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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Volume 59
Page - 305 -
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Page - 305 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Volume 59

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Andreas 306 Zelinka, Andreas Bevölkerungszahl von 9000 Seelen be» sorgte. Als dann 1831 die Cholera in Wien ausbrach, übernahm er das Amt eines Sanitätscommiffärs, einer Stelle, welche man nur dann zu würdigen ver» steht, wenn man das Auftreten einer Seuche erlebte, bei welcher Alt und Jung und selbst die Männer von Fach, die Aerzte, für die erste Zeit geradezu den Kops verloren und der Bekämpfung des neuen unheimlichen Uebels raHlos gegen» überstanden. Mit Decret vom 29. De> cember 1832 erfolgte Zelinka's Ernen» nung zum Advocaten in Wien, bei welcher, nachdem nicht geringe Hinder- nisse zu überwinden waren, eben sein Gönner Graf Taaffe, der die tüchtige wissenschaftliche Bildung, die gründlichen Rechtskenntnisse, die strenge Rechtlich» keit, Unbefangenheit und Thätigkeit des Bewerbers kennen gelernt hatte, den Ausschlag gab. Im Jahre t833 wurde er Wechselnotar. Es gäbe da ein inter» essantes Bild zu zeichnen, wollte man den Advocaten und Notar Dr. Ze» linka, wie er leibte und lebte, dar- stellen. Er war der vollendete Typus des Rechtsanwalts vom alten Styl, einer nunmehr durch die unsauberen Elemente, welche stch in diesen Stand zu drängen wußten, auf Nimmerwiedersehen erloschenen Menschenspecies: der wahre Anwalt des Rechts, der unbeugsame Hüter des Gesetzes, der geschworene Feind jeder Rabulistik, mit einer nahezu rauhen Außenseite, aber mit einem wahr» haft goldenen Herzen. Sein Ruf wuchs bald, gelangte in alle Kreise, des höchsten Adels, wie des ärmsten Bürgers, und damit mehrte sich sein Ansehen, das Ver- trauen und die Achtung seiner Mit» bürger. Im -Jahre 4843 wurde er Director der Nordbahn, Ausschußmit- glied der wechselseitigen Renten- und v. Wurzbach, biogr.Lerikon. LIX. sGedr. Lebensversicherungsanstalt und gab wegen Ueberhaufung mit Geschäften den Posten als politischer Beamte^ der Herrschaften Conradswörth und Hetzendorf vollständig auf, sich ausschließlich der Advocatur zu- wendend. Die Bewegung des Jahres 1848 führte auch ihn ins politische Leben, aber nicht auf den offenen Markt der Redner, Schreier und Hetzer, sondern, den unheilvollen Gang der Ereignisse scharf beobachtend, ließ er von den Wählern des Kärnthnerviertels sich in den Gemeindeausschuß wählen und faßte Stellung gegenüber den gefährlichen und überstürzten Beschlüssen. Als dann im November 1830 der Gemeindeausschuß aufgelöst wurde, nahm er an allen her» vorragenden politischen und administra- tiven Vorgangen großen Antheil, er ge» hörte jenem Kreise von Gemeinderäthen an, welcher beschlossen hatte, unter dOM Drucke des Belagerungszustandes die Rechte der Gemeinde zu wahren, die Be> völkerung vor Vergewaltigungen der herrschenden Militärmacht zu schützen und den Bürgern das vielfach gefährdete Recht der Gemeindevertretung zu sichern. Seit 1849 Mitglied der Commission für die Feststellung des Entwurfes einer neuen Gemeindeordnung, drang er auf die Durchführung des Grundsatzes der Interessenvertretung. Im März t850 trat das neue Gesetz, an dessen Zustande- kommen er wesentlichen Antheil hatte, ins Leben, und der Gemeitch.eausschuß, dessen Vicepräsident er zuletzt gewesen, löste sich auf. Zelinka aber erhielt in Anerkennung seiner aufopfernden Thä» tigkeit dabei das Ritterkreuz des Franz- Iosephs'Ordens. Bei den Neuwahlen im Herbst 4830 wurde er wieder mit großer Majorität in den Gemeinderath gewählt und schon damals für die Stelle des Bürgermeisters in Aussicht genommen, 8. Iuli t890.) 20
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Volume 59
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Wurmser-Zhuber
Volume
59
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1890
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
428
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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