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Mendel. 276 r. Iohar.n
er des großen Kirchenvaters und Erz
bischofs von Cäsarea in Kapadocien, des
„h. Basilius Predigten und Schriften
Uebersetzt aus dem Griechischen" 6 Bände
Wien 1776, Herbner, 8".) heraus. Dieses
sein Hauptwerk hat er der Kaiserin
Maria Theresia gewidmet.
Kklisbonas 1836, Manz. schm. 4".) i». 394.
Noch sind zu erwähnen: 1. Mar t in Wendel
(geb, zu Bolkatsch in Siebenbürgen 1781,
gest. zu Neußmarkt am 13. September 1833).
Nachdem er die Vorbereitungsstudien am
evangelischen Gymnasium zu Hermannstadt
beendet hatte, begab er sich. der unter den
Protestanten Ungarns und Siebenbürgens
üblichen Sitte folgend, ins Ausland und
machte seine Studien an den Universitäten
Jena und Halle. Nach seiner Rückkehr wid,
mete er sich sofort dem Lehramte. Von 1816
bis 1818 war er Rector des Hermannstädter
Gymnasiums. Im letztgenannten Jahre folgte
er einrm Rufe als Pfarrer in seine Geburts-
stadt Bolkatsch, und 1833 wurde er Pfarrer
in Reußmarkt. Als solcher entging er nur
durch die Bitten seiner ungarischen Schwieger«
tochter dem Schicksale, von ungarischen In»
surgenten am 26. Juli 1849 gleich dem Reuß-
markier Königsrichter Michael Filtsch des»
halb ermordet zu werden, weil er unterlassen
hatte, etliche bei Reußmarkt wenige Tage
zuvor durch russische Truppen zusammen«
gehauene ungarische Rebellen feierlich zu
beerdigen. Im Druck ist von Wendel nur
das Schriftchen: ^kilosoMeNkta vsterniu
1812, Va-rtk, 8".) erschienen. — 2. Nagler
gedenkt in seinem „Künstler«Lerikon" (Band
XXI, S. 279) eines Bildhauers von Salz«
bürg, Namens Wendel, ohne Angabe des
Taufnamens. Dieser Künstler, der seine Stu<
dien in Wien machte und zuletzt Hofbild-
hauer in Prag wurde, meißelte 1714 die
Statue des h. Philippus Benitius auf der
Brücke in letzterer Stadt. Weder Tschischka
in seinem „Kunst und Alterthum im Kaiser«
staaie Oesterreich", noch Bened. Pi l lwein
in seinem „Lexikon salzburgischer Künstler",
noch Dlabacz in seinem „Künstler'Lexikon
für Böhmen und Mähren" erwähnen diesen
Bildhauer. Wendler, Anton (Compositeur,
Geburts- und Sterbejahr unbekannt).
Böhme von Geburt, lebte er im acht»
zehnten Jahrhunderte als Mönch des
alten Cistercienserstiftes Königssaal. Er
war musikkundig und blies in virtuoser
Weise das Fagot, erntete auch durch sein
meisterhaftes Spiel auf diesem Instru«
mente großen Beifall. Als im Jahre
4743 Kaiserin Maria Theresia Prag
besuchte, ward ihm die Ehre zutheil, sich
auf seinem Instrumente vor derselben
hören zu lassen. Der Erfolg war ein
solcher, daß ihm Maria Theresia das
Anerbieten machte, nach Wien zu kom«
men und daselbst eine Stelle als Hof.
virtuos zu bekleiden. Er zog es jedoch
vor, in seinem Stifte zu verbleiben, in
welchem er noch 1730 am Leben war.
Wendler schrieb auch viele Concerte,
Solos und andere Stücke für sein In»
ftrument, welche im Musikarchiv des
Klosters Königssaal aufbewahrt werden.
(Riegger's) Statist ik von Böhmen, 12. Heft,
S. 292. Ein Versuch eines Verzeichnisses der
vorzüglicheren Tonkünstler in und aus Böh»
men. Von Gottfr. Ioh. Dlabacz.
Erwähnung verdient auch Johann Wendler
(geb. zu Großwardein im Jahre 1846),
welcher 1862 zum Infanterie» Regimente
Kaiser Alexander Nr. 2 asscntirt wurde und
als Führer den Feldzug 1866 in Böhmen
mitmachte. In den Gefechten bei Rognih und
Saar. welche dem llnglüctLtage von Trau»
tenau (27. Juni) folgten, befehligten die
OfficiereKreiter und Rumpelmayer die
Plänkler, die in einem hohen Kornfeld Stel»
lung genommen hatten. Schon drang der
Feind von allen Seiten vor, und die beiden
genannten Ofsiciere geriethen in die gefähr»
liche Stellung zwischen dem andrängenden
Feinde und den am Waldsaume aufgestellten
und von dort her feuernden Schwärmen des
2. Regiments. Als Führer Wendler die
Gefahr erkannte, in welcher die beiden Offt»
ciere schwebten, stellte er sofort das Feuer
ein, rückte gegen die preußischen Reiter, welche
auf dieselben heransprengten, mit seinem Zuge
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Volume 54
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Weil-Weninger
- Volume
- 54
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1886
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon