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Meittenhiller, Friedrich 203 Meittenhiller (Genealogie)
Wei tmann ganz irrig M i n, n a
W e i t h e l m.
Wanderer (Wiener politisches Blatt) 1808,
Nr. 287. im Feuilleton: „U.eber die allae»
meine deutsche Kunstausstellung". — 5)i o m a n»
Zeitung (Berlin, Zanke. 4".) l87ü, Vd. I I ,
S, 23«. — Die Kataloge der im obigen
Artikel bezeichneten Kunstausstellungen,
Weittenhiller, Friedrich lGroßhänd-
ler und Industr iel ler, geb. zu Völ-
kermarkt in Kärnten, gest. zu Laibach
28. April 1772). Der Sproß eines alten
Bürgergeschlechtes von Völkermarkt, er»
weiterteer daselbst das von seinen Vor-
eltern ererbte Handlungshaus durch
Gründung eines Zweiggeschäftes in 3a i-
bach, wo er auch ein Haus (Nr. 40,
jetzt Nr. 34) erwarb. Spater jedoch
löste er seine Handlung in ersterer
Stadt auf und behielt nur jene zu Lai-
bach, die ihm, als an der großen Handels-
straße nach Trieft gelegen, jedenfalls
mehr Vortheil bieten konnte. Vei seinen
großen industriellen Unternehmungen
stand ihm sein jüngerer Bruder Joseph
Caspar ssiehe diesen S. 206^, der um
4749 in das Laibacher Haus eintrat,
treu und thatkräftig zur Seite. Seine
Handelsverbindungen reichten weit über
die Grenzen der österreichischen Erblande.
Dem k. k. Kupferanite, sowie dem Queck-
silberbergwerke zu Idria leistete er durä)
rasche und gute Abnahme von Producten
nicht geringe Dienste. Von der kraini-
schen Landschaft kaufte er die gänzlich in
Verfall gerathene Tuchfabrik zu Laibach,
die er jedoch später wieder, nachdem er
sie in einen guten Stand gesetzt hatte, an
den Industriellen Joseph Desselbrun-
ner veräußerte. Zu jener Zeit (l?63)
beschäftigte diese Fabrik 90 Arbeiter
sReißer, Kämpler, Pettinatori und Woll'
schläger) und hatte 18 Stühle, welche
von' 4 Meistern, 28 Wirkern und Ge- sellen, sowie von 409 Spinnerinen be-
stellt waren. Die Tuchmannufactur wurde
nun unter der Firma „Ruard-Nessel-
brunner" weitergeführt. Weitenhil ler
dagegen übernahm für Rechnung einer
Forderung an die k. k. Temesvärer
Compagnie, bei welcher das kaiser-
liche Aerar selbst betheiligt gewesen, von
derselben die Leinwandfabriken zu Blic»
cari, einer freien Seestadt im Finmaner
Comitat, unweit von Fiume, an der
Bucht von BoccariM, einem Theile des
Quarnerogolfes. In seinem zu Laibach
am 8. August 1770 aufgerichteten Tefta»
mente, in welchem er, da aus der Ehe
mit seiner Gattin Veronica keine Kinder
entsprossen, seinen Bruder Joseph
Caspar zum Universalerben einsetzte,
widmete er ein Capital von 3000 fl.
zum Unterhalte zweier Waisenknaben,
welche von den Erben zu benennen sind;
ferner ordnete er an, weitere 2000 -fl.
dem Laibacher Stadtmagistrate zu dem
Zwecke zu übergeben, daß die Zinsen von
1000 st. einem armen Schüler der
6. Classe (beziehungsweise Gymnasiasten),
die Zinsen von den anderen 1000fl. einer,
armen ehrbaren Braut alljährlich zuge-
wandt werden. Am 24. März 1773 ver>
wirklichte sein Bruder Joseph Caspar
diese Stiftungen durch Erlag der an»
gegebenen Capitalien.
Zur Genealogie der Edlen und Nitter von
Weittenhillcr. Dieselben entstammen einem
alten Bürgergeschlechte von Vülkermarkt, das
nach Laibach, dann nach Trieft und zuletzt
nach Wien übn siedelte, wo es gegenwärtig
seßhaft ist. Leine Stammesfolge läßt sich
bis in die Mitte des sechzehnten Jahr«
Hunderts nachweisen. In demselben finden
wir bereits Georg als Handelsmann in
Vülkermarkt, einem betriebsamen Städtchen
"in Kärnten, nicht zu perwechseln mit Vökla«
markt, einem Marktflecken in Oberösterreich
Aber erst mit Georgö Urenkel Friedrich
tritt das Geschlecht mehr in den Vordergrund
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon