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Zatecky, Wenzel 197 Zatka, Johann
gelöst wurde, vorrückte. Vierzig Jahre
diente er ununterbrochen mit dem Degen
vor dem Feinde und im Frieden und
erwarb sich bei der Reorganisirung der
österreichischen Militargrenze vielfältige
Verdienste, welche von dem damaligen
General-Grenzinspector Erzherzog Lud'
w i g besonders gewürdigt und anerkannt
wurden. Infolge dessen erhielt er mit
Diplom des Kaisers Franz I. ääo.
30. October 18l9 den österreichischen
Adelstand mit dem Ehrenworte Edler
von und dem Prädicate von Nobels«
wald. Oberst Zatetzky hatte sich
4803
mit Marianne geborenen Freiin von
Meuten-Malbourg lgest. 19. April
4847) vermalt, aus welcher Ehe ein
Sohn Franz de Paula (geb. 9. April
18l1), k. k. Hauptmann im Ruhestande,
und vier Töchter stammen. Eine von
diesen heiratete den Oberftauditor Io»
seph Baumrucke r. Als dieser in den
erbländischen Adelstand erhoben worden,
wurde ihm mit Zustimmung des vorge>
nannten einzigen unDerheirateten Sohnes
Franz de Paula des Obersten Za»
tetzky die Führung des Adelsprädicates
Edler von Robelswald mit Diplom
vom 28. Juni 4837 zugestanden.
Wappen. Halb quer und in die Länge getheilter
Schild. Im oberen goldenen Felde ein rocher
zum Streite gerüsteter Löwe. welcher in der
rechten Pranke einen blanken Säbel hält. In
der unieren rechten rothen Hälfte steht auf
grünem Rasen eine Burg mit drei gezinnten
Thürmen und geschlossenem Thore; im linken
blauen Felde sieht man zwei Berge, zwischen
welchen sich ein Fluß durchschlängelt. Auf
dem Schilde ruht ein rechtsaekehrter Turnier«
Helm. aus dessen Krone drei Straußfedern,
eine goldene zwischen rother und blauer,
cmporwallen. HelmtBecken. Diese sind rechts
roth. links blau. beiderseits mit Gold belegt.
Noch ist in Kürze eines berühmten 6echischen
Mathematikers Wenzel Iatecky (Wen»
ces laus Zaaczensis) (geb. l473, gest i320) zu gedenken, über welchen ausführ'
lichere Mittheilungen zu finden sind in Ios.
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66tku takoto stoletl", d. i, Die Mathema»
tiker der Rechen seit Begründung der Hock'
schule bis auf unsere Tage (Pra>? l8<i.l,
Ler. 3«.) Heft I, S. 30 u. f.
Zathureczky, siehe: Zatureczky.
Zlltkll, Johann (theolog. Schrift-
stell er, geb. zu Ve lesin in Böhmen
26. Mai l802). Normalschule und Gym-
nafium besuchte er bei den Plansten in
Budweis. Nachdem er dann den phi»
losophischen Curs beendet hatte, trat
er in das bischöfliche Seminar, wo
sich jedoch in der streng orthodoxen Nick»
tung der geistlichen Studien wenig Nah»
rung für seinen aufgeweckten Geist fand.
Durch seinen Collegen Ios. Kamaryt
wurden ihm aber nach und nach die
geistigen Schätze der heimischen Lite»
ratur erschlossen, so daß er bald eine
gründliche Kenntniß der oechischen
Sprache und Literakur erwarb. Nachdem
er 4827 die Priesterweihe empfangen
hatte, kam er sofort als Katechet an die
Piseker Hauptschule mit der gleichzeitigen
Verpflichtung. Caplansdienste zu verricb-
ten. Von dort ging er als Caplan nack
Budweis, wo er zwölf Jahre verblieb.
Als er durch seinen Freund F. Sykora
mit den Schriften des berühmten Den»
kers Bolzano bekannt wurde, vertiefte
er sich bald völlig in dieselben, und aus
dieser Zeit datirt der Umschwung in
seinen religiösen Anschauungen. 1838
erhielt er nach abgelegter Concurs»
prüfung die Nelle des Religionsprofes'
sors am Gymnasium zu Neuhaus im
Budweiser Kreise, anfänglich als Sup>
plent, bald darauf als wirklicher Pro»
fessor. Nun begann er mit Eifer philo-
sophische Werke zu lesen und gewann
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon