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WeittenhiUer, Joseph Nitter von 2s)6 Weittenhille^ Joseph Caspar
bilität versetzt, doch schon nach wenigen
Monaten, am 7. Juni, zur Dienstleistung
dem k. k. Landesgerichte in Linz zuge-
theilt. Am 17. December 1864 zum
K'reisgerichtspräsidenten in Wels er-
nannt, erwarb er sich daselbst während
eines nahezu achtjährigen Aufenthaltes
durch strenge Erfüllung seiner Pflichten,
nicht minder abec auch durch seine huma-
nitäre Thätigkeit die Liebe und Achtung
aller Bürger dieser Stadt in solchem
Grade, daß ihm, nachdem er am 23. August
1872 als Vicepräsident des k. k. Landes-
gerichtes in Strafsachen nach Wien be-
rufen, am 10. September 1872 „in
dankbarer Würdigung der rühmlichen
Verdienste um die Gemeinde" das Ehren«
büigerrecht von Wels verliehen wurde.
Am 19. April 1874 zum Präsidenten
des genannten Landesgerichtes befördert,
erhielt er mit ah. Entschließung vom
26. December 1878 in Anerkennung
seiner langjährigen judiciellen Staats-
dienstleistung und insbesondere seiner
ausgezeichneten Dienste bei Einführung
der Schwurgerichte das Ritterkreuz des
Leopoldordens (Diplomsausfertigung
18. Jänner 1879), worauf mittels Di»
ploms ääo. Wien, 13. März 1879 seine
Erhebung in den österreichischen Ritter»
stand erfolgte. Wenige Jahre danach,
am 23. November 1881, ward er zum
Präsidenten des k. k. Wiener Landes»
gerichtes in Civilsachen ernannt, welche
Stellung er noch gegenwartig (1886)
bekleidet. Joseph von Weittenhil ler
vermalte sich zweimal: zu Wien am
23. April 1830 mit Leopoldine Dor-
nau (gest. zu Hagen bei Linz 2. Juli
1863) und zweitens zu Linz am 13. April
1873 mit Therese Steiner. Aus der
ersten Ehe gingen sechs Kinder hervor,
von denen aber nur noch ein Sohn, R u»
dolf, und zwei Töchter, Marie und Rosa, am Leben sind. Der zweiten Ehe
entstammen zwei Söhne: Eberhard
Joseph und Karl .
Leopoldordensdiplom vom 18. Jänner
1879. — R i t t e r s t andsd ip l om vom
13. März 1879. — Wiener«Zeitung,
Nr. 304 vom 28. December 1878. Nr. 123
vom 30. Mai 1879 und Nr. 269 vom 24. No»
uember 1881.
Weittenhiller, Joseph Caspar Edler
von (Großhändler und Industriel-»
ler, geb. zu Völker markt in Kärnten,
gest. wahrscheinlich zu Laib ach um
1792). Nach dem am 28. April 1772 er-
folgten Tode seines älteren Bruders
Friedrich ssiehe diesen S. 203^ über«
nahm er dessen,Großhandlungshaus zu
Laibach, sowie alle übrigen industriellen
Unternehmungen. Obwohl die Spinne»
reien zu Buccari nicht das gewünschte
Resultat lieferten, führte er dieselben
doch noch 18 Jahre fort, da im Falle
eines Stillstandes die überaus arme Be>
völkerung von Buccari und Vidol voll>
kommen einer Hungersnoth preisgegeben
gewesen wäre. Er brachte während dieser
Zeit unter die dortigen Einwohner
wenigstens 200.000 fl. in Verdienst, un-
gerechnet die vielen Unterstützungen und
Geschenke an Kranke und Arbeitsunfä»
hige. Die hohe Wichtigkeit der Trocken»
legung dcs Laibacher Morastes erken«
nend, hatte er in Gemeinschaft mit
seinem Bruder Friedrich eifrig an
diesem großen, heute noch nicht been»
digten Unternehmen Theil genommen und
verkaufte dann auch auf testamentarischen
Wunsch Friedrichs eine Anzahl trocken-
gelegter Wiesengründe im Jahre 1773
um 12.000 Gulden an Zorn von
Mildenheim, jenen unternehmenden
Mann, der von 1769 an nach dem ctuf
Befehl der Kaiserin Mar ia Theresia
von dem Wiener Commerzienrathe Fre>
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon