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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 235 -
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Page - 235 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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Welses Emmeran 233 Melsersheimb, Leop. Caspar Vincenz schichtiger Werke, sondern vielmehr „kleiner Werkchen und kurzgefaßter Schriften, welche leicht zu lesen, bequem zu handhaben und im" Preise so niedrig stehen, daß sie unter das Volk verbreitet werden können." In seinem Vorhaben sah sich Pater Emmeran Wel« ser noch durch die Wahrnehmung bestärkt, daß die Broschüren der Gegner selbst in katholischen Städten oftmals gratis vertheilt oder zuni Spottpreise abgesetzt wurden. Unter Beihilfe einiger frommer Leute, welche ihn mit Geldmitteln unterstützten, begann er 1391 sein Werk mit Abfassung und Verbreitung einiger zeitgemäßen Broschüren. Vom General der Gesellschaft Jesu I>. Claudius Aaua. viva und dessen Nachfolger Pitelleschi ge> billigt, trat das fromme Unternehmen unter dem Titel: „Das goldene Almosen des h. Johannes Baptista" (Mosnioä^u«. anrea 8. ^oannlä LkMätkä, weil es an dessen Festtage vollends zu Stande kam) in die Welt ein und wurde allseitig, von Hoch und Nieder, freudig begrüßt. Der Herzog von Bayern. Mar imi l ian , dessrn Oheim Nil« Helm mit seiner Gemalin Elisabeth, dann Personen hohen Standes, hervorragender Stellung, Geistlicheund Weltliche wetteiferten mit reichlichen Beisteuern. Große Summen spendeten insbesondere Abraham Welser, Emmerans Bruder, und deren beider Vater Melchior. Es wurden drei Classen Bro< schüren für Verbreitung bestimmt: solche dog- matischen Inhalts (mit Rücksicht auf die Zeit), andere moralischen und endlich solche erbau» lichen Inhalts. Das Unternehmen fand auch Nachahmung in vielen anderen Städten, und zwar außer Ingolstadt und Dillingen — in Constanz. Luzern. Würzburg. Köln. Tyrnau. Gral,;, insbesondere aber in Wien. wo eine ungeheuere Menge solcher Schriften mit großem Erfolge herausgegeben wurde. Noch bis auf unsere Ta^e bestand diese ^lsemo- 87NN. lmrea, 8. ^aanuis LaMstas" zu Mün- chen. Aus den uns zugänglichen Quellen waren wir nicht im Stande, den Zweig, welchem Pater Emmeran in der Familie Welser angehört, zu finden. .^4?/6</a,>iöti>>. Vidiiatbs^a. scriptorum 8. ,7. — ^N^'ii^. Diarium dw^r. I, acl annnin 1518. — Pfeffinger. Merkwürdigkeiten des sieb« zehnten Jahrhunderts. S 13.) — 3. Leo- pold Caspar Vincenz (geb. 3. Jänner 1793, gest. zu Gratz 8. Juli 1874). Der älteste Sobn des Grafen Joseph Leopolo aus dessen Ehe mit Mar ia Anionia ge« froh geworden. Die Streitigkeiten mit den Spaniern über die Zolleinkünfte und die Grenzen des abgetretenen Landes führten zu keinem Ende. Nachdem Kar l V. der Regie» rung entsagt und sich ins Kloster St. Just zurückgezogen hatte, nahmen dieselben einen viel bösartigeren Charakter an, da Karls V. Nachfolger Ph i l ipp I I . sich dien Welsern viel weniger freundlich gesinnt zeigte. So sprach denn schon 1337 ein Urtheil des indi» schen Rathes das Königreich Venezuela den Welsern ab, und damit fand das deutsche Reich in Amerika ein Ende. Von einer Rück« zahlung der bedeutenden Schuld, für welche Karl V. eben jene Besitzungen verpfändet hatte, war keine Rede. ^(H o r m a y r's) Archiv für Geschichte. Statistik, Literatur und Kunst. Fortgesetzt von Ridler (Wien, 5".) 1823. S. 86!): „Die Welser in Vene» zuela". — Blat ter für den häuslichen Kreis (kl. Fol.) 1872, S. 87: „Ein deutsches Neich in Amerika. Historische Skizze".^ — 2. Gmmeran (geb. zu Stuhlfelden iiu Pinz» gau 1360. gest. 16. April 16l8). war Priester- der Gesellschaft Jesu, OokäMor 5xiriwQii5 k!) Ui28i<)n3.rinL in Böhmen. Als zu Ende November 1601 in Regonsburg ein Collo« quium gehalten wurde, welches Herzog Ma« r imi l ian in Bayern und Phi l ipp Lud« wig Pfalzgraf bei Nhein angeordnet hatten, wohnte Pater Emmeran uon Seite der Römisch'katholischen demselben bei. Pater Nelser ist Verfasser folgender theologischer Werke: „Inäux viao a,ä iiäum Oatda1ica.m"; — „ItoUa mi».tntw«,"; — „I'uunÄi-ium Cntdolicuin". Ain bemerkenswerthesten er< scheint uns aber Welser als der Gründer eines katholischen Broschürcnvcreincs uor nahezu dreihundert Jahren. Sonach ist dieses heutzutage sa oft und nicht selten miß- bräuchlich in Anwendung gebrachte Mittel, Anhänger und Mitglieder für bestimmte Zwecke zu gewinnen oder Zu werben, nicht ein Product unserer Zeit. sondern reicht weit zurück, in daö Jahr 1391. Das „Katholische Kirchenblatt für die Diöcese Nottcnburg" be> richtet 1863 darüber, wie folgt: „Erwägend, wie heftig die katholische Kirche zu jener Zeit — Anfangs 15U1 —- durch so viele und ver» verbliche Bücher, und nicht bloß Bücher, son« dem auch Büchlein und Flugblätter (lidsiii'2, ckg.rti5 «t sakscluliä) angegriffen wurde, be< schloß Emmeran Weiser, solcher verderb» lichen Fluch einen Damm entgegenzusehen durch Herausgabe nicht etwa schwerer, weit»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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