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Melden, Franz Ludwig 216 Melden^ Franz Ludwig
fechte beiOliveto auszeichnete', als dann
Mantua capitulirt hatte, erhielt er den
Auftrag, die französische Armee über die
Alpen ins südliche Frankreich zurückzu-
führen. Auf dem Wiener Congreffe be»
fand er sich als militärischer Begleiter
des Großfürsten Constantin Cesa re-
witsch und erhielt dafür den St. Annen-
orden zweiter Classe. il8l!5 wurde er
dem General der Kavallerie Freiherrn
Fr imont beigegeben. An der schwei-
zerisch-französischen Grenze befürchtete
man jeden Augenblick den Durchbruch
der französischen Alpenarmee unter Su-
chet. Die Bewegungen derselben zu
beobachten, ward Welden dahin ab-
geordnet. Von einem schweizerischen
Mauthbeamten geführt, recognoscirle er,
bei seiner abgehärteten Natur die Stra--
pazen des anstrengenden Bergsteigens
lustig überwindend, das Iuragebuge nnd
konnte nun bei den Bewegungen des
unter dem Simplon aufgestellten Corps
des Feldmarschall-Lieutenants Radi-
vojevich demselben wichtige Dienste
leisten. So wurden unter seiner unmit-
telbaren Leitung die von den Franzosen
besetzten Alpenpässe bei Les-Nousses
(2. Juli 4813) und Fossile forcirt, und
Welden sah sich für persönliche Aus-
zeichnung mit dem Ritterkreuze des
Maria Therefien » Ordens geschmückt.
!8l6 zum Obersten und Brigadier im
Pionniercorps befördert, führte er gleich-
zeitig die Aufsicht über die Zeichnungs-
kanzlei und das topographische Bureau;
l82l wurde er Generalstabschef des zur
Niederwerfung der Erhebung in Piemont
abgesendeten k. k. Armeecorps. 1823
kehrte er vom Höft des in seine Rechte
wieder eingesetzten Königs von Sardi<
nien, wo er mit Ehren und Auszeichnung
überhäuft worden, als Brigadier zum
Pionniercorps zurück und ward zunächst Director der Landesbeschreibungs-Redac-
tionen, 4828 Director der Militär-
Landesbeschreibung. Ueber die wissen-
schaftlichen Ergebnisse einer um diese
Zeit unternommenen Reise in die Alpen-
gegenden wird noch weiter unten die
Rede sein. Im Juni 1828 zum General-
major ernannt, kam er als Brigadier
nach Zara in Dalmatien, von da 1832
in gleicher Eigenschaft nach Budweis
und dann als Bevollmächtigter zur
Militär-Centralcommission in Frankfurt
a. M., wo er sieben Jahre verblieb und
in der Zwischenzeit, im März 1836, zum
Feldmarschall-Lieutenant vorrückte. 1838
ging er als Divisionär nach Gratz, und
1843 erhielt er das Militärcommando in
Tirol. Als er dann in den Winter-
monaten l 847/48 eine Erholungsreise
nach Italien hinab bis Palermo unter»
nahm, erkannte er bald, daß sich auf der
Halbinsel wichtige und bedenkliche Ereig-
nisse vorbereiteten. Ohne beauftragt zu
sein, glaubte er seine Wahrnehmungen
dem Staatökanzler Fürsten Metternich
nicht vorenthalten zn sollen. Als er dann
auf seinen Posten in Tirol zurückkehrte,
bestätigte sich auch seine Voraussicht,
denn die Unruhen in Italien kamen zum
vollen Ausbruche. Kaum hatte er die
Kunde von dem Mailänder Aufstande
erfahren, so schritt er sofort zur Armirung
der Franzensveste und bot den Landsturm
von Brad, Stilfs und Trafoy zur Be-
setzung des Stilfser Joches auf. Gi selbst
eilte nach dem Süden, verschaffte den
alten Mauern von Trient durch rasche
Arbeiten eine entsprechende Widerstands«
kraft, warf die ins Land gedrungenen
feindlichen Colonnen, nachdem er ihnen
empfindliche Verluste beigebracht hatte,
zurück und stellte die Serbindung mit
Verona her. Um die Mitte Mai erhielt
er den Auftrag zur Nebernahme des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon