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ZedliH, Joseph Christian 249 Zedlih, Joseph Christian
zu Anfang der Fünfziger.Iahre. Größere
Arbeiten auszuführen ließ ihm sein
Beruf nicht zu. Von seinen kleineren
Vlattern verdienen die landschaftlichen
den Vorzug; sie sind sauber gestochen;
seine Arbeiten für die Taschenbücher sind
sehr ungleich und verrathen nicht selten
Flüchtigkeit, freilich lassen auch die Ori»
ginale, nach denen er stach, so z. B. die
von Steinrücker, viel zu wünschen
übrig.
Di^ Kataloge der Iahresausstrllungen in
der k. k. Akademie der bildenden Künste bei
St. Anna in Wien l837. 1838. l839. i84!.
I8l2. 184t. — Nagler (G. K Di-.). Neues
allgemeines Künstler.Lerikon (München l839.
E. A. Fle^'chmann. 8".) Vd. XXII , S. 227
Noch sei nebenbei des durch feine Derbheit zu
einer Volkssigur Wiens gewordenen Hetzen«
dorfer Wirthes Zechmeker gedacht, dessen
urwüchsiger Humor Stoff zu einer seinerzeit
gegebenen Localposse „Der Wirth von Hetzen
dorf" von Böhm gab und Veranlassung
wurde, da? nach ihrer Aufführung die Leute
zu dem Wirth in Hetzendorf förmlich wall»
fahrteten. ^O esterrei ch isches Bürger»
blatt. 1830- Nr. t3l. S. 324.)
Zechy, siehe: Szechy lVand
S. 289 u. f.^.
Hedlitz, Joseph Christian Freiherr
(Dichter, geb. zu Iohannesberg in
Oefterreichisch-Schlesien am 28. Februar
1790, gest. in Wien in der Nacht vom
l5. auf den 16. März 1862). Der Sproß
eines alten in Schlesien und Sachsen seß-
haften Geschlechtes, das zu Oesterreich in
ganz schwachen Beziehungen steht, daher
wir von einer genealogischen Stamm-
tafel absehen. Sein Vater war k. k. schle-
sischer Landeshauptmann. Freiherr Io-
seph Christian widmete sich anfangs
den Studien, denen er in Breslau ob.
lag, aber als er 16 Jahre zählte, trat
er 1806 in das k. k. HuszarewRegiment
Ferdinand Este. Im Feldzuge 1809 bereits Oberlieutenant im Regimente,
wurde er Ordonnanzofsicier des Fürsten
voli Hohenzollern und wohnte als
solcher den Schlachten bei Hausen, Re-
gensburg. Aspern und Wagram bei. AlK
die „Presse" in einem Feuilleton die Be-
hauptung aussprach, daß Zedlitz gar
niemals vor dem Feinde gestanden,
mußte sich das Blatt zu der Richtig-
stellung bequemen, daß «Zedlitz die
Schlachten von Regensburg, Aspern und
Wagram mitgemacht und von dem Für»
sten Hohenzollern nach dem Treffen
bei Hausen am 10. April 1809 aus'
drücklich als einer der Tapfersten des
Heeres bezeichnet wurde". Theils die
politischen Verhältnisse — Oesterreich
war^durch die Vermalung seiner Kaisers-
tochter mit dem Imperator, zu dessen
Füßen Europa geknechtet lag, zu den
deutschen und auch den anderen Höfen
des Continents in eine schiefe Stellung
gerathen, die Stimmung im Kaiserftaate
in allen Kreisen und vornehmlich in den
militärischen war eine gedrückte — und
dann auch Familienangelegenheiten ver-
anlaßtenden damals 2 l jährigen Ofsicier,
18t l den Abschied zu nehmen und aus
dem Verbände der kaiserlichen Armee zu
treten. So lebte Zedlitz die nächsten
fünf Lustren bis 1836 als Privatmann
meist in Ungarn und zeitweise auch in
Wien, ganz hingegebM seinem künft-
lerischen Schaffen, dessen Hauptwerke
— die Uebersicht derselben folgt S. 232
gerade in diese Zeit fallen. Im Jahre
seines Austrittes aus der Armee, anr
19. April 18! 1, hatte sich der Dichter
mit der Tochter des 1800 seinen Wunden
erlegenen Generals und Maria There-
sieN'Ritters Freiherrn von Lipthay
vermalt. Als ihm nach 2ojähriger glück»
licher Ehe 1836 seine Gattin durch die
Cholera entrissen wurde, entschloß er sich.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon