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Welsperg, Wilhelm 250 g) Wilhelm
Jahren 1848 und 1849 das Militär-Verdienst'
kreuz mit der Kriegsdecoralion und im Feld«
zuge 1866 in Italien und Böhmen das
Ritterkreuz des Leopoldordens, auĂźerdem in
Würdigung seiner vieljährigen Dienste im
«Henirfachc bei Gelegenheit seines Ileberirittes
in dm Ruhestand 1874 den Drden der eiser-
nen Krone zweiter Classe. — <>. Tiegmund
(gest. um <3<13) erscheint in den durch das
Prachtwerk „Ireydal" verherrlichten Turnier-
spielen des Kaisers Mar I>, des letzten
Ritters. Ein 3ohn Balthasars aus dessen
Ehe mit Barbara von Liechtenstein,
waltete er 1488 als Pfleger zu Thaur. erhielt
14'.>1 da>) TckloĂź P'.'rsen auf Lebenszeit,
wird am 2.5. Juli 1491 als Marschall ge-
nannt und war Mar im i l ians I. Kam>
merer. Ratd, Oberstfeldhauptmann von Tirol
und Oberstt-^fme ster Blanca Mar ias, der
zweiten Gemalin dieses Kaisers. Er hatte sich
zweimal vermalt: in erster Ebe mit Elisabeth
von ^nivenstel» aus Elsaß, in zweiter mir einer
von Ao»ig5eck. Tiegmund liegt in der
Pfarrkirche zu Innsbruck begraben. Im „Frey-
dal" erscheint er in mehreren Nennen und
einem Stechen mit dem Kaiser abgebildet.
sFr eyoal Des Kaisers Marimilian I.
Turniere und Mummereien. herausgegeben...
unter Leitung des k. k. Oberstkammerers
Feldzeugmeisters Franz Grafen Folliot de
Erenneville von iDuirin Leitner iWien
l,«<8<»—1882, gr. Fol.) im Register der im
„Freyoal" vorkommenden Personennamen,
p. X(^IX und 0; im auiographirlen Na«
mensuerzrichniß Blair I I , 1^ (bib), 0 (di«),
? und in den Tafeln 9, 29, !><), 70, 121
und 217.^ — 7. Wilhelm Freiberr von
«geb. im Tchlosse Rooereto am 1«. Februar
l^8'». gest. zu Bruneck am 27. Ätarz 1641).
Ein Tohn des Freiherrn Christoph und
Albrrt inens Freiin von Fu gg er-Ki rch-
berg. wurde Wi l helln, defsrn Vater da-
mals Tckloßhäuptmann zu Rovereto war,
mir 18 Jahren in das deutsche Kollegium
zu Rom geschickt, wo er die kleineren Weihen
empfing. FrĂĽder schon. 1601. yarte er ein
!>'anonicat in Talzburg erhalten. Dann, 1604.
wurde er Kanoniker zu Briren und ii>27
Dekan zu Salzburg, wo er auch Mitglied des
fürstlichen Hofrathes und einige Zett Präsi-
dent desselben war. Am 22. November 1028
fand seine Wahl zum Bischof von Briren
statt. Päpstliche Bestätigung, bischöfliche Weihe
und Empfang der Regalien folgten in kĂĽr-
zeren Zeiträumen. Im Mär; 1630 reiste der neue Bischof nach Veldes in Kram. welches
Kaiser Heinrich der Heilige am itt. April
1004 dem Bischof Albuin von Briren ge»
schenkt hatte. Dieser Besuch hatte seine man»
nigfaltigen Folgen. Da die Herrschaft Veldes
schon seit dem zwölften Jahrhundert ver»
pfändet gewesen und es bis zu Ende, des
sechzehnten geblieben, so waren ihre welt-
lichen und kirchlichen Angelegenheiten in einen
beklagenswerthen Zustand gerathen, den zu
beseitigen des Bischofs Wi lhelm nächste Auf<
gäbe bildete. Namentlich hatte gerade in
Veloes die Lehre L u t h e r's fester denn
irgendwo anders Eingang in Kram gefunden ;
wurde doch von der Verordnetenstelle selbst
in der bischöflichen Herrschaft zuweilen ein
protestantischer Prediger eingesetzt. Das hatte
mitunter die traurigsten Folgen, mdem die
Vrirener Bischöfe dagegen Schritte thaten.
Vermügensronfiscationen, zahlreiche Auswan»
derungen blieben nicht aus, und die Perhält'
nisse daselbst geriethen in völligen Verfall.
Dem Allen suchte nun Bischof Wi lhelm
abzuhelfen. Durch seinen Kanzler Balthasar
und den Nach des Hochstis'tes Rudolf Hil»
debrand lieĂź er die Herrschaft im ganzen
Umfang in sittlicher und reliaiöser Beziehung
sorgfaltig untersuchen und die Vorschläge zur
nöthigen Abhilfe sich erstatten. Unter dem
neu eingesetzten Verwalter Adam Pipan
wurde dann auch das Gemeinwesen von
Veldes allmalig ganz geordnet, insbesondere
die Industrie der Eisenwerke Oberkrains ge-
Hoden nnd zu diesem Bel)ufe der Holzbezug
aus dcn herrschaftlichen Waldungen will»
fährig gestattet. Aber auch iiu bischöflichen
Tprengcl von Briren gad es schwere Arbeit.
Im Herbst 163«) trat in Oberitalien die uer-
beerende Pest auf und bedrohte das Bis'
thum, in welchem uun Bischof Wi lhelm
alle 'Anstalten zur Abwehr der 2euche treffen
lieĂź. Neberschreitlingen der Machtuollkommen'
heit. welche sich der bis dahin bestehende
bischöfliche Generalvicar erlaubt hatte, be>
stimmten ihn, daö Vicariatsamt abzuschaffen
und an dessen Stelle das bischöfliche
<5 onsi st orcu m einzusehen, so daß dein will»
lürlichcn Gebaren des Einzelnen durch sorg»
fältiges Berathen und Prüfen einer Körper»
schaft ein Halt geboten wurde. Indessen
blieben die politischen Wirren, das Vordrin»
gen der Tchweden in Deutschland nicht ohne
Einwirkung auf das Bisthum, welches, als
die Anstalten zur Vertheidigung Tirols ge«
troffen wurden, denselben sich nicht entziehen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon