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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
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Page - 221 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Melden (Stiftung) 221 Melden (Genealogie) Das Melden-Standliild iu Vratz. Weldcn uer» lebte mehrere Jahre als Dioisionär und nach- dem er die Stelle als Gouverneur von Wien 18ö1 niedergelegt hatte, die wenigen ihm noch gegönnten Jahre der Ruhe in Gratz und er warb sich um die Verschönerung dieser Stadt solche Verdienste, daß ihm dieselbe auf den Anlagen des Schloßberges ein Standbild zu errichten beschloß. Mit Handschreiben Seiner Majestät des Kaisers vom 22. Mai I83ö wurde die Erlaubniß dazu ertheilt und zu- gleich ein ansehnliches Geschenk Zum Ankaufe des erforderlichen Metalls beigefügt. Die Oe« sammtkosten kamen durch mancherlei Spenden auf. und man betraute den Vildhauer Hans Gasser in Nien mit der Anfertigung des Modells, während Fernkorn den Erzguß besorgte. Die Figur ist sieben Schuh hoch, Welden, in Generalsuniform dargestellt, hält in der linken Hand den Ehrensabel, welchen er als Oberstlieutenant in der fran< zösischen Campagne 1813 erhielt. Der rechte etwas gehobene Fuß ist auf einen Felsenblock gestützt, hinter dem sich — eine Anspielung auf die von Welden gegründeten Graher Parkanlagen — der Stamm eines Baumes erhebt. Das Postament nach einer Zeichnung des Professors Van der Nü l l zeigt in vier Medaillons die Wappen der Stadt Grah mit der Inschrift, welche Welden'ö Namen. Geburts- und Sterbedatum enthalt, dann zwei allegorische Darstellungen, deren eine sich auf seine Verdienste um die Kriegswissen« schaft, die andere auf die seinen Namen füh« rende Inoalidenstiftung und seine Lieblings» Wissenschaft, die Botanik, bezieht. Am 26. Juli 1839 fand unter lebhafter Betheiligung der Bevölkerung von Gratz' und mit allen bei solchen Veranlassungen gebräuchlichen Feier» lichkeiten die Enthüllung drs Standbildes statt. Eine Abbildung desselben im Holzschnitt brachte die „Leipziger Illustritte Zeitung", vom 3. September 1839, Nr. 844. Die Welden-Stiftung. Der General stiftete 1850 unter seinem Namen einen Frauen» verein für weibliche Arbeitsschulen, der 1837 das nicht unansehnliche Vermögen von 4U.W0 fl. in viereinhalbpercentigen Obliga» tionen, 26.000 fl. in fünfpercentigen Grund« entlastungsobliglltionen, dann einen Wichsel von 6000 fl. und 1418 fl. im Baren bcsaß. Mit diesem Vermögen gingen ganz eigenartige Wandlungen vor sich, über welche das „Neue Wiener Tagblatt" 1868, Nr. 166 in einem Feuilletonartikel. betitelt: „Aus dem Schwarzbuche der Residenz. Einige wohl- thätige Stiftungen und die Wirthschaft in denselben" belehrenden Aufschluß gibt. Zur Genealogie der Freiherren uon Welden. Eine der ältesten adeligen Familien in Schwaben besaßen die Welden ehedem das E rbmuno s ch enkenamt im Stifte Augs' bürg. Sie führen ihre Stammregister bis auf einen Georg von Welden zurück, der um 980 blühte und mehreren Turnieren im Braunschweig'schen beiwohnte, bei denen er das Amt eines Waffencensors verwaltete. Wir finden d'e Mitglieder des Geschlechtes in höheren Staats-, Kriegs« und Kirchen- diensten. Ein Johann Jacob Freiherr von Welden war Kaiser Ferdinands I I I . Erbtruchseß. Für unser Lrrikoli gewinnt dieses Geschlecht nur durch den Feldzeug' meister Franz Ludwig Freiherrn von. Welden. einen der Paladine des Jahres 1848, Bedeutung, der. als Alles außer Rand und Band gehen zu wollen schien, an die Stätte der Gefahr eilte und dem Feld» marschall Nadetzky zur Bändigung der welschen Nebellen mit Erfolg vorarbeitete. In den Ne ichsfreih e rr en stan d wurde das Geschlecht im 1?. Jahrhundert erHoden. Zur Zeit blüht es in drei Linien: I. in der Gr o ß - 3 a uvh eim er, I I . in der Klein» Lauphei m e r und I I I . in der Hochhol« ding er. Die erste besitzt daä Majorat und Familien«Adeicommiß; auch geben wir wegen des Feldzeugmeisters Franz Ludwig ibre Stammtafel. C'in Neffe des Letzteren, dessen Bruders 3?eopol.d Sohn, der Freiherr M a r August, ist zur Zeit Majoratsherr des für diese Linie allein bestehenden Familien-Fidei' commißvermögens. Sonst stehen noch fol-- gcnde Sprossen des Geschlechtes in Bezie» hungen zu Oesterreich. 1) Die dritte Gemalin des Feldzeugmeisters. Charlotte geborene von Lamey, ist Sternkreuzordens' und Palastdame und war Aja bei der Erzhetzogin Gisela, Tochter Semer Majestät des Kai' sers Franz Joseph. Ihrer Kunstfertigkeit als Malerin wurde schon in der Lebcns,kiz,;e des Gatten S, 220 gedacht. Ihre Stieftochter, nämlich die Tochter des Feldzeugmeisters aus seiner zweiten Ehe mit Nana geborenen Freiin uon Aretiü. Baronesse Anna (geb. 13. Mai 1834), vermalte sich am 17. August 1834' mit Richard Grafen Velmdi, k. k. Ttaatsminister (vom 27. Juli 1863 bis 7. Fr-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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