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Mend, Fridolin 273 ^ Fridolin
mit d (Wend), während
sich
dieser auch
mit t (Went) geschrieben findet.
Dlabacz (Gottfried Johann). Allgemeines
historisches Künstler-Lerikon für Böhmen und
zum Theile auch für Mähren und Schlesien
(Prag 1813. Gottl. Haase. 4".) Bd. I I I ,
Sp. 332.
Joseph August Freiherr von
^S. 273, Nr. 2).
1. Ferdinand Mar ia Wendt (geb. 1. No-
vember 18Ü9), ein zeitgenössischer pädagogi
scher und schöngeistiger Schriftsteller, welcher
Doctor der Philosophie ist. zu Troppau als
Hauptlehrer an der k. k. Lehrorinen-. Bil-
dungßanstalt, wie auch als Redacteur des
pädagogischen Blattes „Die Mädchenschule"
wirkt. Von ihm sind bisher im Druck er»
schienen: „Goldkörner. Sinnsprüche" (1863);
-— „Frisches Grün. Lieder und Balladen"
(Leipzig 18U4, Iackowitz. 8".); — „Päda<
gogik der Kleinkinderstube. Ein Buch für
Mütter, sowie für alle Freundinen und
Freunde der Frauenbildung" (Hermannstadt
1871. Pfaundler. gr. 8".). Dann ist in der
bei Siegismund und Volkening in
Leipzig verlegten und seit 1373 in zwanglosen
Heften erscheinenden periodischen Schrift:
„Pädagogische Sammelmappe. Vorträge und
Abhandlungen für Erziehung und Unterricht"
im dritten Hefte von Wendt der Aufsatz:
„Die Willcnübildung vom psychologischen
Standpunkte" erschienen. Sein jüngstes Werk
aber betitelt sich: „Repetitorium zur Ge<
schichte der Pädagogik" (1880,). — 2. Fr i -
dslin Freiherr von Wend (geb. in Agram
1812. gest. zu Freiwaldau 18. Mai 1880). Ueber
den Lebens» und Bildungsgang dieses ebenso
talentvollen, als vom Mißgeschicke verfolgten
Schriftstellers fließen nur spärliche Nachrichten.
Zu welcher der Adelsfamilien Wend er ge<
hört, ob zu einer der zwei bayrischen, von
denen eine 1814, die andere 1813 geadelt
wurde, oder zu den Wend von Wenden»
thal. Wendt zu undaufWendthausen.
oder zur westphälischen, aus welcher der
Oberst Oswald Freiherr von W endt stammt,
dies Alles ist dem Herausgeber dieses Werkes,
der dem in Rede Stehenden 1835 oder 1836 in
Laibach einmal begegnete, nicht bekannt. Fri«
dolins Vater Joseph August Freiherr
von Wend lsiehe den Folgenden) war k. k.
Officier. Der Sohn beendete das Gymnasium
v. Würzbach. biogr. Lexikon. I.IV. ^Gedr. 10 in Wien, die Unioersitätsstudien in Prag.
dann trat er bei der Finanz.Landesdirect^on
in Steiermark in den Staatsdienst. Im Jahre
1841 erkrankte er an den Masern, welche
ihm ein schweres Augenleiden zurückließen,
das ihn zuletzt nöthigte, aus dem Staats«
dienste zu treten. Da die kleine Pension,
die er vom Staate bezog, nicht reichte,
um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten,
widmete er sich der Schriftsteller«,'! und betrieb
sie von dieser Zeit ab, indem er Correspon.
denzen für mehrere ausländische Journale
schrieb und anderthalb Decennien lang in
Grcch und dann in Prag als dramaturgischer
Referent thätig war. In I . G. Seidl's
Taschenbuch „Aurora", Jahrgang 1842, und
dessen Almanach „Idunn", Jahrgang 1344.
fand ich von Wend die ersten Arbeiten, und
zwar in letztcrem zwei Romanzen, betitelt
„Der Pirat", zu denen der Maler Franz
Weiss! ein Bild zeichnete, welches der wenig
bekannte Wiener Kupferstecher Joseph Jung
in Kupfer gestochen hat. 1847 war Wend
Mitarbeiter des Prager Blattes „Ost und
West", 1848 der „Bohemia" und schrieb in
diesem Jahre auch die politische Schrift „Die
beste Regierungsform". 1830 sollte er die
Redaction der „Wiener (amtl.) Zeitung" über»
nehmen, mußte aber nach kurzem Versuch seines
Augenleidens wegen diesen Plan aufgeben. Aus
Wend's eigenen 1869 aus Teschen an mich
gerichteten Briefen ersehe ich, daß er sich auch
mit dramatischen Arbeiten beschäftigt und
mehrere Lustspiele geschrieben hat, von denen
er eines, betitelt: „Ich habe Eile" im
Juni 1869 an die Intendanz des Münchener
Hoftheaters einschickte, welche ihm das Stück
mit dem Ratbe zurücksendete, in der Emthei«
lung der Acte blos äußere Veränderungen
anzubringen; außerdem enthielt der Bescheid
der Hoftheater«Intendanz wörtlich Folgendes:
„Allerdings ist (das Stück) zu behäbig, aber
anderseits von einem so feinen Geist, so glän»
zendem Witz und frappanter Naturwahrheit des
Dialogs, daß man auf keinen Fall das Stück
kurzweg ablehnen darf. Es ist etwas von der
guten alten Schule darin, was auch den
Darstellern wohlthun muß und sicher an«
genehm auf die Zuschauer wirken wird."
Wend's eigene, wie meine Bemühungen,
das Werk an einer Wiener Bühne zur Dar»
stellung zu bringen, scheiterten. Der kranke,
über solchen Mißerfolg erbitterte Dichter zog
sich nun ganz zurück. In den Siebenziger'
Jahren schrieb er viel für die „Schlesische
.Dec. 1886.) 18
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon