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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54
Page - 245 -
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Page - 245 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Volume 54

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) Johann Nepomnk 243 Welsperg^ Johann Nepomnk der bayrischen Regierung noch viele andere Beamte nach Tirol geschickt worden, welche von der österreichischen Regierung nun ĂŒbernommen und versorgt werden sollten. Als dann der Graf als bayrischer GeneralcommifsĂ€r des Inn- kreises mit dem kaiserlichen HofcommissĂ€r in Verhandlung treten sollte, lehnte dieser ein? solche ab, was gleichbedeutend war mit der Abweisung fĂŒr den Wiedereintritt in den österreichischen Staatsdienst. So zog sich Welsperg, da er ein nicht un» betrĂ€chtliches Vermögen besaß und ihm nach der Convention mit Bayern ein Ruhegehalt nicht entgehen konnte, zu» nĂ€chst von jedem Dienste zurĂŒck und be- gab sich nach Wien. Dort gelang es ihm allmalig, sein ganzes Verhalten in bayri» schen Diensten zu rechtfertigen und seine trefflichen bis 1803 Oesterreich geleisteten Dienste zur Geltung zu bringen. Am 13. April 1816 erfolgte seine Anstellung als PrĂ€sident des Civiltribunals erster Instanz in Venedig. Am 2. Februar 1826 wurde er vom Kaiser zum Vice» PrĂ€sidenten des Guberniums in Laibach ernannt, mit Vorbehalt seines bisherigen PrĂ€sidentenranges und der vertraulichen Erinnerung, daß Seine MajestĂ€t die Ab» sicht habe, ihm spĂ€ter die Leitung einer Landesverwaltung zu ĂŒbertragen und er die jetzige Stellung nur dazu benutzen solle, sich fĂŒr die Uebernahme des ihm zugedachten Postens, dem er durch lang' jĂ€hrige Dienstleistung im Iustizfache entfremdet sei, vorzubereiten. Aber nach dem milden Klima Venedigs sagte das Laibacher dem Grafen nicht zu. Nach zwei Jahren bat er um Versetzung in den Ruhestand, die ihm am 19. Mai 1828 in gnĂ€digen AusdrĂŒcken unter gleichzeitiger Verleihung der geheimen RathswĂŒrde auch gewĂ€hrt wurde. Er zog sich nun von dem öffentlichen Leben zurĂŒck, brachte den Winter in Bozen, den Sommer auf seinen GĂŒtern bei Fonzaso unweit Feltre und in Primör zu, sich ausschließlich mit der Verwaltung seines Vermögens be- schĂ€ftigend. Besonderes Augenmerk wen- dete er der Hebung seines in Primör be> sindlichen Eisenbergwerkes zu. That» sĂ€chlich hob sich dasselbe in solchem Grade, daß die Zahl des arbeitenden Personals von 200—230 Leuten, mit welchen er es ĂŒbernommen hatte, auf 700—800 stieg. Es war ihm dabei hauptsĂ€chlich darum zu thun, den Be» wohnern in dieser unwegsamen von der ĂŒbrigen Welt abgeschiedenen Gegend einen Erwerb und dadurch ihren Lebens- unterhalt zu sichern, weshalb er auch, um sein Vorhaben auszufĂŒhren, vor Opfern, die er thatsĂ€chlich in nicht ge» ringem Maße brachte, nicht znrĂŒckscheute. Als 1836 die Cholera zunĂ€chst in Piimör, dann in Fonzaso ausbrach, leitete er per« sönlich alle Anstalten zur BekĂ€mpfung der Seuche und ließ wĂ€hrend der Dauer derselben aus Eigenem die Krankenkost bereiten. Als er dann in Fonzaso das armselige HĂ€uschen sah, worin noth- dĂŒrftig höchstens 13 Kranke untergebracht werden konnten, verfĂŒgte er letztwillig eine Summe von 4000 st. zur GrĂŒn- dĂŒng eines neuen Spitals. Durch dieses mit anderen BeitrĂ€gen der Gemeinde und sonstigen Gaben vermehrte Capital entstand nun ein großes, an.gesunder Stelle erbautes Krankenhaus, in welchem 30 Betten aufgestellt werden können. Der Graf starb in Bozen nach lĂ€ngerer Krankheit, nachdem ihm seine Schwester Theresia, die Witwe des Grafen Joseph Khuen, die seit dem Hinscheiden der zweiten Frau Welsperg's immer um denselben gewesen, den Tag vor» her, nur zwei Zimmer von dem seinen entfernt, im Tode vorangegangen. Graf
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Volume 54
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Weil-Weninger
Volume
54
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1886
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
346
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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