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Melser, Philippine 239 Melser, Philippine
l ippine ist mit fĂĽrstlichen Ehren bestattet
worden, beide Grabmäler sind Werke des
Meisters Aler. Col l in. — Die Tante und
nachmalige Obersthofmeistrrin Pdi l ippi«
nens in deren Hofstaate zu Innsbruck.
Katharina uon Loran. liegt unter der
Stiege zur silbernen Capelle begraben. Der
Erzherzog lieĂź auch ihr durch Alerander
Eol l in aus Mecheln das Grabdenkmal
setzen mit der Inschrift: „ Im 1380 jar den
l.-j. April, ist, gestorben, die Edl. lugend«
samb. Fraw, Katharina von Loran. Wittib,
geborne. Adlerin, deren Seel Got, genedig
sein. vnd ein frolich. Auferstehung, verleihen,
woll. Amen." — Medaille. Im Todesjahre
Phi l ipp inens. 1380. wurde eine MĂĽnze
mit ihrem Brustbild und der Umschrift:
„Div26 Vk i l i pp inae" (der verklärten
Phi l ippine) geprägt. — Porträts. 1) Un>
terschrift: „Philippine Welser". Jod. End er
gez. Stahlstich von Dav. WeiĂź, Wien (l2".
und 8",). — 2) Unterschrift wie oben. 3. Pö<
Hacker 6ol., nach dem Originalgemalde in
der k. k. Ambraser Sammlung. Dav, WeiĂź
80. Visunas (12".) ^im Taschenbuch „?<iue-
lops" für 1828). — 3) Unterschrift wie oben.
Fendi ä6l. I . Passini se. Viennao (12".)
^nach einem in Sckönbrunn befindlichen Bild«
nisse im Taschenbuch „Cornelia" für 1831).
— 4) Unterschrift wie oben. Holzschnitt der
rylogr. Anstalt uon Helm (4".) im illustr.
Blatte „Buch für Alle" j8!>i;. Bo I, 2. 21.
— 5) Unterschrift wie oben. Holzschnitt von
A. N.(eumann) in Westermanu's „Illu»
strirten Monatsheften" 187«'.. — 6) Unter«
schrift wie oben. Holzschnitt der rylogr. An«
stalt uon W. Aar land, nach einer Zeich«
nung von ^ . unter welchem Monogramm
sich der berühmte Maler und Illustrations»
zeichner Paul Thumann birgt. — 7) Un-
terschrift: „^ilixink ^Vsläeronna". VIs
souöaslie poäl>di2n^' icreslii ^02. Lo llei^vi,
d. i. Nach einem gleichzeitigen Gemälde ge»
zeichnet von Ios. Scheiwl. Holzschnitt im
Prager illustrirten Blatte „svöto-or" 1868.
Nr. 19. S. t?7. — 3) Lithographie uon
Wöl f le (München, Franz. 8«.). — 9) Ra-
dirung: G. (3. E immärt «c Haldfigur
(4".), Gegenstück zu dem Bildniß des Erz«
Herzogs Ferdinand, gest, uon I . C. Eim«
märt. — 10) Holzschnitt von A. Neu mann
nach dem Gemälde von Anton Kirch ebner
im Museum zu Innsbruck, in der „Illu>
strirten Frauenzeitung" vom 3. Jänner 1874, Nr. 2. S, 12. — Der Maler O. Koeller
hat die 2cene, wie Phi l ippine Welser
vor dem Kaiser erscheint und u'.ii ibrcn
Kindern vor ibm knieend, se ne Verzeidun^
ersteht, zum Vorwurfe eines Gemäldes ge
macht, das im Holzschnitt des englischen
Xylographen W. L. Thomas in der Zeit
schrift „Ueber Land und Meer" 1866. Nr. 27.
S. 424 l)cröffcn:l!cht ist. - philippinc Wel-
ser in der Dichtung. Der 2coff. den das
Leben der schönen Phi l ipp ine Welser
darbietet, ist zu reich an ebenso romantischen
als ergreifenden Momenten, als daĂź derselbe
nicht uon der Poesie häcte aufgegriffen
und verwerthet werden sollen, und dies in
denn auch reichlich geschehen. Der Roman,
die epische Dichtung, das Drama und die
Oper, alle baben sich dieses Tioffes bemäch-
tigt und medr oder minoer Anzielendes ge
leistet, wie es der an und fĂĽr sich liebliche
Vorwurf von vorne herein bedingt, Im
Roman und in der Erzählung sino uns drei
Leistungen bekannt, und zwar uon A. Grafen
Baudissin: „Phi l ippine Welse r oder
uor dreihundert Jahren. Historischer Roman"
in drei Bänden (Hannover 1864, Rümpler,
8".). dann von dem bekannten Geschichts«
romantiker Georg Hesekiel: „I^ux er
umdi-a. Roman", drei Bände (Berlin i86l,
8".), der gleichfalls die Geschichte der Wel>
serin behandelr. und von i>ökar Wilden--
bürg: „Pt ' i l ippine Welser, die schöne
Augsburgerin. Historische Erzählung" (Nürn^
berg, G. A. Hofmann). Poetisch, wir meinen
in gebundener Rede, sind uns nur dm kle:«
nere. aber sämmclich gelungene Arbeiten be«
kannt, und zwar ein Gedickt uon Karoline
P ich l er, das in ihre gesammelten Werke
aufgenommen, aber auch schon frĂĽher im
H 0 r m ay r'schen „Archiv für Geschichte. Geo»
graphie u. s. w." (Wien, 4".) 1814. Nr. 60
und 61 abgedruckt ist; dann brachte Theodor
Hell (Pseudonym fĂĽr Hofrarh Win kl er),
der langjährige Redacteur der Dresdener
„Abend'Zeitung" und des Taschenbuches ,,Pe«
nelope". in letzterem. Jahrgang i828. S. ^3'^
bis 397 einen Nomanzencyclus, der den
Namen der schönen Augsburgerin trägt;
schlieĂźlich ist mir die Ballade eines Unge'
nannten bekannt, die den Titel „T>ie Wel>
serin" hat. in knapper, aber regelrechter
Form das Geschick derselben besingt und im
„Bozener Wochenblatt", einer Unierhaltungs-
beilage der „Bozener Zeitung". Nr. 242
vom 22. Octuber 1864 abgedruckt ist. Beson-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon