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Zechmeifter von Nheinau 247 Zechmeifter von Nheinau
zum Obersten vorrückte. 1809 bereits
Generalmajor, starb er als solcher im
besten Mannesalter von 34 Jahren. I n
diese 37jährige Dienstzeit vor dem Feinde
fallen eine Reihe von Waffenthaten, die
ihm nicht nur ein bleibendes Andenken
in der Kriegsgeschichte Oesterreichs sichern,
sondern ihm das höchste Ehrenzeichen,
welches der österreichische Soldat erringen
kann, eintrugen. Als Generalstabshauvt»
mann rettete er bei Moueron ein schon
gefangenes hannover'sches Bataillon und
Iägercorps aus des Feindes Händen;
bei Busbeck in Flandern am ^14. Mai
4794 trug er wesentlich bei zur erfolg-
reichen Zurückwerfung einer feindlichen
Division, ebenso bei Gent am 24. Juni
desselben Jahres, wo er den bereits über
die Brücke vorgedrungenen Feind zurück»
warf, am 11. October 4793 schlug er
einen dreimaligen Sturm auf die Brücke
bei Nidda ab, drängte am t7. ^>en feind»
lichen Nachtrab über die Lahn, wirkte
am folgenden Tage wesentlich mit zum
Entsatze von Ehrenbreitenstein, wobei
infolge seiner Anordnungen dem Feinde
nicht geringer Abbruch geschah, und nahm
am 30. genannten Monats die Inseln
Niederwerth und Graswerth, indem er
gleichzeitig eine halbe feindliche Brigade
kriegsgefangen machte. Im Feldzuge
1796 zeichnete er sich wieder bei mehreren
Gelegenheiten aus: im Juli, wo er die
Verschanzungen bei Neuwied gegen einen
«hartnäckigen von zahlreichen Geschützen
unterstützten Angriff energisch verthei-
digte; bei Andernach, wo er fünf Ba«
taillone Hessen »darmstadischer Truppen
unter unausgesetzten Angriffen glücklich
zum Corps des Generals Fink nach
Grenzhausen brachte; dann bei Amberg,
wo er verwunde! wurde, bei Würzburg,
und schließlich bei Ehrenbreitenstein, wo
er den dritten Entsatz durch umsichtige Vorkehrungen bewerkstelligen half. I n
der 42. Promotion vom 11. Mai 4796
wurde er mit dem Ritterkreuze des
Maria Theresien« Ordens ausgezeichnet.
Eine neue Reihe glänzender Waffen»
thaten führte er als Rittmeister des
9. Huszaren» Regiments im Feldzuge
1799 aus. So fiel im Gefechte bei
St. Giovanni, wo er die Avantgarde
des Klenau'schen Corps befehligte, ein
Bataillon nebst zwei Geschützen der
36. feindlichen Halbbcigade in seine
Hände; bei Rubiera warf er mehrere
feindliche Schwadronen zurück, eroberte
Pescia im Toscanischen, zwang die
Franzosen zur Räumung von 3ucca, wo
sich 480 Geschütze und 9000 Gewehre
vorfanden; unterwarf in einem glück»
lichen Gefechte die Stadt Sarsana,
zwang die Besatzung von Sarsanello zur
Uebergabe, wobei er 22 Kanonen er-
beutete, nahm am 3. August die Citta»
delle Lorici mit ihren 16 Geschützen und
besetzte in deren Hafen drei feindliche
Feluken; leistete darauf als Comman»
dant der Vorposten bei der Bloquade
von Genua 1800 die ersprießlichsten
Dienste und behauptete in der Schlacht
bei Marengo ungeachtet ansehnlichen
Verlustes seine Stellung. I n Würdigung
dieser Waffenthaten wurde er zum Major
befördert. Im Feldzuge 1809 wird sein
Name in den Schlachten bei Aspern,
Wagram und im Gefechte bei Znaim
ehrenvoll genannt. 1812 focht er im
Auriliarcorps des Feldmarfchalls Fürsten
Schwarzenberg im Herzogthum War»
schau. Dann kämpfte er wieder in den
Befreiungskriegen mit stets bewährter
Tapferkeit; nahm als Generalmajor am
8. October 1813 mit Sturm den
Brückenkopf bei Pirna, am 18. desselben
Monats, nachdem er vom frühen Morgen
auf der Straße von Würzen nach Leipzig
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon