würde
eines Directors im erzbischöflichen Se-
minar, wurde 1832 zum Domcustos und
IaoriLta in^or ernannt und am 14. April
1843 durch den Erzbischof Cardinal Frei-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon