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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Volume 59
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Zeißberg 292 Zeißberg Böhmen 17i2, gest. in Wien um 1780). Wo und von welchen Lehrern er seine erste künstlerische Ausbildung er- langte, ist nicht bekannt. In der Folge ging er nach Paris, wo er ein Schüler Th. Germain's wurde. Dann kehrte er nach Oesterreich zurück und ließ sich in Wien nieder, wo er als Director einer öffentlichen Zeichenschule hochbejahrt starb. Nagler schreibt von ihm: „daß seine in Wachs bossirten Bildnisse großen Beifall erhielten". Jenes des Erzherzogs, nachmaligen Kaisers Joseph II., haben Fran?ois und I . von Schley (in 4^. und 8".) gestochen. Naaler (G- K. Dr.). Neues allgemeines Künstler < Lerikon (München 1839. G. A Hleischmann, 8".) Vd, XXII, S. 24U. Zeißberg, Heinrich Ritter von (Ge> sch ichts forscher, geb. in Wien am 8. Juli 1839). Nachdem er die Vor- bereitu.ngsschulen in Wien beendet hatte, erwählte er Geschichte und Philosophie zu seinem Berufe und trat als Zögling in das historische Seminar, welches da- mals unter der Leitung Aschbach's, Jäger's-und Sickel's stand, und zur! weiteren wissenschaftlichen Ausbildung in das Institut für österreichische Geschichts- forschung, betrieb aber nebenbei, durch Bonitz angeregt, auch philosophische! Studien, welche als vortreffliche Schu» lung für seine späteren Forschungen dienten. 1862 erlangte er das philo» sophische Doctorat und wurde schon im folgenden Jahre Supplent der allge» meinen und der österreichischen Ge- schichte. 1863 zum ordentlichen Professor derselben Fächer an der Universität in Lembecg ernannt, leitete er an derselben zugleich das historische Seminar. Von dort kam er 1871 in gleicher Eigenschaft an die Innsbrucker Hochschule, aber schon im Sommer 1872 erfolgte seine Berufung als Aschbach's Nachfolger in der Lehrkanzel für allgemeine Welt» geschichte an die Universität Wien, in welcher Stellung er noch zur Stunde sich befindet. Zugleich ist er Vorstand des historischen Seminars, wirkt als Docent am Institute für österreichische Geschichts- forschung und übernahm nach Weilen's Tode die Redaction des Kronprinzen- werkes: „Die österr.»ungar. Monarchie in Wort und Bild". Was seine Wirk- samkeit im Lehramte betrifft, so zählt er zu den Zierden der Wiener Hochschule, und verweisen wir dieserhalb auf die Charakteristik, welche Dum reicher in dem in den Quellen genannten Werke in eingehender und liebevollster Weise von ihm entwirft. Frühzeitig war Zeißberg auf dem Gebiete, das er sich zum Lebens- berufe erwählte, schriftstellerisch thätig, und namentlich ist es die von den deutschen Forschern bisher wenig ge- pflegte Geschichte der slavischen Völker, welcher er seine besondere Aufmerk« samkeit zuwendet. Auf diesem Gebiete hat er auch bisher seinen glänzendsten Erfolg zu verzeichnen, denn sein präch» tiges Werk „Die polnische Geschichts- schreibung des Mittelalters" wurde 1873 von der gegen deutsche Leistungen gewiß strengen und erclusiven Iablonowski'- schen Gesellschaft mit dem Preise gekrönt; sie ist aber auch in den zehn Abschnitten, welche sie bietet, eine wahre Fundgrube nicht bloß für den deutschen, sondern auch den slavischen Geschichtsforscher, denn mit der Einführung des Christen- thums und der I>k8äio ^äaidsrti begin- nend, geht er auf den Mönch Gallus über, verzeichnet die n^ .nn8.l.eg (5ra.oo- visnLSs votu3ti" von 948—1122, be- handelt dann Vincenz Kadlubek, die literarische Thätigkeit der Dominicaner
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Volume 59
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Wurmser-Zhuber
Volume
59
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1890
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
428
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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