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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Volume 59
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Zedlib, Joseph Christian 230 Zedlitz, Joseph Christiali in den Staatsdienst zu treten. Durch Fürsten Metternich und den Minister Grafen Kolowrat lebhaft unterstützt, ward er von Seiner Majestät dem Kaiser Ferdinand i837 der Staatskanzlei zur Dienstleistung zugetheilt und ver» blieb daselbst bis zum Jahre 1848, in welchem die Wiener Demokraten die Schale ihres Zornes über den Diplo» maten Zedl i tz ausgossen. Während dieser Zeit hatte er als publicistischer Schriftsteller, vornehmlich als Correspon» dent der „Allgemeinen Zeitung" gewirkt, in welcher seine Corresp^ndenzen aus Wien besonders in Preußen mit großer Aufmerksamkeit gelesen wurden; aber auch politische Flugschriften über wich» tige Tagesfragen gab er in dieser Zeit heraus, so 1840 über die orientalische Frage, 1846 über den Aufstand in Ga» lizien und früher noch seine „frommen Wünsche aus Ungarn", welche unge- wöhnliches Aufsehen erregten und man« ches prophetische Wort enthalten. Auch schrieb er, als noch die von Deinhard- stein redigirten „Wiener Jahrbücher der Literatur" erschienen, für dieselben lite- rarisch-kritische Aufsätze, wie z. B. über Spindler's Romans und die Dramen Gri l lparzer's, der es ihm in seiner verbitterten Stimmung damit vergalt, daß er ihn im Jahre 1848 einen Abtrün» mgeu nannte, welcher um des Glanzes und Ruhmes willen selbst beim Sultan Dienste genommen habe, was nach der Ansicht Aller, dieZedlitz näher standen, ebenso ungerecht als unwahr ist. Von 4848 —1831 durch die Umwälzungen und Unruhen der Zeit von Wien fern gehalten, wurde Zedlitz im letztgenann- ten Jahre Ministerresident des Groß« Herzogs von Sachsen Weimar, mit welcher Stellung er später die Geschäftsträger, posten für Oldenburg, Nassau und Braunschweig am kaiserlichen Hofe von Wien vertauschte. Doch lebte er die letzten eilf Jahre vornehmlich fern von Wien, zum Theil auf seiner Besitzung in Aussee und an den anderen herrlichen Seen des Salzkammergutes, zum Theil in Karlsbad, um Heilung oder doch 3in> derung seines beschwerlichen Athmungs leidens daselbst zu finden. Damit ist der private und öffentliche Lebensgang des Freiherrn Zedlitz gezeichnet. Es erübrigt uns nur, Einiges über den Poeten.zu sagen. Nicht zu früh — er zahlte bereits 23 Jahre — trat er mit poetischen Arbeiten vor das Publicum und blieb, so gut sich dieselben lasen und so sehr sie entschiedene Dichterbegabung bekundeten, längere Zeit unbeachtet. I n einem der damals in Oesterreich erscheinenden Almanache — ich kann denselben nicht näher bezeichnen, nur bestimmt sagen, daß es nicht die „Aglaja" ist —erschienen seine ersten Dichtungen, die lieblichen „Frühlingsrosen". Erst 1819 trat er in der damals durch die Iohn'schen Stiche und die gewählten Mitarbeiter — Gri l l - parzer, Zach, Werner, West, Ham- mer u. A. zählten zu ihnen — sehr be- liebt gewordenen „Aglaja" mit dem rhythmisch tadellosen und sprachlich schwungvollen Sonettenkranze: „Der Liebe Lust und Qual" auf. 1820 erschien unter anderen seine poetische Huldi» gung „An Gri l lparzer", welcher in den nächsten Jahren mehrere Gedichte, nach einer Pause von 1824 bis 1823 im Jahrgange 1826 „Die Abbasiden" und wieder nach einer Iahrespause 1828 seine „Todtenkränze" folgten, die den Namen des Poeten sozusagen über Nackt berühmt machten. I n dieser in meister» haft gebauten Canzonen ausgeführten Dichtung, welche noch im nämlichen Jahre in einem damals als Prachtausgabe gel»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Volume 59
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Wurmser-Zhuber
Volume
59
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1890
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
428
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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