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MeittenhMer, Mmiz Maria Franz 208 Weittenhiller, Moriz Maria Franz
frühgefaßtes Interesse für Archäologie
fĂĽhrte ihn den historischen HilfswisseN'
schaften zu. Heraldik und Sphragistik
machte er zu seinen besonderen Studien,
wobei er namentlich das wahre Wesen
der Heroldskunst während des Mittel-
alters zu erforschen und festzustellen be-
strebt ist. Sein wiederholt auch von
Zunftgelehrten anerkanntes Wissen und
Können erwarb er sich während seiner
oft kurz genug zugemessenen MuĂźe
stunden durch steiĂźiges Selbststudium
.und rastloses Forschen in öffentlichen
und Privat'Archiven und Bibliotheken,
wobei ihm die persönliche Freundschaft
ausgezeichneter Manner der Wissenschaft
nicht wenig zu Statten kam. Wiederholt
unternommene größere Reisen in Oester
reich, SĂĽd' und Nord'Deutschland, sowie
ein zweimaliger Aufenthalt in Paris,
boten ihm Gelegenheit, sein Wissen zu
erweitern und seine Studien zu vervoll
ständigen. Seine fachliterarische Thätig
keit widmete er bisher hauptfächlich der
„Heraldisch - genealogischen Zeitschrift",
den „Jahrbüchern", dem „Monats»
blatte" des heraldischenVereines „Adler",
beziehungsweise der k. k. heraldischen
Gesellschaft in Wien. Außer einer erheb»
lichen Anzahl von mehr oder weniger
kleinen Aufsätzen, .Kritiken u. s. w. sind
folgende seiner Arbeiten besonders anzu-
führen: „Ein Stammbuch des Georg
Ulrich Freiherrn von Kheynach 1618
b.s 1631" (Zeitschrift 1871); — „Zwei
Hallstätter Salzsiederfamilien. Eine histo-
risch-genealogische Studie ĂĽber die Fa-
milien Seeau und Eisel von Eisels»
berg, mit besonderer BerĂĽcksichtigung
ihres Grundbesitzes in Oberösterreich"
(Zeitschrift 1872); — „Die Hackher
zu Hart. Dieses Geschlechtes Geschichte
und Genealogie 1480—1873" (Zeit-
schrift 1873, auch separat mit einem An- l heraldischen
hang von Urkunden erschienen)', — „ Die
Wappen der Herren von Eberstorf.
Ein Beitrag zur Geschickte dieses Ge-
schlechtes" (Jahrbuch 1875); — „Ein
Wappenbrief des deutschen Königs Wen-
zeslaus" (Jahrbuch 1873); — „Die
Sphragistik auf der heraldischen Ausfiel-
lung zu Wien 1878" (Jahrbuch 1878;
in dieser Arbeit wendete er Hohen»
lohe's „Sphragistiscdes System" zum
ersten Male in der Fachliteratur an); —
in Gemeinschaft mit seinem am 36. Mai
1884 verstorbenen Freunde Dr. Ernst
Hartmann von Franzenshuld ver-
öffentlichte er: „Die heraldischen Hand-
schriften auf der heraldischen Ausstellung
zu Wien 1878" Ohrbuck 187!) bis
5eyregg" (Jahrbuch
den im „Monatsblatt" der
^sellsckaft enthaltenen Auf-
sätzen sind zu gähnen: ,.Für das An-
legen vonStammb^rn" (1881, Nr.6);
— „Zur Geschichte de>Mchsischen Rauten-
kranzes" (1861, Nr. 8)^ ""d „Bürger,
liche Wappen" (1883, N r > M I n den
JahrbĂĽchern der Vereines fĂĽA geschicht-
liche Hilfswissenschaften „RothA
in Leipzig finden wir von ihm
Aufsatze, darunter, in dem Jahrbuch"
1882: „Ueber den Adel und das ^
pen des Dichters Wilhelm Hauff"
in jenem fĂĽr 1883: , Kleine heraldiss^
Studien". I n den Jahren 1882—188^
erschien sein „Salzburgifcher Adel", wel^
cher des „Neuen Sieb mack er'schet?^
Wappenbuches" IV. Band, lj. Abthei»^
lung (NĂĽrnberg bei Bauer und Raspe) " I
bildet. Mit diesem durchaus auf archi- '
valischen Forschungen beruhenden Werke '
— nebenbei bemerkt, das erste Wap- l
penbuch des Herzogthumes Salzburg ^
— begründete Weit tenhi l ler haup'
sachlich seinen guten Ruf als gewiffs
hafter Fachmann. Die darin e»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon