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Wellisch, Joseph 229 Weltmann, Andreas
im Besitze des Vermögens. Was mit
Well ing's zahlreichen, in seiner Muße
niedergeschriebenen Aufzeichnungen ge<
schehen, ist nicht bekannt. Seine Gattin,
die ihn um 22 Jahre überlebte, war
Vorsteherin des katholischen Frauen»
Vereines in Salzburg und starb daselbst
am 7. November 1876.
Oösterreichisch erTo ldatenfre und (Wien,
4".) 1334, S. 429: „Nekrolog"; Nr. 64: „Aus
Welling's Tagebuch". — Austria (Wien,
3er. 5°.) 4833. S. 320.
Wcllisch, Joseph Medai l leur ,
geb. in Wien um 1748, gest. zu Hal l
in Tirol am 7. Mai 1761). Er war ein
Privatschüler Antonio Gennaro's sgest.
in Wien 4. October 1744), der die Stelle
eines Münzeisenschneiders, wie es da-
mals hieß, am Wiener Münzamte beklei»
dete. Für seine Ausbildung in der Me-
dailleurkunst mußten die Eltern das zu
jener Zeit nicht unbedeutende Lehrgeld
von 300 fl. zahlen. Alü aber dieselben
in schlechtere Geldverhältnifse geriethen,
sah er sich genöthigt, seine Studien auf-
zugeben und bei einem Goldarbeiter
Dienste zu nehmen. 1734 erhielt er die
Scholarstelle an der Graveurakademie,
kam 1737 als Münzeisenschneider nach
Kremnitz und wurde 1730 von da in
gleicher Eigenschaft nach Hall in Tirol
übersetzt, wo er aber alle Anstrengungen
machte, wegzukommen, besonders als
Matthäus Donner's Tod (26. August
1736) den Directorposten an der Wiener
Graveurakademie erledigte, welchen er
anstrebte. Er reiste sogar, um diese An-
gelegenheit persönlich zu betreiben, selbst
nach Wien, ohne jedoch sein Ziel zu
erreichen. Er kehrte nach Hall' zurück und
starb daselbst nach einigen Jahren. Wel-
lisch stach Münzstöcke und Siegel. Der
Witwe löste man die von ihrem Gatten
hinterlassenen Stöcke ab und wies ihr eine Pension an. Ob Wellisch auch
Anderes geschnitten hatte, ist nicht be-
kannt.
Oesterr ei ch isch e Kunst-Chroni k. Her«
ausgegeben von Dr. Heinrich Käbdebo
(Wien. 4°.) Bd. I I , l. September 1879.
Nr. 9. S. 133 im Artikel: „Drr Medailleur
Matthäus Donner".
Karl Goedeke in seinem „Grundriß M- Ge«
schichte der deutschen Dichtung. Aus den
Quellen" (Hannover. Ehlermann. d".) ^edmkt
im 2. Vande, S. i07l. Nr. 642 eines.
Wiener dramatischen Dichters, I . Welisck.
von dem „Der Kerkermeister von Norwich".
Schauspiel in 4 Aufzügen (Wien 1776. 8".)
im Druck erschienen ist. - Auch ist Wrlisch
der Name eines der grüßten Gütercomplere
im Gitschiner Kreise Böhmens — 49 Dörfer .
mit 9000 Teelen. Der Dechant uon K?vi«
dlno Franz Alois Wacek hat die wechseln»
den Besitzer desselben zum Gegenstände einer
besonderen Monographie gemacht, welche in
Hormayr's „Archiv für Geschichte u. s. w.
4827. Nr. «7. 7U—75. 79—84 unter dem
Titel „Die Dynasten von Welisch" abgedruckt
ist. Diese aber waren die Wald stein, die
Wartenberg, die Trczka, die Thurn und
zuletzt die Schlik.
Nellmaan, Andreas (Schulmann,
geb. zu Hammersdorf bei Hermann-
stadt am 17. November 1898, gest. am
30. December 1849). Der Sohn armer
Eltern, die denselben, da sie keine Mittel,
ihn str.diren. zu lassen, besaßen, zum Land'
mann bestimmten, sollte er anfänglich
nur die evangelischen unteren Schulen in
Hermannstadt besuchen. Erst den Vorstel>
lungen des Gymiiasialrectors I . G. B u-
chinger daselbst gelang es, die Eltern
zu bewegen, daß der damals fünfzehn-
jährige Jüngling auch die oberen Classen
des Gymnasiums zurücklegen durfte. Bu-
chinger verschaffte ihm nun eine Privat-
lehrerstelle und einen Platz am Freitisch
der Studirenden, und so war Wel l '
mann in der Lage. seine armen Eltern
selbst zu unterstützen. 1830 beendete er
das Gymnasium, reifte dann mit meh«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon