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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Volume 59
Page - 227 -
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Page - 227 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Volume 59

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Zan von Csomör. Marie E. H. 227 Zay von Csömör, Marie E. H. trägt einen von Silber über Gold getheilten offenen Flug; die Krone des dritten die Arme mit den gekreuzten Säbeln, denen die übereinander schwebenden Kronen eingestellt sind. Helmdecken: Die des rechten Helmes roth lnit Silber, des mittleren rechts roth mit Silber, links blau mit Gold. des dritten dlau mit Gold unterlegt. Das ganze Wap. pen umgibt ein iriit der Grafenkrone geziertes Wappenzelt. Zay von Csömör, Marie Elisabeth Helene Gräsin (deutsche D ich ter in , geb. zu Tüth-Pr6na in Ungarn am 23., nach Anderen 23. Februar 4779, gest. zu Oedenburg 1. April 1842). Sie ist eine geborene Freiin von C a l i sch. Ihr Vater Johann von Ca lisch, ein schlesischer Edelmann, war in Ungarn begütert, und die Mutter Johanna geborene Prünay, gehörte einer ange- sehenen Ungarfamilie an. Vater und Mutter bekannten sich zur evangelisch- lutherischen Confession, Der Name Ca< lisius, unter dem die Familie Ca lisch öfter erscheint, ist nur die in Ungarn früher oft gebräuchliche Latinisirung des Eigennamens. Gräfin M a r i e erhielt im Elternhause eine vortreffliche Erzie« hung, an welcher sich ausgezeichnete Pä> dagogen, Johann Gen er sich ^Bd. V, S. 133) und der Superintendent Io» hann Wächter M . I.II, S. 36) be- theiligten. Indessen, obwohl sie von Natur sehr lebhaft und reizbar war, ent» wickelten sich ihre geistigen A.nlagen nicht eben nach Wunsch der Eltern, und ein schmerzliches Augenleiden förderte auch ganz und gar nicht das Erziehungswerk. Doch kam sie in Erlernung der Sprachen ziemlich vorwärts, da ihr Vater sie die» selben nach der Campe'schen Methode nicht grammaticalisch lehrte, sondern die Fehler ihrer Aufsatze ohne weitere Beleh« rung so lange verbesserte, bis sie dieselben endlich mechanisch vermied. So erlernte sie außer ihrer Muttersprache, der unga- rischen, mit ziemlicher Fertigkeit das deutsche, slavische und französische Idiom. Dabei besaß sie große Leselust, doch wurde ihre Lecture strenge überwacht, Romane kamen ihr nie in die Hände, wohl aber Reisebeschreibungen, Gedichte u. d. m. Obwohl sie eigentlich keine poetische Begabung verrieth, schrieb sie schon in sehr jungen Jahren ein kleines Drama: ,Nir dankbare Cnchtrr", das aber verloren ging. Auch musicalisch nicht veranlagt, brachte sie es doch im Piano» spiele zu großer Fertigkeit, spielte mit Ausdruck und fand in Mozart ihr musicalisches Ideal. Nachdem sie im Mai 1794 in Wien, wohin sie im Herbst 1793 mit ihren Eltern übersiedelt war, eine sehr schmerzliche Augenoperation mit großer Standhaftigkeit ertragen hatte, kehrte sie im Frühling 1793 mit den Ihrigen auf ihr Landgut zurück und heiratete 1796, im Alter von 17 Jahren den österreichischen Kammerherrn Em- merich Freiherrn von Zay, den Sproß einer höchst angesehenen und uralten un- garischen Adelsfamilie. Das junge Paar nahm seinen Winteraufenthalt in Oeden« bürg, wohnte aber den Sommer über auf seinem Landgute Bucsän. Die Be. kanntschaft mit M. Therese von Artn er >M. I, S. 73), wozu sich später noch jene mit Marianne Neumann von Meißenthal j^Bd. XX, S. 279) und zuletzt mit Karoline Pichler Md. XXII , S. 242) gesellte, bildete einen wahren Lichtpunkt im Leben dieser begabten, aber ebenso schüchternen als zu schrift» stellenschem Schaffen nichts weniger als geneigt«: Frau. Indessen brachte ein unglückliches Familienereigniß große Ver- änderung in ihrer Familie hervor. Ihres Gatten jüngster und geistvoller Bruder Siegmund starb in der Blüte der 13*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Volume 59
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Wurmser-Zhuber
Volume
59
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1890
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
428
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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