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Fauner Edler von Falpatann Jauner Edler von Falpatann
Bildhauer thatig zu sein. So verlockend
ihm dies erschien, die Ausübung einer
rein mechanischen Kunstfertigkeit sagte
ihm doch bei seinem Streben nach Höhe<
rem nicht zu. und er lehnte ab. Indessen
hatte ein mächtiger Mäcen der Künste,
der damalige Staatskanzler Fürst Kau»
nitz, von Zaune r's Kunstfertigkeit
Kenntniß erhalten und ließ ihn sich vor»
stellen. Da der Fürst die oberste Leitung
der Verschönerungsarbeiten in Schön-
brunn unter sich hatte, beauftragte er
ihn mit einer Bildhauerarbeit, die für
einen dort zu errichtenden Brunnen be»
stimmt war. Viel Zeit hatte man dem
jungen Künstler auch nicht gelassen. Aber
schon in zwei Wochen stand das Modell
vor dem Fürsten, fand dessen Beifall und
den der Kaiserin, und Zaun er wurde
mit der Ausführung seines Entwurfes
betraut. I n sieben Monaten stand die
Brunnengruppe: die österreichischen Flüsse
Donau, Enns und Traun mit lieblichen
Kindern und passendem Beiwerk fertig
da und erntete solchen Beifall des Kai»
sers und des Fürsten, daß er durch den
Beschluß, als österreichischer Pensionär
nach Rom zu gehen, ausgezeichnet
wurde. Es war dies l?76, er zahlte
damals dreißig Jahre. I n Rom fand
er an MengS einen wohlwollenden För«
derer, in dessen Kunstcabmete sich ihm
reichlicher Stoff zu Studien darbot.
Fünf Jahre arbeitete er in der ewigen
Stadt, dann kehrte er als fertiger Kunst'
ler nach Wien zurück. 1782 wurde er
akademischer Rath und Professorsadjunct,
l?84 wirklicher Professor der Bildhauer»
kunft und Mitglied der k. k. Kunstaka«!
dernie. I n dieser Stellung begründete er
durch seine Werke, namentlich durch das
herrliche Kaiser Iofeph»Denkmal auf dem
Iosephsplatze in Wien, welches dem i
Dichter Anastasius Grün Stoff zu! einem seiner herrlichsten Gedichte gab,
seinen Künftlerruhm. 1796 zum Hof«
statuarius ernannt, wurde er 1806, nach
Füge r's Berufung zum Director der
k. k. Belvederegalerie, dessen Nachfolger
als Director der k. k. Akademie der oll«
denden Künste in Wien. Nachdem er
dann 1807 in den Adelstand mit dem
Prädicate Edler von Falpatann erho-
hoben worden, erhielt er noch eine gol<
dene mit Brillanten besetzte Dose nebst
einem Ehrengeschenk von 10.000 fl. und
trat mit einem, jährliche^ Gehalt von
3000 fl. in Pension. Zaun er nimmt
unter den Bildhauern nicht nur Oester-
reichs, sondern aller Zeiten eine hervor»
ragende Stelle ein. Als Hofstatuar be>
schäftigte er sich nur noch wenig mit
Privatarbeiten, da er immer von Seite
des kaiserlichen Hofes Auftrage hatte.
Besonders verstand er es, colossalen Ge<
stalten Anmuth und lebenswarme Schön-
heit zu verleihen, eine Fähigkeit, mit
welcher nicht viele Bildhauer begabt sind.
Uebersicht der Arbeiten Zauner's, so weit die-
selben bekannt sind. Eine Copie des Apol lo
uom Beluedere. — Andromeda d r»
frei t den Perseus. — Kl io. Marmor»
statue. Diese drei Arbeiten hat Zaun er
während seines Aufenthaltes in Rom (l7?6
bis 178l) nach Wirn geschickt. — Der
Handel und die Freiheit; zwei Statuen
aus Stein, l4 Fuß hoch, auf dem Fronton
des vormals Graf Fries'schen lieht Pal .
lavicinl'schen) Gebäudes auf dem Josephs«
platze in Wien. — Zwei Gruppen 45 Fuß
hoher weiblicher Karyat iden aus Stein,
welche am Portale des vorgenannten Pa«
lastes das Gebälke tragen Sie erregen noch
heute die Bewunderung eines Jeden, der die
herrlichen Gestalten, welche der Künstler
innerhalb zweier Monate fertig gemacht und
aufgestellt haben soll. betrachtet. — Ein
Hymen aus carrarischem Marmor. 3 Schuh
hoch, in der Rechten einen Blumenkranz Hai»
tend, während die Zinke mit einer brennen»
den Fackel das Opfer auf dem Altar an.
zündet. Eigenthum des Grafen Fries, in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon