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Zllsche 194 Zasche
lung er noch zur Stunde sich befindet.
Zarzycki ist auch als Componist thätig
und hat viel für sein Instrument, das
Piano, und andere Orchesterstücke com
ponirt. Gründlich musicalisch gebildet,
schreibt er auch im Interesse seiner
Kunst, und die Warschauer Journale
enthalten viele Artikel aus seiner Feder
über musicallsche Gegenstände, Kritiken
über Concerte und Operndarstellungen
u. d. m.
i-itratti (I^ireln^s 1879, i oltre
Zllfche, Joseph und Johann sMa
ler, geb. um den Anfang der Zwan
ziger-Iahre). Wir wissen nicht, haben
wir es mit einem oder zwei Künstlern
dieses Namens zu thun, denn die Kata-
loge, welche unsere einzigen Wegweiser
in dieser Frage sind, nennen bald einen
Johann, bald einen Joseph Zasche,
so daß z. B. schon im Katalog von 1846,
in welchem dieser Künstler zum ersten
Male angeführt ist, derselbe zweimal
Joseph, einmal Johann, dann im
Katalog für 1347 Joseph und t848
Johann, in den folgenden Jahren
1834 und 1838 aber stehend Joseph
genannt wird. Ein Versuch, aus einem
lithographirten Verzeichnisse der Mit-
glieder des Wiener Künstle rvereines
„Eintracht" Gewißheit zu erlangen,
scheiterte, da ein Maler Zasche unter
den Mitgliedern gar nicht vorkommt.
Als wir endlich unsere Zuflucht zu Nag»
ler nahmen, fanden wir wohl einen
Wiener Maler Joseph Zaschke, in
welchem wir unseren Zasche vermuthen,
erlangten aber doch keine Gewißheit.
Nach einer sorgfältigen Vergleichung
semer Arbeiten und Prüfung anderer
Nebenumstände entscheiden wir uns für seinen Künstler des NamenS Zasche,
welcher in Aquarell und Oel, auf Por>
zellan und Glas gemalt hat und viel-
leicht noch malt. Zum ersten Male er»
scheint er in der Iahresausstellung 1846
mit zwei Aquarellbildnissen und einem
Oelgemälde : „Nilldrr mit rinem Bilderbuch":
4847 bringt er wieder ein Aquarell-
bildniß und 5848 eine Oellandschaft.'
„Gegend am Ollbeuzlberye bei Vien" (100 st.).
I n der Folge tritt er nur mit Porzellan-
und Emailbildern auf, leistet aber in
dieser Richtung Ausgezeichnetes. So
brachte er in den Jänner» und März-
Ausstellungen 1838 des österreichischen
Kunftvereines und in der anläßlich der
Eröffnung des österreichischen Museums
für Kunst und Industrie 1871 veran»
stalteten Ausstellung eine Folge von
Porzellan» und Emailbildnissen und Bil»
dern, die zu den schönsten Leistungen
in diesem Kunstgebiete zahlen, wir
nennen nur beispielsweise „Her verlorene
Sahn", nach Pompeo Bat ton i (Porz.
Gem. 300fi.); — «Nth llnd 5rine Cächter",
nach Honthorst (400 fi.>; — „Nag
5pllni5che Blumenmädchen", nach Mur i l lo
(140 fi.j; — „yennette de l° Brille", nach
Hyacinth Rigaud; — eine Madonna
(90 ft.); — eine Porzellantischplatte mit
Alpenblumen (60 st.)' — dann viele
Bildnisse, Studienköpfe, eingebrannte
und colorirte Photographien nach Visit-
karten, Copien berühmter Gemälde
u. d. m. Endlich erwähnt die „Agramer
Zeitung" 1833, Nr. 26l eines in Agram
lebenden Malers Zasche, der im dor-
tigen Museum ein Costumgenrebild:
„Zwei 3llnkbrNllhnrrinen an5 dem Ggnliner
Aegimentsbezirke, im Hintergrund dll5 Meer mit
ll53elbe eiu3chlit58enden Gebirgen" ausgestellt
hat, und welchem die Kritik volle Aner-
kennung zollt. Ob wir es hier mit unse»
rem Porzellanmaler oder einem anderen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon