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Zelinka, Andreas 304 Zelinka, Andreas
kehrte er 1789 aufs neue in sein Kloster
zurück. Nach dem Tode des General-
vicars Bogunovic wurde er 1796
dessen Nachfolger und versah 13 Jahre
hindurch diese Kirchenwürde für ganz
Dalmatien und die Vooeke äi Oatlaro.
I n dieser Stellung trug er wesentlich
zur Hebung des seit Ende des 17. Jahr»
Hunderts gänzlich in Verfall gerathenen
Kirchenwesens in Dalmatien bei. Auf
seinen Reisen hatte er verschiedene
Bücber gesammelt und dieselben seinem
Kloster zum Geschenke gemacht. Nm
auch für einen entsprechenden Nachwuchs
in der Geistlichkeit Fürsorge zu treffen,
widmete er ein Capital von 12.0l>0 fl.
Zli einer Stiftung im Seminar von Karl»
stadt für geistliche Zöglinge aus Da!>
matien. Doch selbst jetzt hörten die Ver»
folgungen seiner Widersacher nicht auf,
und 18l l von seinem Posten als General-
vicar vertrieben, lebte er die erste Zeit in
Wien und zog sich spater nach Ofen
zurück, wo er auch im hohen Alter von
76 Jahren starb. Sein an Wanderungen
und Sckicksalen verschiedener Art reiches
Leben hat er selbst in gemeiner serbischer
Sprache beschrieben und in einem statt»
lichen 643 Seiten starken Bande zu Ofen
1823 durch den Druck veröffentlicht.
Kopitar hat davon einen sehr lehr-
reichen und ausführlichen Auszug in den
„Wiener Jahrbüchern der Literatur"
1826, Bd. XXXVI, S. 113—199 mit
getheilt.
T. 320. —
nltinn cnlti ratico äe^Ii uomiui iüuLtri
t'A,uni. Otuciii 8wri(.>i (Ve-
Zclinkll. Andreas (Bürgermeister
der Haupt- und Residenzstadt Wien, geb. zu Wischau in Mahren 23. Fe»
bruar 1802, gest. in Wien am 2l . No-
vember 1868). Sein Vater, gleichfalls
Andreas mit Vornamen, war Ober-
amtmann der Herrschaft Wischau, eitier
bedeutenden Besitzung des Olmüher Dom»
capitels; seine Mutter Antonia eine
geborene Stiepan. Von vier Töchtern
und drei Söhnen der jüngstgeborene,
kam er, bis 1810 im Wternhause erzo»
gen, nach dem gegen Ende dieses Jahres
erfolgten Tode seines Vaters zu Ver>
wandten in Brunn, wo er das Gymna»
snim und die philosophischen Studien
beendete. Da er infolge seines väter-
lichen Erbes nicht ganz mittellos war,
verlebte er seine Studienzeit sorglos und
betrieb mit Vorliebe Mathematik, Geo-
gravhie und Geschichte. 182l bezog er
die Wiener Hochschule, beendete 1821) die
rechtswissenschaftlichen Studien, trat bei
einem Advocaten als Concipient ein,
machte die vorgeschriebenen judiciellen
Prüfungen und erlangte am 21. August
1829 die Doctorwürde. Bereits im
Jahre 1827 war er mit dem damaligen
Präsidenten der obersten Iustizstelle, 3ud>
wig Grafen Taa ffe, in nähere Beruh»
rung gekommen, der alsbald in ihm den
ebenso tüchtigen als gediegenen Recbts>
gelehrten erkannte, welcher durch glück«
liche Führung eines für den Grafen ge»
führten Processes sich auch als solcher
bewahrte. I n der Zwischenzeit wurde
Zelinka, wahrend er seine Concipienteu-
stelle beibehielt, Justitiar der Herrschaft
Conradswörth (des sogenannten Star»
h e m b e r g'schen Freihauses auf der
Wieden), sowie der Herrfchaften Erlall
und Atzgersdorf, wozu sich in nächster
Zeit die gleichen Aemter für die Herr-
schafren Liefing, Hetzendorf und Sckaum»
burgerhof gesellten, so daß er die Lei»
tung von Patrimonialgerichten mit einer
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Volume 59
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Wurmser-Zhuber
- Volume
- 59
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1890
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon